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21.04.2011  |  14:30 Uhr

Pferdewallfahrt zu Ehren des heiligen Georg

Seit 75 Jahren Georgiritt um die Kirchenburg im oberfränkischen Effeltrich

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In kaum einem anderen Dorf der Fränkischen Schweiz gibt es so viele noch immer lebendige Bräuche wie in Effeltrich, im Landkreis Forchheim, unweit von Erlangen und Nürnberg gelegen. Einer der wichtigsten ist der des Georgirittes, der zu Ehren des Schutzpatrons von St. Georg um die einer Burg gleichenden sehenswerten Wehrkirche stattfindet. "In Effeltrich ist dieses Fest stets am Ostermontag, heuer zum 75. Mal. Es wird dabei um die Kirchenburg St. Georg sowie die uralte Dorflinde geritten, der Gottesdienst gefeiert und die Pferdesegnung zelebriert". Die Bevölkerung trägt im Verein, aber auch privat zu diesem Feiertag selbstverständlich die fränkische Tracht, und "weil der hl. Georg im Ort so beliebt ist, zählt der Vorname Georg - auch "Schorsch" genannt - noch heute zu den beliebtesten männlichen Vornamen in Effeltrich", wie ein Heimatkundler schmunzelnd berichtet.

Heldenhafter Drachentöter

Alljährlich wird das Fest zu Ehren dieses bedeutsamen Heiligen und einem der vierzehn Nothelfer in Effeltrich wie anderswo in Bayern auch zum regelrechten Besuchermagneten. In erster Linie ist St. Georg Schutzpatron von Ross und Reitern. Das zeigt sich nicht zuletzt im Brauchtum auf dem Lande. Der Gedenktag des Heiligen war für den Bauern früher ein wichtiger Zinstermin und ein Zeichen des Frühlingsbeginns. "Der heilige Georg muss den Winter erstechen", besagte eine alte Bauernregel. Dienstboten und Gesinde erhielten den ihnen zustehenden Lohn und wechselten manchmal die Herrschaft. Der Landwirt pflügte zum Namenstag den Acker um, säte aus, steckte Kartoffeln und bat den Schutzpatron um Vermittlung des Segen Gottes für gutes Gedeihen und eine reiche Ernte. Vielerorts wurde St. Georg zum Vorboten der Maifeste.

Nach diesem Tag durfte niemand mehr "ungepfändet" über Äcker und Wiesen laufen. Wurde der Tag des Heiligen festlich begangen, war im Volksglauben das Wasser als Lebenselixier wieder entgiftet, zum Trinken geeignet und besaß in der "Georginacht" eine außerordentlich heilsame Wirkung. Durch den Verzehr von Gebildebroten, die Georg auf dem Pferde reitend darstellten, versuchte man sich die ihm zuerkannten Kräfte und Tugenden wirkungsvoll selbst einverleiben zu können. In alten Aufzeichnungen ist von "Georgstalern" die Rede, die im Dreißigjährigen Krieg als vermeintlich Glück verheißende Amulette "mit Darstellung des Drachenstichs die Landsknecht und Soldaten vor Hieb und Stich" bewahren sollten. Am Georgitag war es einst üblich, Flurumritte, Bittgänge und Pferdesegnungen stattfinden zu lassen.

Pferderitt und Prozession

Manches von diesem traditionellen Brauchtum ist noch sehr lebendig und wird auch heute noch in der Fränkischen Schweiz gepflegt. Das zeigt sich insbesondere bei der Pferdewallfahrt zu Ehren des heiligen Georg in Effeltrich, wo Pfarrer Albert Löhr stets am Ostermontag nach altem Brauch den Jubiläumsumzug in der Gemeinde inszeniert, der seinen Ausgangspunkt an dem 1433 erstmals erwähnten und später zur Wehrkirche ausgebauten Gotteshaus hat. Die meisten Teilnehmer haben zum Fest "ihre typischen fränkischen Festtagstrachten mit hohem Kranz und den weißen oder roten Kopftüchern" angelegt". Der Trachtenverein Effeltrich schmückt einen eigenen Bauernwagen, auf dem verheiratete Frauen, ausgestattet mit schwarzen Tüchern, Ledige mit roten Tüchern, im Umzug mitfahren.

Der Morgen des Ostermontags beginnt in der St. Georgi-Kirche mit einem Hochamt zu Ehren des Kirchenpatrons. Zuvor schmückten die Einheimischen bereits die Fachwerkhäuser mit weiß-gelben Fähnchen. Nach dem Gottesdienst versammeln sich Hunderte von Einwohnern und Gästen unter der weit ausladenden, wohl 1000-jährigen Tanzlinde in der Ortsmitte, um dem an der Wehrkirche beginnenden Ritt recht nahe zu sein. Etwa 150 stolze Reiter auf ihren prächtig herausgeputzten Rössern sowie mit Blumen geschmückte Wagen warten auf den Beginn des Umzugs.

Die Kapelle des Trachtenvereins spielt auf, die Fahnenträger erreichen den Platz an der Dorflinde. Angeführt wird der Georgiritt von Pfarrer Löhr hoch zu Ross, der die Heiligen, insbesondere den Schutzpatron St. Georg, anruft. Er erbittet den Segen Gottes für diesen besonders feierlich gestalteten Georgiritt in der Fränkischen Schweiz und auch für die am Nachmittag stattfindende Prozession.

In der Ansprache wird auf den hl. Georg und seine Bedeutung näher eingegangen. Die Pferde werden gesegnet, bis sich mit der Aufforderung "Lasset uns ziehen in Frieden" Pfarrer Löhr mit der Reliquie des Schutzpatrons, die geschnitzte Figur des Heiligen, Fahnenträger, Bürgermeister Richard Schmitt mit der Georgifahne, die Ministranten sowie alle Reiter auf ihren Pferden und die Kutschen auf den Weg um die Dorflinde und das Gotteshaus machen.

Mit besonderen, zum Fest gebackenen Küchle, die denen zum Kirchweihfest ähneln, stärken sich die Zuschauer, schließlich wird der Ehrentag des Kirchenpatrons mit der Prozession, den Trachtenumzügen der Effeltricher Vereine und Bewirtung bis in den Abend hinein gefeiert. "Die Pferdewallfahrt in Effeltrich spiegelt lebendiges Brauchtum wider, das auf Traditionen beruht und eng verbunden ist mit dem Leben des Kirchenpatrons", erklärt der Heimatkundler. "Wird der Heilige zumeist als Drachentöter dargestellt, wohnen ihm im Alltag noch viele andere Eigenschaften inne. In unserer landwirtschaftlich geprägten, an Apfelbäumen reichen Gegend bleibt der Märtyrer St. Georg immer Schutzpatron der Bauern und Pferde", wird betont. In der Gestalt eines starken, wehrhaften Ritters verehrt man ihn auch als Nothelfer für die Landwirtschaft und ruft ihn zum Schutz der Tiere an, damit sie von Krankheiten verschont bleiben. "Der heilige Georg wird als Lichtgestalt angesehen und als tugendhaftes Vorbild gepriesen, wie es bei allen Georgi-Ritten mit Pferdebenediktion in unserer schnelllebigen Zeit immer wieder zum Ausdruck kommt". In jedem Fall erinnert eine auf den Georgiritten mitgeführte geschnitz- te Figur des verehrten Heiligen zwar an des- sen Leidensweg, aber auch an seinen Mut und die Tatkraft, mit der er den Menschen einst die "Befreiung aus der Drachengewalt des Bösen durch ein neues Bewusstsein" nahe bringen wollte.

Karl-Heinz Wiedner








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