26.02.2018

Bis auf des Pudels Kern



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5501560 | Foto: Bors Roessler

Mit Adleraugen hat unser Autor Walter J. Pilsak unsere Sprache durchforstet und sich dabei tierisch gefreut, was er alles entdeckt hat. - Foto: Bors Roessler


Schimpfwort oder als Kosename − nicht selten bezeichnen wir andere Menschen mit Tiernamen! Bei Vergleichen müssen Tiere herhalten und auch im sonstigen Sprachgebrauch geht es bei uns manchmal recht tierisch zu. Um bei unserer bildhaften Ausdrucksweise zu bleiben: Da ist eine kurze Wegstrecke ein Katzensprung, ein nervöser Mensch wird "hosert" (wie ein Hase) und ein Übergewichtiger hat keinen Bauch, sondern eine Wampn wie a Kälberkou.

Einen hinterhältigen Menschen nennt man in Bayern auch "Wadlbeißer", womit ursprünglich kleine bissige Hunde gemeint waren. Überhaupt ist es seltsam, dass vor allem der Hund, der ja als bester Freund des Menschen gilt, oft für Schimpfwörter herhalten muss. "Blöda Hund", "dumma Hund" oder "Hundling" sind nur einige Beispiele. Die Schimpfgewalt scheinen wir zu verdoppeln, wenn wir Sauhund oder Schweinehund sagen und sich so zum Hund auch noch das Schwein hinzugesellt. Auch für sich ganz allein ist das "Ferkel" oder "Schwein" nicht gerade anerkennend gemeint, ganz zu schweigen von der Steigerung zu "Sau" oder "Saubär".

Selbst Affen gibt es bei uns zur Genüge, obwohl ihre Heimat woanders ist. Dies können ganz gewöhnliche Affen oder im besonderen auch Lackaffen sein. Vielleicht spielt einer nur in einem Affentheater mit. Gelegentlich bringt der eine oder andere einen Affen von einem Wirtshausbesuch mit nach Hause. Im Anschluss danach wird er wie ein Murmeltier die Nacht durchschlafen. Erst am nächsten Morgen kommt der große Katzenjammer, wenn er mit einer Katerstimmung stumm wie ein Fisch mit einem Spatzenhunger am Tisch sitzt. Er wird wohl an diesem Tag mit den Hühnern schlafen gehen! Exotisch wird es auch, wenn sich jemand wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt.

In unseren Familiennamen kommen ebenfalls häufig Tiere vor. Hier sind es Fuchs, Wolf, Vogel, Schimmel, Hirsch, Hecht und Wurm, die relativ oft vertreten sind. Bei vielen Ortsnamen sind ebenfalls Tiere im Spiel. Denken wir nur an Rehau, Fuchsmühl, Bärnau, Schweinfurt oder gar Gänsschnabel, um nur einige zu nennen.




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