• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 27.02.2017



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




10.03.2010  |  00:00 Uhr

Den "blonden Engel" verabschiedet

Evangelische Christusgemeinde Trostberg feierte ihren Pfarrer Andreas Herden – "Ein guter Zeuge des Evangeliums"

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Trostberg (fam). Viel Wertschätzung, Sympathie und Dankbarkeit hat Pfarrer Andreas Herden am Sonntag erfahren. Mit einem Gottesdienst und mit einem Empfang wurde Herden aus seiner Funktion als Seelsorger der Christusgemeinde verabschiedet. Wegbegleiter, Würdenträger aus Kirche und Politik, Freunde und Verwandte haben dies genutzt, Herden Dank zu sagen und auch ordentlich zu beschenken. Herden ist zwar in Trostberg nicht mehr Seelsorger, Stadt und Gemeinde bleibt er jedoch erhalten: Sein Abschied ist rein beruflicher Natur, seit 1. März ist Herden Assistent des Geschäftsführers der Inneren Mission München e. V., Dr. Günther Bauer. Bauer war auch bei der Verabschiedung Herdens am Sonntag dabei.

Gemeinsam mit Pfarrer Wolfram Hoffmann und Vikar Dr. Ingo Klitzsch sowie Pfarrer Wolfgang Schmidt-Pasedag aus Übersee feierte Herden in der Christuskirche Gottesdienst. Bei seinem Wirken in Trostberg haben Herden viele Gruppen der Gemeinde sehr am Herzen gelegen – unter anderem die Kindertheatergruppe. Sie bot mit dem Stück "Andis Abpflug" ein "Best of"-Programm der gemeinsamen Aufführungen. Am Schluss überreichten die Kinder Herden eine Warnweste mit der Aufschrift "Pfarrer im Einsatz".

Der Begriff "Abpflug" war Anspielung auf den Pflug als Sinnbild für die Seelsorge. Herden nahm diesen Ball, den ihm die Kinder zuspielten, auf: Wer seine Hand an den Pflug legt, dürfe nicht zurückblicken. "Jesus blickt nicht zurück. Er ist geschickt für das Reich Gottes." Blickte er, Herden, nun wehmütig auf seine Zeit in Trostberg zurück, würde er seiner neuen Aufgabe in München nicht gerecht werden.

"Trotzdem: "Ein bisschen zurückblicken wollen wir heute schon", sagte Traunsteins Dekan Gottfried Stritar. Es sei angebracht, zurückzublicken und Herden für das zu danken, was er in der Christusgemeinde bewirkt hat. "Sie waren ein guter Zeuge des Evangeliums. Und das ist eigentlich das Schönste und Wichtigste, was man von einem scheidenden Pfarrer, einer scheidenden Pfarrerin sagen kann."

Herden stelle sich eindeutig auf die Seite derer, die zum Leben zu wenig haben. Mit seinem Einsatz für Menschen, denen es nicht so gut geht, habe Herden einen großen Beitrag geleistet, dass Kirche an Glaubwürdigkeit gewinnt. Daher sprach Stritar Herden seinen Dank auch im Namen derer aus, die Herden begleitet, getröstet und gestärkt hat. "Diese Dankbarkeit und Wertschätzung wird bleiben – auch über den Abschied hinaus. Ihr Abschied und Ihr Neubeginn stehen unter dem Segen Gottes", sagte Stritar und entband Herden im Namen des Landeskirchenrats von seinen Pflichten in der Christusgemeinde.

Der kirchlichen Verabschiedung folgte die weltliche Feier unter dem Kirchendach – in dem neu gestalteten Raum, der Herden ebenfalls Herzensangelegenheit war und ist. Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid erklärte, dass es in der heutigen Zeit nicht einfach sei, Spuren zu hinterlassen. Sowohl in Politik als auch in Kirche vermisse Schleid Typen, wie es sie früher einmal gegeben habe. Herden sei eine positive Ausnahme. Mit Blick auf Herdens neue Aufgabe in München sagte Schleid: "Sie haben den Mut, in die Zukunft zu gehen." Er sei überzeugt, dass es eine positive Zukunft wird.

"Die Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie für andere da ist", zitierte Franz Freutsmiedl, Rektor der Trostberger Hauptschule, den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer. "Das trifft auch auf Sie zu, so lernte ich Sie an unserer Schule kennen." Herden habe es einfühlsam geschafft, Jugendliche für den Glauben zu gewinnen und christliche Fundamente zu setzen. Der Rektor hob Herdens Engagement für die Ökumene hervor. "Die auch mir ein Anliegen ist", fügte Freutsmiedl hinzu.

Die Ökumene war auch Thema in der Ansprache von Michael Kohl, Pastoralreferent in der katholischen Stadtpfarrei St. Andreas Trostberg. Kohl bezeichnete die Zusammenarbeit mit den evangelischen Kollegen als gut. "Ihr macht es einem aber auch leicht." Die Chemie stimme. "Es war schön und ist schön", betonte Kohl und blickte auf die gemeinsamen Erlebnisse mit Herden zurück: "Es war wirklich eine gute Zeit."

Eine Anekdote wusste Pfarrer Wolfgang Schmidt-Pasedag aus Übersee zu berichten: Herden sei bis 1998 in der Personalliste der evangelischen Landeskirche als Frau geführt worden – und zwar unter dem Namen "Andrea Herden". Doch dazu hätten sicher seine "weiblichen Anteile" geführt: Anteilnahme und mütterliche Sorge, die MutterVater-Figur Herden. "So haben wir dich im Pfarrkapitel auch erlebt: der blonde Engel."

Einige Laudatoren sagten Herden noch Dank: unter anderem der Jugendausschuss, Brigitte Huber vom Arbeitskreis Nächstenhilfe, Thomas Zugehör von der Diakonie Traunstein und Anton Naglschmidt von der Egerländer Gmoi. Dorothea Rinke, Vertrauensfrau Herdens vom Kirchenvorstand, wünschte dem Pfarrer alles Gute und Gottes Segen. Sehr persönlich gehalten waren die Abschiedsworte von Pfarrer Wolfram Hoffmann und die Abschlussrede Herdens.

Für die künstlerischen Farbtupfer sorgten die Pfadfinder und der Frauenkreis Miriam. Zwischen den Grußworten sangen die Pfadfinder einige Lieder. Annemarie Schott und Dorothea Rinke vom Frauenkreis hatten in bewährter Manier einen Sketch einstudiert, mit dem sie Herden und den Gemeindemitgliedern den Abschied etwas versüßten.








Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2017
Dokument erstellt am










Anzeige





Bunt und einfallsreich waren die Kostüme und Faschingswägen bei den zahlreichen Umzügen in der Region. − F.: Eckelt/Schlegel/Hamberger

Ausgefallene Kostüme, kreative Faschingswägen - und super Stimmung: In ganz Südostbayern...



Ein Mitarbeiter der Spurensicherung steht vor dem Haus in Höfen bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, in dem zwei Menschen getötet und eine weitere Person schwer verletzt wurden. − Fotos: dpa

In einem Einfamilienhaus in Königsdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) wurden in der Nacht von...



Blumen und eine Kerze für das Opfer der Amokfahrt in Heidelberg. Ein 35-Jähriger war am Samstagabend mit dem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Ein 73-Jähriger Mann kam dabei ums Leben. −Foto: dpa

Gegen den 35 Jahre alten mutmaßlichen Todesfahrer von Heidelberg ist Haftbefehl erlassen worden...



Einbrecher haben einen Familienvater in dessen Haus in Mühlheim lebensgefährlich verletzt. −Symbolfoto: dpa

Ein 37-jähriger Familienvater aus Mühlheim an der Ruhr ist in seinem Haus von Einbrechern...



Das Wirtshaussterben in Neuötting war beim Gaudiwurm am Stadtplatz mehrfach interpretiert – hier von der Neuöttinger CSU. − Fotos: Lambach/Wieland

Mindestens 10000 Besucher haben – jedenfalls nach Neuöttinger Zählweise – am Samstag...





Viel zu investieren, viel Arbeit, zu wenig Gäste – nicht nur der Neuöttinger Gasthof Krone zieht angesichts dessen die Notbremse. − F.: Kleiner

Der "Dörfl" in Neuötting, der "Brandhof" in Alzgern – es sind traditionsreiche Namen...



Stielt Martin Schulz der CSU dieses Jahr die Show? Veranstalter erwarten einen großen Ansturm beim Politischen Aschermittwoch der SPD in Vilshofen. − Foto: dpa

Seit Jahren rühmt sich die CSU damit, am Politischen Aschermittwoch den "größten Stammtisch der...



Polizisten begleiten abgelehnte Asylbewerber auf dem Flughafen Leipzig-Halle im sächsischen Schkeuditz. Foto: dpa

Etwa 50 Afghanen sollen noch am Mittwochabend vom Münchner Flughafen aus in ihr Heimatland...



Der Aktionskünstler Wolfram Kastner (l) und sein Rechtsanwalt Jürgen Arnold warten auf den Prozessbeginn im Landgericht in München. − Foto: dpa

Der Künstler Wolfram Kastner darf künftig keine weiteren Kunstaktionen an der Gedenkstätte für den...



Dank Martin Schulz nimmt die Beliebtheit der SPD wieder zu. Was es mit dem sogenannten Schulz-Effekt auf sich hat, erklärt der Passauer Politologe Heinrich Oberreuter (kleines Bild) im PNP-Interview. −Fotos: dpa/ Thomas Jäger

Die SPD überholt im Deutschlandtrend die Union, zum Aschermittwoch in Vilshofen kommen mehr Leute...





"Ihr Konto ist abgelaufen", heißt es in der Email, die Betrüger derzeit auch an Empfänger in Niederbayern und der Oberpfalz verschicken. −Screenshot Polizei Niederbayern: PNP

Die Polizei warnt vor neuen betrügerischen Emails, die derzeit auch in Niederbayern und der...



Offensive Öffentlichkeitsarbeit betreibt die Firma BSH Bosch Siemens Haushaltsgeräte GmbH mit ihrer Werbung, die sich als Freiwillige Sicherheitsmaßnahme herausstellt. −Screenshot: io

"Es handelt sich um eine Freiwillige Sicherheitsmaßnahme, keinesfalls um eine Rückrufaktion"...



Ein schwerer Unfall hat sich am Freitagmorgen bei Burgkirchen ereignet. Eine Frau kam dabei ums Leben. − Foto: Timebreak21

Bei einem schweren Unfall ist am Freitag eine 59-jährige Emmertingerin unweit des Chemieparks...



Hubert Ilsanker ist immer für einen Spaß zu haben – und steigt dafür auch mal in seinen Brennkessel. − Fotos: Pfeiffer

Nahe dem Watzmann, oberhalb des Königssees, gräbt Hubert Ilsanker 25 Jahre lang nach seltenen...



Die eisigen Mienen sitzen, die Kostüme auch: Das Ensemble der Jungen Buehne Trostberg probt intensiv das Drama "Glaube Liebe Hoffnung" von Ödön von Horvath. − Foto: Junge Buehne

Das Leben ist nicht gerecht. Die Gesellschaft ist nicht gerecht – erst recht nicht die...