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14.01.2013  |  00:00 Uhr

Freude über Ende der Bohrpläne

RAG Austria sieht von Erdgasbohrungen am Langbürgner See ab – Politische Reaktionen parteiübergreifend positiv

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Bad Endorf. Die RAG Austria hat am Freitag mitgeteilt, die Planungen zu den Erdgasbohrungen am Langbürgner See nicht weiter zu verfolgen (wir berichteten kurz). Der Projektfokus des Unternehmens, so die Begründung, habe sich so verschoben, dass andere Projekte den Vorzug erhielten. Auf politischer Ebene löst dieser Beschluss positive Reaktionen aus – parteiübergreifend.

Landtagsabgeordnete Claudia Stamm und der GrünenKreisverband Rosenheim beglückwünschten in einem Schreiben die Bürgerinitiative gegen die Erdgasbohrung und alle Bürger, die mitgeholfen hatten dieses Projekt zu verhindern. Nicht zuletzt mit den Ortsbesichtigungen und Vorträgen der Bundestagsabgeordneten Hans Josef Fell, Beate Walter Rosenheimer und der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm habe man aufzeigen können, dass eine echte Energiewende keine Erdgasbohrungen braucht, sondern nachwachsende Rohstoffe wie die Sonne, Energieeinsparung und vor allem die politische Entschlossenheit, dies gegen die Lobby der Energieversorger durchzusetzen. Claudia Stamm als die Kandidatin der Grünen in Rosenheim begrüßt die Entscheidung: "Die Bürger werden in Zukunft genau schauen, wer grüne Politik macht und wer ihnen alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen will."

Mit großer Erleichterung kommentiert die Rosenheimer SPD-Abgeordnete Maria Noichl das endgültige Aus der Planungen der Erdgasbohrungen unter dem Langbürgner See. "Dass dieser Wahnsinn jetzt ein Ende hat, ist voll und ganz zu begrüßen", so Noichl, betont aber zugleich, dass immer noch Baustellen offen zurück bleiben: "Das unsägliche Bergrecht, das die Bürger und Kommunen ausgrenzt und die offene Frage: Bezieht sich der Schutz eines Naturschutzgebietes nur auf die Oberfläche oder auch auf die Erd- und Steinschichten darunter?" Sie wollen an diesen Punkten aktiv weiterarbeiten, so Noichl. Den Aktiven des Bündnisses gegen die Bohrungen gratulierte sie zu ihrem Erfolg und ihrem Durchhaltevermögen.

Auch Klaus Stöttner, Rosenheimer Landtagsabgeordeter der CSU, freut sich über die Entscheidung der RAG. "Dies ist ein guter Tag für die Menschen im Landkreis Rosenheim", betonte Stöttner am Freitag. "Der gemeinsame Einsatz für den Erhalt unserer unberührten und schützenswerten Landschaft hat sich gelohnt." Erst in dieser Woche hatten Stöttner und der Rosenheimer Landrat Josef Neiderhell bei einem Gespräch mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Umweltminister Marcel Huber vor den großen Bedenken der Bürger in der Region gewarnt und die Minister um Unterstützung gebeten: "Die Energiewende können wir nur gemeinsam mit den Menschen schaffen, nicht gegen sie" – so der Appell. Das Wohlergehen und die Gesundheit der Bevölkerung stehe an erster Stelle, sagte Stöttner. Daher hatte er auch gefordert, das Antragsverfahren der RAG Austria zu unterbrechen und die wasser- und naturschutzrechtlichen Fragen lückenlos und umfangreich zu prüfen und zu beantworten.

Dass die RAG nun von dem Vorhaben ablässt, bewertet Stöttner als einen gemeinsamen Erfolg: "Die Bürgerinitiativen in Breitbrunn und Bad Endorf haben in den vergangenen Monaten durch ihr engagiertes Vorgehen einen wichtigen Beitrag geleistet. Als zuständiger Stimmkreisabgeordneter habe ich die Ängste und Sorgen der Menschen sehr ernst genommen und mich auf politischer Ebene dafür eingesetzt, dass die Bürger beteiligt werden und die offenen Sachfragen transparent und umfassend geklärt werden", so der Abgeordnete. Die Entscheidung der RAG sei ein Beweis dafür, dass auch das Unternehmen erkannt habe, dass die Bohrung nicht gegen den Willen der Bürger durchzusetzen sei. "In Zukunft müssen wir die Menschen vor Ort mitnehmen, sie frühzeitig in Entscheidungen mit einbinden und dadurch Ängste abbauen. Wir brauchen Vertrauen zwischen Wirtschaft, Politik und der Bevölkerung", so Stöttner.








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