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30.11.2012  |  00:00 Uhr

Geothermie heizt die Gemüter an

Emotionen in der Informationsveranstaltung von Gemeinde und Geoenergie mit den Anliegern in Bruck

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Garching (fb). Von Emotionen beherrscht war eine Informationsveranstaltung zum Geothermie-Projekt in Garching, zu dem die Gemeinde im Namen des Projektbetreibers Geoenergie Bayern die Anlieger des Standorts Bruck ins Gasthaus Schartner geladen hatte. "Warum ein Kraftwerk in Bruck? Baut’s das doch nach Garching rein!" Dieser Zwischenruf eines Teilnehmers, noch bevor Geoenergie-Geschäftsführer Bernhard Gubo seine Ausführungen begann, gibt in etwa den Tenor des Abends wider. Gubo hatte in der Runde auch insofern einen schweren Stand, als er bei den Antworten immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen wurde.

Die Versammlung sei einberufen worden, um die Interessen der Nachbarn des geplanten Geothermie-Kraftwerks wahren zu können, so der Geschäftsführer. Deren Befürchtungen traten bei der Diskussion klar zutage: Sie befürchten Schäden an ihren Häusern und Beeinträchtigungen in der Lebensqualität, verursacht beispielsweise durch Mikro-Erdbeben als Folge der Tiefenbohrung, durch Lärmbelastung oder durch helles Scheinwerferlicht während der rund einjährigen Bohrzeit.Fernwärmenetz zu nutzen, führte Bürgermeister Wolfgang Reichenwallner aus. Ob es wirtschaftlich möglich sei, ein derartiges Fernwärmenetz bei den strukturellen Gegebenheiten Garchings aufzubauen, werde durch eine Studie geprüft.

Gubo sagte, in Bruck seien zwei Bohrungen in eine Tiefe von 3800 Meter vorgesehen. Erwartet werde 128 bis 130 Grad heißes Wasser. Geplant sei eine Förderung von 150 Litern pro Sekunde. Die Bohrung sei mit neun bis zwölf Monaten kalkuliert und solle im Sommer beginnen.

Eine erste Auseinandersetzung gab es zum Einsatz des für den Kraftwerksbetrieb vorgesehenen Kältemittels. Gubo nannte das für das geplante Kraftwerk in Kirchweidach geplante Kältemittel R507A, das nicht explosiv, nicht brennbar und nicht toxisch sei. Er konnte jedoch noch keine Auskunft über das für Garching vorgesehene Kältemittel geben, da diese Werke noch nicht geplant seien. Ein Besucher empörte sich über diese Unkenntnis und nannte als Gegenbeispiel für ein mögliches Kältemittel R143A, das hochentzündlich, hochexplosiv und toxisch sei.

Wie Gubo auf Nachfrage des Anzeigers erläutert, könne aus Gründen der Effektivitätssteigerung des Kraftwerks auch ein anderes Mittel als in Kirchweidach zum Einsatz kommen, denn es würden immer neue Arbeitsstoffe entwickelt und der Entwicklungsstand zum Zeitpunkt des Kraftwerksbaus sei jetzt noch nicht absehbar. "Wir werden selbstverständlich darauf achten, dass es zu keiner Gefährdung kommt." Auf R143A angesprochen, sagt Gubo: "Wir wollen’s nicht nehmen."

Befürchtungen äußerten die Anwohner auch hinsichtlich der Lärmbelästigung durch am Kraftwerk laufende Lüfter. Gubo sagte zu, sich zu erkundigen, wo der nächste Standort baugleicher Lüfter sei, über deren Lärmentwicklung man sich dann im Betrieb informieren könne. Sollte die Lärmemission in Bruck zu groß sein, würde das Landratsamt Kontrollmessungen durchführen. Bestätigen diese eine zu hohe Emission, so Gubo, sei seine Firma gehalten, Abhilfe zu schaffen oder den Betrieb einzustellen. Derzeit sei die Lärmemission im Rahmen eines Gutachtens festgestellt und liege unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Da diese Berechnung im Zuhörerkreis angezweifelt wurde, schlug Gubo vor, die Anlieger könnten ein Gegengutachten erstellen lassen.trage und dass das Unternehmen entsprechend versichert sei. Er stimmte auch vorbehaltlos dem Vorschlag zu, die Häuser im Vorfeld zu fotografieren, um spätere Schäden als Folge des Geothermie-Projekts feststellen zu können. Im späteren Verlauf des Abends war auch von Gutachten anstelle von Fotos die Rede. Bernhard Gubo sicherte die Beantwortung aller noch offen gebliebenen Fragen zu und zeigte sich aufgeschlossen für jegliche Anregung aus der Bürgerschaft, die zur Verbesserung der Situation für die Anlieger während der Bohrzeit und beim Kraftwerksbetrieb beitragen könne. "Wenn Sie Ideen haben, die pragmatisch sind, bitte kommen Sie auf mich zu", so Gubo.

Eine rein thermische Nutzung des Tiefenwassers, die von den Anliegern vorgeschlagen wurde, "rechnet sich für die Bürger in 100 Jahren nicht", sagte Bürgermeister Reichenwallner.

Ihre Ablehnung des Geothermie-Projekts fassten die Anlieger in vier Punkte: der Schutz Betroffener sei unzureichend, es sei ein weiterer Schritt zur Zerstörung der Alzauen, die Energiegewinnung trage zur Verteuerung der Strompreise bei und bei Umsetzung des Projekts gebe es einen Gewinner und zahlreiche Verlierer.

Die Vorteile der Geothermie stellte Gubo auf Nachfrage dar: wetterunabhängig, kein Flächenverbrauch, Einsparung von Primärenergien und Gewerbesteuer für die Standortgemeinde. (Siehe auch Bericht Seite 16)








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