08.02.2018

Förderbank KfW und Bausparkassen erhöhen Zinsen für Kredite



Im historischen Vergleich sind die Zinsen für Baufinanzierung immer noch niedrig. Allerdings zeichnet sich ein Trend zu Erhöhungen ab. − Foto: Archiv/Patrick Pleul/dpa

Im historischen Vergleich sind die Zinsen für Baufinanzierung immer noch niedrig. Allerdings zeichnet sich ein Trend zu Erhöhungen ab. − Foto: Archiv/Patrick Pleul/dpa

Im historischen Vergleich sind die Zinsen für Baufinanzierung immer noch niedrig. Allerdings zeichnet sich ein Trend zu Erhöhungen ab. − Foto: Archiv/Patrick Pleul/dpa


Die Baufinanzierung wird teurer. Diese Woche haben zum Beispiel die Förderbank KfW und die Bausparkasse Schwäbisch Hall ihre Zinssätze für Darlehen erhöht. Im historischen Vergleich sind die Zinsen immer noch niedrig, aber es zeichnet sich ein Trend zu höheren Zinsen ab.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen hat sich binnen eines Monats etwa verdoppelt. Der Referenzzinssatz für Interbankengeschäfte im Euro-Raum ist ebenfalls deutlich angestiegen. "Diese Veränderung an den Zinsmärkten dürfte auch die Tendenz zu steigenden Zinsen bei Baufinanzierungen stärken", teilte die LBS Bayern vor wenigen Tagen mit. Die Bauspartarife der LBS Bayern sind aber seit Juni 2017 unverändert, erklärt ein Pressesprecher am Donnerstag auf PNP-Nachfrage. Neben typischen Bauspardarlehen vergibt die LBS auch Annuitätendarlehen und sogenannte Sofortfinanzierungen. Deren Konditionen ändern sich häufiger. Solche Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren werden derzeit mit Nominalzinsen ab 1,10 Prozent angeboten. "Zum Vergleich: Vor zwei Monaten waren es 1,06 Prozent", so der stellvertretende LBS-Pressesprecher Dominik Müller.

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Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat am Donnerstag die Zinsen für Bausparsofortfinanzierungen erhöht. "Allerdings liegen die Zinsen für zehn Jahre immer noch bei historisch niedrigen 1,2 Prozent", erklärt Sebastian Flaith, Pressesprecher der Schwäbisch Hall. Grund dafür seien steigende Kapitalmarktzinsen und eine "kräftig gestiegene" Umlaufrendite der zehnjährigen Bundesanleihen (aktuell rund 0,75 Prozent), an der sich die Zinsen für Baudarlehen orientieren. "Nach Ansicht der meisten Experten dürften die Baufinanzierungszinsen weiter leicht ansteigen", sagt Flaith.

Für den Bereich der Hypotheken- und Immobilienfinanzierung hat auch die Wüstenrot Bausparkasse im Februar eine Zinsanpassung vorgenommen. "Im Schnitt, also berechnet über verschiedene Laufzeiten oder Beleihungsausläufe von Baufinanzierungen, betrug der Anstieg dabei in etwa 0,1 Prozentpunkte", erklärt Dirk van Issem von Wüstenrot & Württembergische. Die Bauzinsen würden nur der allgemeinen Zinsentwicklung folgen: "So notierten fünfjährige Bundesanleihen im Januar erstmals seit zwei Jahren wieder im positiven Bereich", sagt der Pressesprecher. Wüstenrot gehe davon aus, dass sich diese Entwicklung mittelfristig weiter fortsetzen werde.

Bei den Förderprogrammen der KfW Bankengruppe sind in diesem Jahr schon zweimal die Zinssätze erhöht worden. Zuletzt sind die Zinssätze am Dienstag um 0,15 Prozentpunkte angehoben worden.
Eine genaue Prognose fällt selbst den Experten schwer. Letztlich hängen die Zinsen für Immobilienfinanzierungen auch von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ab. "Sollte die EZB ihre Zinserhöhung bis in das Jahr 2019 verschieben, könnte sich ein signifikanter Zinsanstieg beim Baugeld ebenfalls erst im kommenden Jahr einstellen", sagt der Wüstenrot-Pressesprecher.

Alle befragten Bausparkassen verweisen auf die im historischen Vergleich günstigen Zinssätze und sehen aktuell noch einen guten Zeitpunkt für eine private Immobilienfinanzierung. − rmb




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