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Teisendorf/Traunstein (kd) - Fast drei Jahre Freiheitsstrafe und Unterbringung für 40-jährigen Teisendorfer.  |  10.12.2013  |  18:45 Uhr

 Nach Schlägerei beim Kiesgrubenfest verurteilt

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Was geschah genau bei einer Schlägerei in den ersten Stunden des 19. Mai 2013
beim Kiesgrubenfest in Teisendorf? Wie kam ein 24-jähriger Handwerker aus
Teisendorf zu seiner blutenden Verletzung am Hinterkopf? Welche Rolle spielte
ein 3,8 Kilogramm schwerer Stein?

Das Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs kam
am Dienstag zu dem Ergebnis, dass der 40-jährige Angeklagte aus Teisendorf
den 24-Jährigen mit dem Stein auf den Kopf geschlagen und sich deshalb der
gefährlichen Körperverletzung schuldig hat. Vom versuchten Totschlag hingegen
sprach das Gericht den Mann frei.

Die Kammer verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren zehn Monaten Haft
und ordnete die Unterbringung des Angeklagten in einer Entzugsanstalt an - wegen
seinem Alkoholmissbrauch und seiner Medikamentenabhängigkeit. Das bedeutet: Der
40-Jährige muss die Strafe nicht im Gefängnis verbüßen, sondern kann sofort eine
Therapie antreten.

Laut Anklageschrift von Staatsanwalt Andreas Miller begann alles gegen 1.30
Uhr am Lagerfeuer mit einem Disput über eine lange zurückliegende Drogensache.
Der 40-Jährige forderte den 24-Jährigen kurz danach auf, mit ihm zu mitzukommen.
Gemeinsam gingen sie circa 100 Meter Richtung Wald. Plötzlich spürte der
24-Jährige einen Schlag mit einer Bierflasche gegen den Kopf, gefolgt von einem
Fausthieb. Das Opfer fiel zu Boden. Danach soll der Angeklagte zweimal mit dem
Stein zugeschlagen haben.

Nach drei Tagen im Krankenhaus hatte er zwei Wochen lang ?ziemliche
Kopfschmerzen?, so das Opfer im Zeugenstand. Einige Zeit hatte der
24-Jährige Angst, im Dunkeln allein unterwegs zu sein, wie er auf
Nachhaken des Schwurgerichts eingestand. Der Zeuge versuchte gestern zunächst,
das Geschehene zu beschönigen.Man habe gerangelt: ?Jeder habe dem
anderen etwas mit gegeben.? Den Stein erwähnte er gestern anfangs gar
nicht.

Dazu Vorsitzender Richter Erich Fuchs: ?Entweder Sie haben damals bei der
Polizei gelogen. Oder Sie lügen heute. Märchen lassen wir uns nicht auftischen.
Entweder Sie sind mit dem Stein geschlagen worden oder es war ganz anders.?
Daraufhin wurde die Erinnerung des 24-Jährigen doch konkreter. Er habe zweimal
einen ?Riesenschlag? verspürt: ?Das hat gescheit weh getan in meinem Kopf. Ich
dachte, jetzt muss ich schauen, dass ich Land gewinne.?

Auf die Frage, warum er das Geschehen zunächst anders erzählt habe, ob er dem
Angeklagten habe helfen wollen, antwortete der Zeuge: ?Er hat Frau und Kind zu
Hause.?

Staatsanwalt Andreas Miller plädierte auf dreieinhalb Jahre
Freiheitsstrafe wegen mindesten eines Schlags mit dem Stein auf gefährliche
Körperverletzung. Der Verteidiger, Jörg Zürner aus Mühldorf, beantragte zwei
Jahre wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Auf den Stein sei das Opfer
gefallen.

Das Gericht folgte dem Staatsanwalt hinsichtlich gefährlicher
Körperverletzung mit dem Stein, der Flasche und den Faustschlägen.








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