05.03.2018

Was alles auf eine Kuhhaut geht



Schnörkellos und schön:  Ausschließlich ökologisches Leder verarbeitet Julia Baiz in ihrem Manufakturatelier.

Schnörkellos und schön:  Ausschließlich ökologisches Leder verarbeitet Julia Baiz in ihrem Manufakturatelier. | Foto: Mechthild Wiedner

Schnörkellos und schön:  Ausschließlich ökologisches Leder verarbeitet Julia Baiz in ihrem Manufakturatelier. - Foto: Mechthild Wiedner


Ein kleiner Turm eines Kirchenbaus führt in die Lederwerkstatt von Julia Baiz. Auf jeder Etage des Treppenhauses nehmen Glasvitrinen und Schaukästen mit Handtaschen und Accessoires a bisserl die Mühe des Aufstiegs.

Sie weisen den Weg zum "Manufakturatelier" von Julia Baiz im Dachgeschoss. "Weitaus mehr als nur ein Hobby bedeutet für mich schon seit 2011 der Umgang mit hochwertigem, vielseitig verwendbarem, ökologischem Leder", erzählt Julia Baiz. "Nach der mit dem Meisterbrief der Meisterschule in Frankfurt abgeschlossenen Ausbildung zur Orthopädieschuhmachermeisterin habe ich meine Leidenschaft im Umgang mit Leder in den Mittelpunkt meines Lebens gestellt und mich selbstständig gemacht." Bedauert hat Julia Baiz ihren Berufswechsel von der mit viel Aufwand, Platz und Kapital verbundenen orthopädischen Schuhanfertigung zur Herstellung von Alltagsgegenständen aus lederner Tierhaut keineswegs: ",Die Schuhe sind zwar schön und nützlich‘, ging es mir in der Meisterschule bei der Prüfung durch den Kopf, aber ich wollte immer schon mit Leder noch etwas anderes tun". Dass es als Arbeitsmaterial für sie keine Grenzen kennt, verraten beispielsweise die Damenhandtaschen in der Werkstatt. Groß ist auch die Auswahl der von Hand gefertigten ledernen Portemonnaies, Scheckkartenhüllen, Schulterriemen, Taschen- und Schlüsselanhänger Brieftaschen und Aktentaschen für Männer, Lederarmbänder, iPhone-Hüllen oder auch Halsbänder.

Julia Baiz berät geduldig jeden Besucher, der einen speziellen Wunsch vorbringt, wie sie auch auf Spezialanfertigungen eingestellt ist, die mehr Aufwand und Zeit benötigen. Nur zu gern erinnert sich Baiz daran, wie sie einem Raucher eine lederne Pfeifentasche anfertigte und sich ein anderer Kunde von ihr eine Schutzhülle für das Fernrohr herstellen ließ.
Die Freude an der Arbeit mit Leder hat Baiz vermutlich von ihren Eltern geerbt. Die Freude am Handwerk hat sie ihrer Mutter abgeschaut, die Keramikerin ist. Der Vater wurde als Maler und Schuhmacher Julias Vorbild.




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