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12.03.2011  |  00:00 Uhr

Energie aus der Tiefe

Großes Interesse bei Ortstermin zu seismischen Untersuchungen

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Schnaitsee (uk). Welch großes Interesse die derzeitigen seismischen Messungen und Untersuchungen bei Schnaitsee wecken, zeigte der Ortstermin "Geothermie im Gespräch" am gestrigen Freitagmittag in Babensham. Nicht nur die vier Bürgermeister der betroffenen Gemeinden – Vitus Pichler aus Schnaitsee, Josef Huber aus Babensham, Norbert Strahllechner aus Gars und Gerhard Forstmaier aus Unterreit – zeigten sich sehr wissbegierig, sondern auch so viele Pressevertreter wie selten.

Seit einigen Wochen werden in einem rund 100 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Gars und Schnaitsee, dem "InnAlz-Gebiet", seismische Untersuchungen in der 3D-Technik durchgeführt, um die optimalen Bohrstellen für die Geothermie zu erkunden. "Im optimalen Fall können die Kraftwerke, bisher sind zwei geplant, im Jahr 2014 in Betrieb gehen", zeigte sich der Geschäftsführer der Future Water Energy, Matthias Hiegl, beim Ortstermin sehr optimistisch. "Wenn die seismischen Untersuchungen in rund vier bis sechs Wochen abgeschlossen sind, kann die Auswertung im Labor erfolgen. Der Start der Bohrungen wären dann im nächsten Jahr", erklärte er.

Geschäftsführer Florian Fritsch von Fröschl Geothermie erklärte den Beweggrund für solche kostspieligen Unternehmungen: "Die derzeitige Situation im Nahen Osten hält es uns wieder deutlich vor Augen, dass wir uns längerfristig unabhängig machen müssen. Dafür steht die Geothermie. Es ist eine Energieart, die nicht schwankend und grundlastfähig ist. Es ist meine Überzeugung, dass wir in Zukunft unsere Energie dezentral und verbrauchsnah erzeugen werden müssen." Auf Nachfrage versicherte er, dass keine negative Auswirkungen zubefürchten sind: "Das Wasser, das bis zu 135 Grad heiß ist, wird nach Gebrauch wieder in das Thermalreservoir in den Untergrund geleitet. Dadurch wird der Wasserkreislauf wieder geschlossen. Thermalbäder holen schon seit vielen Jahren dieses heiße Wasser an die Oberfläche."

Fritsch und Hiegl lobten die perfekte Zusammenarbeit vor Ort mit den Gemeinden: "Wenn man bedenkt, dass alleine 17 öffentlich-rechtliche Genehmigungen für so ein Kraftwerk eingeholt werden müssen, kann man nachvollziehen, wie wichtig die gute und zuverlässige Zusammenarbeit vor Ort ist."

Dr. Andreas Schuck erklärte anhand von Karten, wo das betroffene Gebiet liegt und versicherte auch, dass ökologisch wertvolle Gebiete sehr schonend behandelt werden: "Durch diese 3D-Untersuchungen erhalten wir ein exaktes Bild, so dass die später festzulegenden Bohrstellen genau bestimmt werden können."

Schnaitsees Bürgermeister Vitus Pichler zeigte sich sehr überzeugt vom Nutzen der Geothermie für die Gemeinde: "Hier wird für eine umweltverträgliche Energie gesorgt. Außerdem werden wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen und die Wärmeversorgung erheblich verbessert." Nach der Vorstellung des Projektes konnten im Anschluss die schweren Fahrzeuge noch im Einsatz bei den seismischen Untersuchungen beobachtet werden.








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