03.01.2018

Aus Asien eingewanderter Pilz bedroht heimische Eschen


von Rainer Georg Zehentner


Das Eschentriebesterben breitet sich aus. Dieses Waldstück am Mittergraben in der Freilassinger Salzachau ist wegen der vielen umgestürzten Bäume fast nicht mehr begehbar. − Foto: Rainer Georg Zehentner

Das Eschentriebesterben breitet sich aus. Dieses Waldstück am Mittergraben in der Freilassinger Salzachau ist wegen der vielen umgestürzten Bäume fast nicht mehr begehbar. − Foto: Rainer Georg Zehentner

Das Eschentriebesterben breitet sich aus. Dieses Waldstück am Mittergraben in der Freilassinger Salzachau ist wegen der vielen umgestürzten Bäume fast nicht mehr begehbar. − Foto: Rainer Georg Zehentner


Ist es ein Sinnbild für unsere Zeit? Die Weltesche Yggdrasil bildet in der germanischen Mythologie die Mitte des Universums. Mit ihrer Krone schafft sie die Verbindung zum Himmel, mit ihrem Stamm zur Erde und mit ihren Wurzeln zur Unterwelt.

Die "Mitte des Universums" ist heute in ihrem Bestand bedroht. Das Eschentriebesterben, ausgelöst von einem aus Asien eingewanderten Pilz, dem "Falschen Weißen Stängelbecherchen", breitet sich, auch begünstigt durch die Klimaerwärmung, seit zehn Jahren in großer Geschwindigkeit aus. Die Verbindung Yggdrasils zum Himmel ist abgeschnitten: Mitten in der Vegetationsperiode werden die Baumkronen plötzlich dürr und sterben ab. Und auch ihr Verbindung zur Unterwelt ist gekappt: Das mächtige Wurzelwerk bildet sich bei den befallenen Exemplaren ständig zurück, bis es nicht mehr vorhanden ist.

Die befallenen Bäume sterben von oben her ab

Die ersten Symptome des Befalls sind schüttere Kronen, vertrocknende Blätter und Zweige. Da der Pilz die Leitungsbahnen befällt, stirbt der Baum von oben her ab. An der Rinde bilden sich dann gelblich-braune oder rötlich-braune Nekrosen. "Ganz Mitteleuropa ist betroffen. Bei uns gibt es keine Regionen oder Standorte, die nicht betroffen wären", weiß der Forstexperte Alfons Leitenbacher. "Überrascht waren wir alle, wie rasch dieses Sterben über Europa hinweggezogen ist", sagt der Leitende Forstdirektor und räumt ein: "Es gibt keine Lösung, der Pilz ist nicht bekämpfbar, denn seine Sporen sind überall."

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