03.01.2018

Königssee-Schifffahrt greift durch: Maulkorbpflicht für Hunde


von Kilian Pfeiffer


Ein Maulkorb ist nun für alle Hunde, unabhängig von Größe und Rasse, auf den Königssee-Schiffen Pflicht. Ausnahmen gibt es nur, wenn das Tier in einer Hundebox transportiert wird. − Foto: Zechbauer

Ein Maulkorb ist nun für alle Hunde, unabhängig von Größe und Rasse, auf den Königssee-Schiffen Pflicht. Ausnahmen gibt es nur, wenn das Tier in einer Hundebox transportiert wird. − Foto: Zechbauer

Ein Maulkorb ist nun für alle Hunde, unabhängig von Größe und Rasse, auf den Königssee-Schiffen Pflicht. Ausnahmen gibt es nur, wenn das Tier in einer Hundebox transportiert wird. − Foto: Zechbauer


Es ist alles andere als eine Schikane, findet Marcus Weisbecker, Prokurist der Bayerischen Seenschifffahrt: Am Königssee gilt seit Anfang des Jahres nun eine Maulkorbpflicht. "Wir hatten einige Vorfälle zu beklagen", sagt er. Weil der Platz auf den Königssee-Booten begrenzt ist und der Mittelgang eng, habe man sich zur Maulkorbpflicht entschieden. Bei 10000 Hunden pro Jahr sei das "eine rein vorsorgliche Maßnahme". Die Körbe sollen fürs Erste zum Selbstkostenpreis auch auf den Schiffen angeboten werden.

Wer mit dem Boot über den Königssee fährt, weiß um den geringen Platz Bescheid. Dicht an dicht sitzen die Fahrgäste hier. Hunden bleibt der Gang in der Mitte. Marcus Weisbecker sagt, dass es so Manchem unangenehm sei, "wenn der Hund seine Schnauze auf dem Knie des Nachbargastes ablegt". Ein großes Problem sei das Königssee-Echo, das mitten auf dem See gespielt werde. Der Klang der Trompete, der sich in der Wand bricht, sei für so manchen Vierbeiner nur schwer zu ertragen. "Da sind einige Hunde schon wirr davon geworden."

Und in der Tat ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Situationen gekommen, in denen Hunde in die Hose oder den Schuh eines Fahrgastes bissen. Oder sich gegenseitig. "Nichts Schlimmes", fügt Weisbecker hinzu. Aber in jedem Fall unangenehm für den Betroffenen sowie den Hundehalter. Mit den Auseinandersetzungen durfte man sich bei der Bayerischen Seenschifffahrt herumschlagen. Bislang konnten alle Vorfälle gütlich beigelegt werden, wirklich verletzt wurde niemand. "Das soll auch so bleiben", sagt er. Man habe eine Fürsorgepflicht, der man nun nachkommt. "Wenn wir abwarten und nichts tun, könnte am Ende mal ein Kind gebissen werden." Und eins ist für ihn klar: "So weit darf es nicht kommen." Deshalb hat man sich in der Geschäftsführung nun für das vollständige Verbot entschieden. Betroffen sind Hunde aller Größen. Ausnahmen mache man keine. Ob der Hund eine Schulterhöhe von 20 Zentimetern habe oder 40 Zentimeter groß sei, spiele keine Rolle.

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