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02.06.2012  |  09:10 Uhr

Arbeit ruht: Meißel ist abgebrochen

Geothermie-Maßnahme liegt um sechs Wochen hinter dem Zeitplan – Kaum jemand aus Bayern: Facharbeiter fehlen

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Traunreut (mix). Eine rund sechswöchige Verzögerung gegenüber dem Zeitplan hat es an der Geothermie-Baustelle in Traunreut gegeben. Grund dafür ist, wie Geschäftsführer Dipl.Ing. Thomas Neu beim Besuch einer Delegation des FDPKreisverbandes informierte, dass man zum einen in rund 2300 Metern Tiefe auf Gas gestoßen sei und das außerdem kurz vor dem Besuch ein Meißel im Bohrloch zerbrochen sei, der erst geborgen und erneuert werden musste.

Deshalb stand zum Zeitpunkt des Besuches der Bohrer aufgrund der notwendigen Reparatur still. Neu erklärte weiter, dass die Bohrung mittlerweile in einer Tiefe von etwas mehr als 4000 Meter angelangt sei. Bis 4300 Meter soll noch gebohrt werden. Neu erwartet, Ende Juli oder Anfang August auf heißes Wasser zu treffen. Dies werde dann auch deutlich sichtbarsein, da an der Bohrstelle durch das heiße Wasser Dampfschwaden entstehen werden. "Wenn es nicht dampft, sind wir nicht fündig geworden", erklärte Neu. Wenn diese Dampfschwaden auftreten, könnte es seinen Angaben zufolge vorübergehend zu Geruchsbelästigungen kommen, da auch Schwefel mit dem heißen Wasser an die Oberfläche befördert werde.

Dass die private Investorengruppe, die die Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH betreibt, gerade hier das erste ihrer sechs bis acht geplanten Geothermieprojekte begonnen hat, liegt nach Angaben des Geschäftsführers an der Tatsache, dass die Stadt bereits über ein Fernwärmenetz verfügt und dieses ausbauen möchte. Ein Vertrag zur gesicherten Abnahme der Wärme sei dem Projekt vorausgegangen. Im Winter werde das Kraftwerk vor allem wärmeorientiert arbeiten und Fernwärme liefern, im Sommer solle der Schwerpunkt auf der Stromerzeugung liegen.

"Wir suchen noch eine Nutzung für die entstehende Abwärme", betonte Neu. Diese könnte beispielsweise für Treibhäuser oder einen Wellnessbetrieb genutzt werden. Wenn alles planmäßig laufe, sollte in der Heizperiode 2013/14 die Fernwärme erstmals an die Stadt Traunreut geliefert werden können. Ab dem zweiten Quartal 2014 könnte dann auch Strom ins Netz eingespeist werden.

Auf Nachfrage der Besucher erklärte der Bergbau-Ingenieur, dass im Landkreis Traunstein durchaus zehn bis zwölf solcher Geothermianlagen möglich seien. Erst dann wäre die Kapazität ausgeschöpft. Im Vergleich beispielsweise zur Stromerzeugung mit Windkraft oder Photovoltaik betonte er, dass die Geothermie rund um die Uhr laufe: "Wir arbeiten 8300 Stunden im Jahr." Und dafür sei ein geringer Flächenverbrauch nötig in der Größe von rund zweieinhalb Fußballfeldern. Auch werde die Anlage des Kraftwerkes nicht stören, sondern sich in die Landschaft einfügen.

Der Geschäftsführer gab im Gespräch mit den Politikern auch zu, dass die Geothermie für den Verbraucher noch relativ teuer sei und billiger werden müsse. Dazu bräuchte man aber erst Projekte, die laufen und Erfahrungswerte liefern. "Wir müssen hochkommen mit der Leistung und runter mit den Kosten", so Neu.

In das Projekt in Traunreut würden rund 70 Millionen Euro investiert. Allerdings bräuchte die Geothermie auch dringend Facharbeiter, sie leide derzeit an massivem Fachkräftemangel: "Es müssen junge Leute her, die sich mit der Materie befassen und auskennen, wenn die Projekte in Zukunft laufen sollen."

Bei der Anlage in Traunreut gebe es verschiedene Möglichkeiten, Praktika zu machen oder Studienarbeiten anzufertigen. Die Arbeiter, die im zweiwöchigen Rhythmus durchgehend arbeiten und dann genauso lange frei haben, kommen nach Neus Angaben aus dem gesamten Bundesgebiet, weil in Bayern keine oder nur sehr wenig entsprechend ausgebildete Fachleute zu finden seien.

Bürgermeister Franz Parzinger erläuterte den Besuchern das Fernwärmenetz der Stadt Traunreut. Dabei würden in erster Linie Firmen, kommunale Gebäude und größere Wohnblocks mit Fernwärme versorgt. Bei Einfamilienhäusern lohne sich der Aufwand aufgrund der zu geringen Abnahmemenge kaum, erklärte er. Ihm sei von Anfang an wichtig gewesen, dass die Bürger von Traunreut auch etwas von dem Kraftwerk haben, das vor ihrer Tür errichtet werde.

An dem Besuch des FDPKreisverbandes hat auch der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Horst Meierhofer, teilgenommen.








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