• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 29.05.2017



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




20.01.2010  |  00:00 Uhr

Landwirt hat alles verloren

Gottfried Glöckner schilderte seine bitteren Erfahrungen mit der "Grünen Gentechnik"

Lesenswert (3) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Palling (zei). Rund 450 Menschen füllten den Saal beim "Michlwirt" in Palling, als der hessische Landwirtschaftsmeister Gottfried Glöckner auf Einladung von Zivilcourage Traunstein und Berchtesgadener Land referierte. Er war einer der ersten Milchbauern Deutschlands, der sich mit dem Chemie-Giganten Syngenta einließ, gentechnisch veränderten Mais anbaute und verfütterte – und bittere Erfahrungen mit der "Grünen Gentechnik" gemacht hat. Nun warnt er landauf landab vor den Gefahren.

Als ehemaliger "Vollgasbauer" wollte er die Sache wissenschaftlich angehen und dokumentierte akribisch Erfahrungen bei Anbau und Verfütterung von Genmais. Zunächst war er von der mit dem Bazillus thuringensis (Bt) infizierten Maissorte, die er auch an seine Rinder verfütterte, begeistert. Die Pflanzen produzieren ständig ein Gift, das gegen den Maiszünzler-Schädling wirksam sein soll. Das Robert-Koch-Institut testete den Mais vor der Zulassung "nur einige Monate in fragwürdigen Fütterungsversuchen", was Glöckner aber noch nicht ahnte. Er war begeistert, der Proteingehalt der Pflanzen war höher als bei herkömmlichen Sorten. Wie Glöckner später herausfand, konnten die Tiere jedoch lebenswichtige Nährstoffe über dieses Futter nicht aufschließen. Nach zweieinhalb Jahren kam es zu massiven Problemen: Seine hochprämierten Hochleistungs-Zuchtrinder bekamen Durchfall, eitrige Euter, gaben nur mehr vier bis sieben Liter Milch am Tag, es kam zu Totgeburten und Missbildungen bei Kälbchen und Todesfällen.

Er war ratlos, wurde doch von der TU Weihenstephan zugesichert, dass sich das Bt-Gift spätestens nach vier Wochen im Körper der Tiere abgegebauthätte. Er schickte Futterproben zu Syngenta. Die meinten, es sei alles in Ordnung. Er wurde misstrauisch und ließ eigene Untersuchungen anstellen. Und wurde fündig: Im Futter, das 18 Monate gelagert war, fand sich das Toxin noch immer, auch in der Milch und in der Gülle.

Als er von Syngenta und den Wissenschaftlern keine Unterstützung bekam, wandte er sich an Greenpeace und – was ihn als CDU-Mann besonders hart ankam – an Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne), der er eine Steilvorlage lieferte, um ein Verbot von Genpflanzen zu propagieren, so Glöckner.

Wie seine Nachforschungen ergaben, starben durch die BtMais-Fütterung die natürlichen Bakterien im Kuhmagen ab, die Rinder konnten nicht mehr verdauen, bekamen Durchfall und starben. Für Glöckner bedeutete das den "wirtschaftlichen Totalschaden" – neben der psychischen Belastung. "Ich habe alles genetische Tiermaterial verloren, alle Zuchterfolge sind zunichte gemacht worden", klagt er. Die Innereien der verendeten Tiere, die er zu Untersuchungen in ein Institut einschickte, seien verschwunden. Glöckner sieht darin eine Verquickung von Wissenschaft und Konzernen, wie auch im Vorfeld bereits an Untersuchungsergebnissen manipuliert wurde.

Glöckner, der im In- und Ausland von seinen Erfahrungen berichtet, bekam von Syngenta "Schadensersatz" geboten – Geld und Immobilien, wenn er keine Vorträge mehr hält. Den Maulkorb ließ er sich aber nicht verpassen. Etliche Bestechungsversuche folgten, um ihn zum Schweigen zu bringen. Just zu diesem Zeitpunkt kam es auch zu einer Wende in seinem bis dahin problemlosen Scheidungsprozess: Seine Frau wechselte den Anwalt – und er wurde auf "Vergewaltigung in der Ehe" verklagt. Was Glöckner als schlechten Scherz abtat, wurde ihm zum Verhängnis. Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der Gefängnisdirektor verrietihm, dass in seinen Unterlagen der Eintrag "Gentechnikgegner" stehe. Glöckner meint, dass er ruhiggestellt werden sollte – "ein ungeheuerlicher Vorgang in einer Demokratie". Wegen guter Führung wurde Glöckner vorzeitig entlassen, zwischenzeitlich weren jedoch sein Hof und seine Gründe versteigert.

Sein größter Wunsch ist es nun, seinen Hof wieder bewirtschaften zu können. Er fordert, dass Genpflanzen, wenn überhaupt, nur nach dem Arzneimittelrecht zugelassen werden sollten. Im Agro-Gentechnikbereich werde viel vertuscht und manipuliert. Derzeit werde wieder versucht, die Agro-Gentechnik durch die Hintertür zu etablieren. Die Politik sei bei der Einschätzung der Sachlage überfordert und höre zu viel auf Lobbyisten der Chemieindustrie statt auf Volkes Wille. Deutschland solle das Einfallstor der AgroGentechnik für Europa werden, ist sich Glöckner sicher. "Wir haben Verantwortung für unsere Kinder und würden den Politikern gerne Hilfestellung geben", meint er.

80 Prozent der Bürger in Deutschland wollten keinen Anbau von Gen-Pflanzen, jedoch agiere die Koalition von CDU und FDP und EU-Lobbyisten gegen Volkes Willen. "Es geht ja dabei um sehr viel Geld", meinte er. Mitorganisator Georg Planthaler von Zivilcourage appellierte an die zahlreichen Bauern im Saal, konsequent kein Kraftfutter mit Gensoja mehr zu kaufen. Sein Kollege Bernhard Hennes möchte Widerstandskräfte bündeln und Bauern sowie Lebensmittel-Verarbeiter dazu überreden, ohne AgroGentechnik zu produzieren. Futtermittelhändler Josef Feilmeier meinte, dass es genug heimische Futtermittel gäbe, riet aber von Raps als Alternative ab, da dies eine chemieintensive Pflanze sei und riet dagegen zum Sojaanbau, natürlich ohne GVO.

Zum Thema ist frisch ein Buch erschienen, in der auch die Geschichte Glöckners beschrieben wird: Klaus Faißner, "Wirbelsturm und Flächenbrand – das Ende der Gentechnik", ISBN: 978-3-200-01749-8.








Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2017
Dokument erstellt am










Anzeige





Tragen Sie Ihre Heimat auf der Zunge? Testen Sie es in unserem Quiz. − Foto: Montage pnp

Wie nennt man junge Küken in Niederbayern? Was ist ein "Gracherl"? Und was bedeutet eigentlich die...



Entsetzt über den gemeingefährlichen Sabotageakt, aber froh, dass nichts passiert ist, sind die Altenmarkter Biker von der "Old Bastard Gang". Auf dem Marktplatz, wo am Donnerstag zahlreiche Motorräder gesegnet wurden, hatten unbekannte Täter in der Nacht Unmengen Nägel, Schrauben und Metallteile verstreut. − Fotos: ts

Der Bilderbuch-Festtag der Biker an Christi-Himmelfahrt in Altenmarkt (Lkr. Traunstein) hätte auch...



Weil die Qualität nicht den Erwartungen entsprach, landeten den Ermittlern zufolge fast vier Kilogramm Haschisch in den Bunkern der Burgkirchner Verbrennungsanlage. − Foto: Kleiner

Mal ein paar Kilo Gras im Auto, mal vier Pfund Haschisch im Wohnmobil – einen florierenden...



Bei der Verpuffung trat eine geringe Menge Dispersionpulver aus. − Foto: Archiv

Schreckmoment im Freibad Burghausen (Landkreis Altötting): Wegen einer Verpuffung im Wacker-Werk...



Einen regelrechten Geldregen gab es am Samstagabend auf der A 9 bei Ingolstadt. − Foto: Archiv dpa

Ein Motorradfahrer hat am Samstagabend auf der Autobahn 9 buchstäblich Geld regnen lassen: Der Mann...





Gibt’s doch nicht: Wacker um Juvhel Tsoumou musste sich Schweinfurt mit 0:1 beugen. − Foto: Butzhammer

Sie haben alles auf dieses Spiel ausgerichtet − doch der Plan ging nicht auf: Mit 0:1 hat der...



Die Wacker-Fans zündeten beim Spiel in Garching auch Bengalos. − Foto: Butzhammer

Wie angekündigt ist der SV Wacker Burghausen zum letzten Regionalligaspiel dieser Saison mit einer...



"Das ist so bitter für uns": Frust pur herrschte bei den Wacker-Spielern nach dem verlorenen Endspiel. − Fotos: Christian Butzhammer

Tausendmal berührt – und wieder ist nix passiert: Der SV Wacker Burghausen und der bayerische...



Weil im Bistum Passau wie schon im Vorjahr auch 2017 wieder viele Priester in den Ruhestand gehen, entstehen in der Region Lücken in der Priesterversorgung. −Symbolfoto: dpa

Pfarrer Bruno Pöppel aus Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau) nimmt kein Blatt vor den Mund: Bei...



Der bulgarische Lastwagenfahrer rief die Polizei. −Symbolbild: dpa

Völlig entnervt rief am Dienstagabend ein bulgarischer Laster-Fahrer den Polizeinotruf und...





Julia Viellehner. − Foto: pnp

Diese Nachricht erschüttert die Sportszene: Julia Viellehner (31) ist tot. Die sympathische...



Beim Radtraining in den Bergen Mittelitaliens wurde die Winhöringerin Julia Viellehner (31, TSV Altenmarkt) am Montag in einen schweren Unfall verwickelt. − Foto: Archiv/ANA

Die aus Winhöring (Lkrs. Altötting) stammende Profi-Triathletin Julia Viellehner ist beim...



Einen ungewöhnlichen Einbruch meldet die Polizei Dachau. −Symbolbild: dpa

Einen ungewöhnlichen Einbruch hat die Polizei Dachau gemeldet. Ein 55-jähriger Mann ist in der Nacht...



Diese Waffen hat das Bayerische Landeskriminalamt sichergestellt. − Foto: BLKA

Einen Ring von grenzüberschreitenden, illegalen Waffenhändlern hat das Bayerische Landeskriminalamt...



Entsetzt über den gemeingefährlichen Sabotageakt, aber froh, dass nichts passiert ist, sind die Altenmarkter Biker von der "Old Bastard Gang". Auf dem Marktplatz, wo am Donnerstag zahlreiche Motorräder gesegnet wurden, hatten unbekannte Täter in der Nacht Unmengen Nägel, Schrauben und Metallteile verstreut. − Fotos: ts

Der Bilderbuch-Festtag der Biker an Christi-Himmelfahrt in Altenmarkt (Lkr. Traunstein) hätte auch...













Kurkonzert

29.05.2017 /// 10:00 Uhr /// Kleiner Kursaal /// Bad Füssing

Es spielt das Kurorchester Bad Füssing unter der Leitung von Anna Hoppa.
Frühjahrskonzert

29.05.2017 /// 18:30 Uhr /// Bürgerspital /// Plattling

Von der Städtischen Musikschule Plattling.
"Cello-Clubbing"

29.05.2017 /// 19:00 Uhr /// Konzerthaus Blaibach /// Blaibach

mehr
Petzenhauser & Wählt

30.05.2017 /// 20:00 Uhr /// Gasthaus zum Bräu /// Garching an der Alz

Tischtennis WM 2017 - Tag 3

31.05.2017 /// 10:00 Uhr /// Messe Düsseldorf /// Düsseldorf

Little Mix - The Glory Days Tour 2017

31.05.2017 /// 19:30 Uhr /// Olympiahalle (Eingang Ost) /// München

mehr
mehr