03.01.2018

Er ist der Mann für die Ehrenamtskarte



Einmal in gold, einmal in blau gibt es die bayerischen Ehrenamtskarten, die Willy Weber jun. ausgibt. Im Berchtesgadener Land sind sie bei 50 Akzeptanzpartnern gültig. − Foto: Christina Gutsmiedel

Einmal in gold, einmal in blau gibt es die bayerischen Ehrenamtskarten, die Willy Weber jun. ausgibt. Im Berchtesgadener Land sind sie bei 50 Akzeptanzpartnern gültig. − Foto: Christina Gutsmiedel

Einmal in gold, einmal in blau gibt es die bayerischen Ehrenamtskarten, die Willy Weber jun. ausgibt. Im Berchtesgadener Land sind sie bei 50 Akzeptanzpartnern gültig. − Foto: Christina Gutsmiedel


Sie ermöglicht vergünstigte Eintritte in Bäder und Museen und gewährt teilweise sogar beim Autokauf Rabatte: Die Bayerische Ehrenamtskarte (EAK). Willy Weber junior ist am Landratsamt Berchtesgadener Land für die Ausgabe der Karte zuständig.

Herr Weber, kürzlich haben Sie die 1000. Ehrenamtskarte ausgegeben. Wie sind die Erfahrungen?

Willy Weber junior: Durchwegs gut! Nicht nur die Zahl der Inhaber steigt, sondern auch die der Akzeptanzpartner. Im Berchtesgadener Land sind es inzwischen 50. Von Bädern über Museen bis hin zu Ausflugszielen wie der Predigtstuhlbahn ist da für jeden etwas dabei. Und die Karten gelten ja nicht nur im Berchtesgadener Land, sondern in ganz Bayern bei 5000 Stellen. Die können seit diesem Jahr ganz einfach mit der App "Ehrenamt By" gefunden werden. Ein Bekannter von mir hat sogar in Baden-Württemberg eine Vergünstigung bekommen.

Was muss man denn als Ehrenamtlicher erfüllen, damit man eine Karte bekommt?

Weber junior: Vorgesehen sind durchschnittlich fünf Stunden ehrenamtliches Engagement pro Woche, also 250 Stunden jährlich. Aber es muss keiner Angst haben, dass ich mit der Stoppuhr kontrolliere. Vielmehr geht das auf Vertrauensbasis. Die blaue Ehrenamtskarte gilt drei Jahre. Wer bei Feuerwehr, BRK, Wasser- oder Bergwacht 25 Jahre aktiv war, oder das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten erhalten hat, bekommt die goldene EAK, die unbegrenzt gültig ist.

Und wie läuft die Beantragung?

Weber junior: Oft sind es die Schriftführer oder Vorstände von Vereinen, die sich mit Kandidaten bei mir melden. Die Ehrenamtskarte kann man aber auch bekommen, wenn man kein Vereinsmitglied ist, sondern sich privat ehrenamtlich engagiert. Auch dann kann man sich jederzeit an mich wenden.

Tatsächlich wollen sich viele Bürger engagieren, scheuen sich aber vor einer Vereinsmitgliedschaft und davor, als Mitglied auch gleich ein Amt übernehmen zu müssen.

Weber junior: Das ist aber in der Realität oft gar nicht so. Bei uns bei den Saalachthaler Trachtlern beispielsweise gibt es genügend andere Möglichkeiten, sich auch ohne Amt einzubringen. Und zwar in Feldern, die noch nicht einmal etwas mit der Trachtensache zu tun haben müssen. Wir haben beispielsweise erst vor einiger Zeit eine ältere Dame begrüßt, die sich gleich an unserem Kinder-Bastelstand am Christkindlmarkt auf Burg Gruttenstein engagiert hat. Ich bin mir sicher, das ist bei den meisten Vereinen so. − jagWas Willy Weber junior als Vorsitzender der Saalachthaler Trachtler außerdem über die Probleme von Ehrenamtlichen sagt, lesen Sie in der Ausgabe vom 3. Januar im Reichenhaller Tagblatt/Freilassinger Anzeiger.




URL: http://www.heimatzeitung.de/lokales/berchtesgadener_land/2786900_Er-ist-der-Mann-fuer-die-Ehrenamtskarte.html
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