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30.09.2011  |  00:00 Uhr

Der "gute Onkel" am Campingplatz

68-Jähriger missbraucht kleine Mädchen – Weitere Versuche, sich Kindern zu nähern – Beschwerde gegen Haftbefehl

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Berchtesgaden/Laufen (höf). Beim ersten Mal war das Jugendschöffengericht noch von einem "Sonderfall" ausgegangen, einem Ausrutscher, der durch die Umstände begünstigt schien. Zwei Mädchen einer befreundeten Familie hatte der 68-jährige Rentner sexuell missbraucht und erhielt dafür im Februar dieses Jahres lediglich eine Bewährungsstrafe. Was man damals nicht wusste: Es gab weitere Fälle. Auf einem Campingplatz in Berchtesgaden soll der Mann im Juli 2009 ein achtjähriges Mädchen in mindestens zehn Fällen am Geschlechtsteil berührt haben.

Der erste Verhandlungstag am Laufener Amtsgericht verlief anders, als sich das der Angeklagte und sein Verteidiger vorgestellt hatten. Anstatt mit einem "Rechtsgespräch" und diversen "Angeboten" Richter und Staatsanwalt milde zu stimmen, erließ Winfried Köpnick Haftbefehl wegen Wiederholungs- und Fluchtgefahr.

Er war der "gute Onkel" am Campingplatz, betätigte sich als Wanderführer und Animateur. Und er lud die Mädchen ein in seinen Wohnwagen zum Fernsehschauen. Dabei, so die Anklageschrift, setzte er sie auf seinen Schoß und griff ihnen in die Hose.

Das bestritt der Angeklagte auch nicht. Verteidiger Udo Vetter aus Düsseldorf hielt die Zahl von zehn Fällen lediglich für "zu hoch gegriffen". Er wollte ein "Signal" des Gerichts, wie denn ein Ergebnis aussehen könnte, wenn sein Mandant die Taten einräumt. "Wir sollten die Tür nicht unnötig zuschlagen und über kreative Lösungen nachdenken", meinte er.

"Ich wüsste nicht, was man da anbieten könnte", hielt ihm Richter Köpnick entgegen, und auch Staatsanwalt Christian Baier stellte klar: "Und wenn's nur ein Fall war: Bewährung gibt es nicht mehr". Udo Vetter machte dennoch ein Angebot: Sein Mandant könnte mit einem für ihn schmerzhaften Betrag die Staatskasse großzügig bedienen und das Opfer entschädigen. "Es ist gut, wenn man an die Opfer denkt", erklärte Köpnick, "man sollte aber auch auf zukünftige potentielle Opfer schauen." Vermutlich sei denen eher gedient, wenn man den Angeklagten "für mehrere Jahre aus dem Verkehr zieht". Auch Baier missfiel, dass der Angeklagte bisher nichts in dieser Richtung unternommen hatte.

Aus Sicht des Gerichts hat sich der Rentner in der Folge nicht im Sinne des Urteils verhalten. In therapeutische Behandlung sollte er sich begeben, was er nicht tat, und derartige Situationen vermeiden. Stattdessen aber trainierte er an seinem neuen Wohnsitz mit Kindern in einer Volleyballmannschaft. Er habe zunächst nicht gewusst, dass es sich dabei um eine Jugendmannschaft handelte, versuchte er, eine Erklärung zu liefern. "Sie suchen doch die Gelegenheit", warf ihm Winfried Köpnick vor, "denn wenn ich das erkenne, drehe ich auf dem Absatz um." Die dortige Trainerin habe den Rentner als Fachmann animiert zu bleiben, widersprach Verteidiger Vetter.

"War’s das dann?" fragte Richter Köpnick nach, "oder erleben wir hier ein Drama auf Raten? Sie sollten ungeachtet der Konsequenzen reinen Tisch machen", empfahl er dem Rentner. Mehr war nicht, beteuerte dieser. Und Rechtsanwalt Vetter zeigte sich überzeugt, dass sein Mandant "intelligent genug" sei und ihn letztlich die Angst vordem Gefängnis vor weiteren Taten abhalten werde. "Seine bürgerliche und soziale Existenz wäre nach einer mehrjährigen Haftstrafe zerstört", bat der Verteidiger um Milde.

Diese Nachsicht zeigte Staatsanwalt Christian Baier nicht. Im Gegenteil: Er sieht eine Wiederholungsgefahr und beantragte, Haftbefehl zu erlassen. "Das ist doch die nackte Nötigung", echauffierte sich Vetter, "und der Zeitpunkt, ein Geständnis zu erpressen, so offensichtlich fies gewählt."

Die drei Richter des Jugendschöffengerichtes zogen sich daraufhin zur Beratung zurück. Und als sie wiederkehrten, stand bereits die Polizei vor dem großen Sitzungssaal. Köpnick erließ Haftbefehl wegen Wiederholungs- und Fluchtgefahr, denn angesichts des möglichen Strafrahmens allein für einen Fall von sechs Monaten bis zu zehn Jahren und der notwendigen Einbeziehung der bereits verhängten Einzelstrafen, müsse der Rentner mit einer "nicht unerheblichen Freiheitsstrafe" rechnen.

Eines gab Richter Köpnick zu bedenken: "Wird es notwendig, das inzwischen zehnjährige Mädchen zu vernehmen, wirkt sich das auf die Strafzumessung nicht günstig aus." Aber Angeklagter und Verteidiger hätten noch die Chance, die "Notbremse" zu ziehen, soll heißen, ein bedingungsloses Geständnis abzulegen. "Vielleicht kommt ja noch eine Einlassung", so der Richter. Zunächst will Udo Vetter Beschwerde gegen den Haftbefehl einlegen; darüber entscheidet das Landgericht in Traunstein. In drei bis vier Wochen soll das Verfahren mit der Zeugeneinvernahme fortgesetzt werden.








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