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04.10.2012  |  00:00 Uhr

Interesse an Fernwärmeversorgung

Informationsfahrt zu Geothermie-Anlagen bei München – 46 Garchinger mit dabei – Energie kommt ins Haus

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Garching (fb). 46 Personen haben am Wochenende an einer Informationsfahrt von Geoenergie Bayern zu den GeothermieAnlagen in Unterhaching und Sauerlach teilgenommen, um sich vor Ort über den Betrieb derartiger Werke zu informieren. Neben dem Geothermie-Projekt in Kirchweidach sind zwei Standorte in Garching für Geothermie-Heizkraftwerke vorgesehen: Bruck und Harteck. Seitens der Gemeinde nahm unter anderem Zweiter Bürgermeister Klaus Kamhuber an der Fahrt teil, die von Geoenergie-Geschäftsführer Bernhard Gubo geleitet wurde.

Er sicherte den Teilnehmern zu, dass die Bürger in den weiteren Ablauf der Garchinger Projekte, die von Geoenergie alleine getragen werden, mit Informationsveranstaltungen eingebunden würden. Der zeitliche Rahmen sieht Gubo zufolge derzeit die Planung des Bohrplatzes in Bruck vor. Im April oder Mai nächsten Jahres solle dieser eingerichtet, im Juni oder Juli mit den Bohrungen gestartet werden. Nach neun bis zwölf Monaten erhoffen sich die Initiatoren Ergebnisse. In Harteck sei der Ablauf mit einem halben Jahr Abstand zu Bruck geplant.

In Unterhaching führte Wolfgang Geisinger als Geschäftsführer der größten kommunalen Geothermie-Anlage Europas die Besucher. Das Werk legt die Priorität auf die Fernwärmeversorgung der Gemeinde. Strom wird nur nachrangig produziert. In Garching würde die Stromproduktion dagegen im Vordergrund stehen, sagte Gubo. In den Gesprächen zeigte sich, dass einer möglichen Fernwärmeversorgung der Wohngebäude mittels Geothermie großes Interesse der Garchinger Bürger galt. Ob dies verwirklicht werden könne, hänge von verschiedenen Faktoren ab, so Gubo: Zuvorderst müssten die Bohrungen erfolgreich sein, parallel dazu plane die Gemeinde, ein Kataster zu erstellen, um den Bedarf für eine Fernwärmeversorgung zu ermitteln und abschließend müssten sich Investor und Gemeinde über die finanziellen Modalitäten für die Abnahme von Fernwärme einigen. Möglicherweise 2016/17 könnte in Garching ein Geothermie-Werk den Betrieb aufnehmen, so Gubo in einer vorsichtigen Schätzung auf Nachfragen der Bürger.

Wolfgang Geisinger machte jedoch deutlich, dass sich die Fernwärmeversorgung einer Gemeinde mit überwiegend Reihen- oder Einzelhausbebauung schwierig gestalten dürfte. Lukrativ seien große Wohneinheiten, etwa Hochhäuser, oder Industriebetriebe, wo mit einem einzigen Anschluss ein hoher Wärmebedarf gedeckt werde. Dazu seien die Voraussetzungen in Unterhaching sehr günstig, wenngleich auch hier noch einige Wohngebiete nicht angeschlossen seien. Den Preis für einen Hausanschluss in Unterhaching bezifferte Seifinger mit 2000 bis 2500 Euro. Im Gebäude werde dann nur noch ein Boiler, aber keine Brenner mehr für die Heizung benötigt. "Geothermie liefert keinen Rohstoff, sondern fertige Energie über eine Wärmetauscherstation", so Geisinger. Er wies darauf hin, dass der Aufbau des Fernwärmenetzes Angelegenheit der Gemeinde sei, die auch die Preisgestaltung für die Anschlüsse vornehme.

Zu möglichen Lärmbelästigungen durch eine GeothermieAnlage sagte Geisinger, dass die Schallemission des Unterhachinger Werks 32dbA in der Nacht nicht übersteigen dürfe – dies sei vergleichbar mit Verkehrslärm. Für die Bohrphase könnten Hilfsmaßnahmen wie etwa die Errichtung von Schutzwänden ergriffen werden, wenn die Wohnbebauung sehr nahe am Bohrplatz liege. Geruchsemissionen gingen vom Werk nicht aus. Auch hier könnten lediglich in der Bauzeit kurzzeitige Geruchsbelästigungen auftreten, wenn das mit Mineralien versetzte Thermalwasser bei Tests an die Oberfläche befördert wird, oder bei der Spülung. In kleinen Gruppen wurden die Besucher anschließend durch das Werk geführt, wo ihnen die Stationen zur Wärmeerzeugung und -weiterleitung sowie zur Stromproduktion gezeigt wurden.

In Sauerlach konnte die Anlage nur von außen besichtigt werden, da der Betrieb derselben noch nicht angelaufen sei. Eine weltweite Besonderheit dieses Werks war jedoch auch so zu erkennen: Aufgrund fehlender Fläche wurden hier die notwendigen Kühleinrichtungen auf dem Dach des Gebäudes installiert.








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