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20.06.2012  |  00:00 Uhr

"Energieriesen" Erde nutzen

Erdwärme Bayern informiert über Geothermie und seismische Untersuchungen in der Region

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Trostberg (fam). 99 Prozent des "Energieriesen Erde" sind heißer als 1000 Grad Celsius. Auf der Suche nach heißem Wasser im Raum Trostberg befindet sich derzeit das Unternehmen Erdwärme Bayern (wir berichteten). Seit Ende letzter Woche schwärmen Vibrationsfahrzeuge aus, um ErdwärmeVorkommen in der Tiefe zu erforschen. Mit einem Info-Abend am Montag im Postsaal boten Projektplaner Heiko Wilhelm und Geologe Winfried Büchl von Erdwärme Bayern Einblick in die Vorgehensweise.

Ein mögliches GeothermieKraftwerk in Trostberg könnte eine Leistung von zehn Megawatt erbringen und Strom für 60 000 Personen erzeugen, so Wilhelm. Als Jahresstromproduktion nannte er 80 Millionen Kilowattstunden. Für Erdwärme Bayern ist ein derartiges Projekt mit großen Investitionen verbunden: Wilhelm bezifferte den Betrag mit 50 bis 60 Millionen Euro. Schon allein eine Bohrung kostet zehn Millionen Euro. Die Bohrung sei dabei das finanziell Riskanteste. Denn es bestehe die Gefahr, auf kein Thermalwasservorkommen zu stoßen. Eine Bohrung dauert vier Monate, man braucht mindestens zwei bis vier Bohrungen. Zuvor muss natürlich erst einmal ein Bohrplatz genehmigt und ein 50 bis 60 Meter hoher Bohrturm errichtet werden. Danach werden die Bohrflächen wieder zurückgebaut und eine Energiezentrale – quasi ein Kraftwerk – errichtet.

Der Wirkungsgrad eines Geothermie-Kraftwerks sei mit zehn bis 13 Prozent zwar gering – ein Kohlekraftwerk habe einen Wirkungsgrad von 40 Prozent –, doch bei der Erdwärme werde eine Energie genutzt, die erneuerbar und unerschöpflich ist. Da die Energie direkt vor Ort gewonnen wird, fielen keine Transportkosten an.

"Erdwärme ist rund um die Uhr verfügbar", so Wilhelm. Die Nutzung sei sauber, es würden keine Schadstoffe ausgestoßen. Damit leiste man einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende vor Ort und zum Klimaschutz. Zudem erhalte die Region über Steuereinnahmen und sei auf weniger Energie-Importe angewiesen.

Laut Wilhelm erreicht im Voralpenland das Wasser in der Erde eine Temperatur von bis zu 150 Grad Celsius. Im Raum Trostberg soll 4,5 Kilometer in die Tiefe gebohrt werden, das Unternehmen erwartet hier eine Wassertemperatur von 145 Grad Celsius.

Es werde dem Grundprinzip des thermischen Wasserkreislaufs gefolgt. "Wir bohren tiefe Brunnen", so Wilhelm. Heißes Wasser wird zu Tage befördert, die Wärme wird an die Energiezentrale weitergeleitet, um dort eine Turbine anzutreiben. Über einen weiteren Brunnen wird das abgekühlte Wasser wieder in die Erde zurückgeführt.

Vier große Schritte umfasst das Geothermie-Projekt: die geologische Vorerkundung – die seismischen Untersuchungen, die derzeit mit den Vibrationsfahrzeugen erfolgen –, die Standortwahl der Geothermie nach Test der Bohrungen, der Bau der Energiezentrale und die Energieerzeugung. Die exakte Temperatur und die Ergiebigkeit des Thermalwasservorkommens sind erst nach den Bohrungen bekannt. Erdwärme Bayern will Strom produzieren, aber auch Wärme abgeben – zum Beispiel an Industrie und Landwirtschaft.

Für die seismischen Untersuchungen, die nach Angaben Wilhelms voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen sein sollen, werden verschiedene Messrouten markiert und Sensoren – sogenannte Geophone – ausgelegt. In einer Kolonne mit drei Vibrationsfahrzeugen werden Schallwellen in den Untergrund gesendet. Wilhelm betonte, dass dies ausschließlich auf Straßen und Wegen, nicht querfeldein, geschehe.

Wilhelm und Büchl sehen in der Region Trostberg ein großes Potenzial für Erdwärme. "Trostberg ist eine Super-Ecke", zeigte sich Büchl überzeugt.








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