• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 9.12.2016



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




18.05.2010  |  00:00 Uhr

Rote Karte für rechte Band

Auf Druck der Gemeinde will Ruhpoldinger Discobetreiber die Hooligangruppe "Kategorie C " nun wieder ausladen

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Von Thomas Thois

Ruhpolding/Traunstein. Mit vereinten Kräften haben die Ruhpoldinger ein für kommenden Samstag geplantes Konzert einer rechtsradikalen Band in der Diskothek "Fire & Ice" verhindert. Nachdem Bürgermeister Claus Pichler und mehrere Gemeinderäte den Disco-Betreiber Sascha Theis eindringlich gebeten haben, die Bremer Hooliganband "Kategorie C – Hungrige Wölfe" wieder auszuladen, sagte dieser gestern Nachmittag gegenüber Ihrer Lokalzeitung: "Das Konzert wird nun doch nicht stattfinden, ich werde der Band absagen."

Ob man schon Entwarnung geben kann, ist aber fraglich, denn der Ruhpoldinger Polizeichef Manfred Kriechbaumer weiß, dass sich die rechte Szene bei Widerstand oft auch kurzfristig andere geheime Veranstaltungsorte sucht.

Dass sich Sascha Theis die Band "Kategorie C" für kommenden Samstag ins "Fire and Ice" (ehemals "Big Easy" und "Klause") eingeladen hatte, war trotz des Bemühens der rechten Szene, solche Konzerte möglichst geheim zu halten, an die Öffentlichkeit gelangt. Und die reagierte besorgt, verängstigt und empört.

Gemeinderäte, Touristiker und Bürgermeister ergriffen die Initiative, erkundigten sich über die Band und deren Zielgruppe, über die Erfahrungen in anderen Orten, die von ähnlichen Rechtsrock-Gruppierungen heimgesucht wurden, etwa Halsbach zu Zeiten des Gastwirts Gruber. Das Problem: Sascha Theis war – und ist immer noch – der Meinung, "dass es eine ganz normale Musikband ist, so ähnlich wie Rammstein oder die Böhsen Onkelz", und dass alles dramatisiert werde. "Viele Leute in Ruhpolding haben mich gebeten, diese Band einzuladen, weil sie sie sehen wollen."

Der "Fire and Ice"-Betreiber betonte aber gestern Nachmittag, dass er nun dem Wunsch des Bürgermeisters entsprechen werde, die Band wieder auszuladen, "weil die Gefahr besteht, dass es zu Gegendemonstrationen und Eskalationen kommt – und das ist dann auch nicht in meinem Sinne".

"Wir hoffen, dass er die Konzertabsage auch wirklich und wirksam durchzieht", sagte gestern Abend Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler.

Rechte Bands verfolgen oft die Taktik, Hallen oder Säle unter Vorspiegelung falscher Tatsachen anzumieten, etwa durch ein nettes junges Pärchen, das Räumlichkeiten für eine Verlobungs- oder Geburtstagsfeier mit Band sucht. Oft sind dann die Vermieter überrascht, dass Glatzköpfe mit "White Power"-Shirts anreisen und aus dem Saal "Juda verrecke" schallt. Im Fall Ruhpolding war dies anders, da konnte der Kneipier durchaus wissen, wer da am 22. Mai im Anmarsch sein würde: "Kategorie C – Hungrige Wölfe" bewegen sich seit ihrer Gründung 1997 zwischen der Hooligan- und Neonaziszene. Die Lieder der Band, deren Namen auf die Polizeibezeichnung für gewaltbereite Fußballfans zurückgeht, drehen sich um die "3. Halbzeit", Alkoholexzesse und Männerfreundschaften, sind zum Teil aber auch unverblümt rassistisch. Sänger Hannes Ostendorf war, wie die Berliner "taz" und andere Zeitungen berichten, 1991 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bremen beteiligt. Regelmäßig trat die Band mit anderen Rechtsrockgruppen bei Szene-Events auf. Mittlerweile ist die Band zum Teil neu formiert. Dass ein Teil der Musiker als gewaltverherrlichend und unter Rechtsextremisten beliebt eingestuft wird, haben Verfassungsschutzsprecher etwa in Brandenburg oder Niedersachsen bestätigt.

Gestern Vormittag, als die Konzertabsage durch den unter Druck geratenen Veranstalter noch nicht bekannt war, hat die Redaktion Roman Schneider, Pressesprecher am Landratsamt Traunstein, befragt: Eine Rechtsgrundlage, das Konzert im Vorfeld zu verbieten, gebe es nicht, denn laut Landesstraf- und Verordnungsgesetz ist die Veranstaltung nur anzeige-, aber nicht genehmigungspflichtig. "Das wäre sie nur bei 1000 Besuchern oder mehr." Umso wichtiger sei es, dass man hier den Schulterschluss zwischen Gemeinde, Landratsamt und Polizei gemacht habe, um im Rahmen der rechtsstaatlichen Möglichkeiten zumindest sicherzustellen, "dass die Veranstaltung in geordneten Bahnen verläuft, es zu keinen Gewaltaufrufen kommt, der Rechtsstaat nicht verunglimpft, Bevölkerungsgruppen nicht diskriminiert oder Nazi-Verherrlichung betrieben wird." Die Veranstalter seien ihrer Anzeigepflicht nachgekommen, dadurch hätten Behörden und Polizei die Möglichkeiten, ähnlich wie bei NPDDemonstrationen, entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

"Und wir sind vorbereitet", versprach gestern der Ruhpoldinger Polizeichef Manfred Kriechbaumer, der betont, dass Beamte auf jeden Fall einschreiten müssten, wenn Leute den Hitler-Gruß zeigen oder NaziParolen rufen. Wobei es Kriechbaumers große Sorge gewesen wäre, dass die Veranstaltung Gegenaktionen aus dem linken Spektrum auslöst. "Erfahrungsgemäß kann es da leicht zu Provokationen kommen."



 
weiterlesen Seite 1 / 2
Pfeil Pfeil






Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2016
Dokument erstellt am










Anzeige





Ausgelaufenes Heizöl war bei der Hochwasserkatastrophe 2013 – hier in der Passauer Innstadt – ein Riesenproblem. − Foto: Jäger

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will Ölheizungen in Hochwasser-Regionen verbieten...



Die Polizei sucht nach Hinweisen auf diese Kunststoffkanne. − Foto: Polizei

Im Fall des fünfjährigen Buben aus dem oberpfälzischen Waldmünchen (Landkreis Cham)...



Schweine müssen vor dem Schlachten betäubt werden, aber viele Betriebe in Bayern haben damit laut einer Studie Probleme. Deshalb will das zuständige Ministerium die Kontrollen neu organisieren.

Mehrere bayerische Schlachthöfe sollen nach Medienrecherchen zum wiederholten Mal gegen das...



Die Syrer verließen als erste mit den Koffern die bisherige Unterkunft in Traunreut. − Foto: hr

Gewaltfrei ist am Donnerstagmorgen die Räumung der Asylunterkunft am Traunring in Traunreut...



−Symboldbild: dpa

Eine mutmaßliche Unfallflucht gibt der Polizei in Niederbayern Rätsel auf: Eine Autofahrerin hat auf...





Ersten Hochrechnungen nach der nächste Bundespräsident Österreichs: Alexander Van der Bellen. − Foto: dpa

Forscher haben die Gründe für den unerwartet klaren Erfolg des Ex-Grünen-Chefs Van der Bellen bei...



− Foto: Symbolbild dpa

Neue Skisaison - neue Höchstpreise: Bis zu 53 Euro müssen Skifahrer heuer für eine einzige...



Der Gemeinderat sah das Jodl-Grab nie als Anziehungspunkt für Neonazis. Doch nun sind NPD-Aktivisten mit Fahnen der rechtsextremen Partei auf der Fraueninsel aufmarschiert. Sie versuchten unter den Augen der Friedhofs- und Münster-Besucher, die rote Farbe von Wolfram Kastners letzter "künstlerischer Intervention" zu entfernen. − Foto: NPD/Facebook

Der Dauerstreit um das Jodl-Grab auf der Fraueninsel hat sich in den letzten Wochen wieder...



Uwe Wolf bedankt sich nach dem Derbysieg am Samstag bei den Wacker-Fans. Im Vorfeld hatte sich der Trainer kritisch über die Bedingungen in Schalding geäußert. − Foto: Butzhammer

Das Regionalliga-Derby zwischen Wacker Burghausen und dem SV Schalding ist für diese Saison bereits...



Muhamed Subasic (l.) brachte Burghausen mit einem Strafstoß in Front (r. Maxi Huber). − Foto: Butzhammer

Wacker Burghausen beschert seine Fans und Uwe Wolf zum 100. Ligaspiel mit drei Punkten: 2:1 siegen...





Ehrungen für besondere Verdienste und langjährige Mitgliedschaft (hinten von links): Martina Hacker, Mathilde Bernard, Nora Diwisch, Walter Schmied, Astrid Hofmann, Rosemarie Mitschke-Schindler, Rosa Franz und stellvertretender Landesvorsitzender Felix Vogt-Gruber. Vorne von links: Gudrun Baur, Christa Kraus, Vorsitzender Wolfgang Böhm, Brigitte Neubauer und Josef Hawlitschek. − Foto: Spielhofer

Einen vollen Saal hatte die Jahreshauptversammlung der Kreis- und Ortsgruppe der Sudetendeutschen...



− Foto: Tourismus-Information Regen

Es steht nicht besonders gut um Bayerns Schwimmbäder. 299 von 910 öffentlichen Hallen- und...



Die Syrer verließen als erste mit den Koffern die bisherige Unterkunft in Traunreut. − Foto: hr

Gewaltfrei ist am Donnerstagmorgen die Räumung der Asylunterkunft am Traunring in Traunreut...



Der Gemeinderat sah das Jodl-Grab nie als Anziehungspunkt für Neonazis. Doch nun sind NPD-Aktivisten mit Fahnen der rechtsextremen Partei auf der Fraueninsel aufmarschiert. Sie versuchten unter den Augen der Friedhofs- und Münster-Besucher, die rote Farbe von Wolfram Kastners letzter "künstlerischer Intervention" zu entfernen. − Foto: NPD/Facebook

Der Dauerstreit um das Jodl-Grab auf der Fraueninsel hat sich in den letzten Wochen wieder...



Das Eichhörnchen blieb im Gully stecken. − Foto: dpa

Ein Eichhörnchen ist in München in einem Gullydeckel stecken geblieben - weil es zu breite Hüften...













Der geheimnisvolle Adventskalender

09.12.2016 /// Stadtplatz /// Burghausen

Sechs kommen durch die ganze Welt - Märchen für Groß und Klein, Spielzeiten: 16.30/17.15/18 Uhr
Märchen "Der Kleine Muck"

09.12.2016 /// 18:00 Uhr /// Stadtsaal /// Neuötting

für die ganze Familie, aufgeführt von ANTHA.
Endlich Frey!

09.12.2016 /// 18:00 Uhr /// Bürgerzentrum (gr. Saal) /// Burgkirchen an der Alz

mehr
Ballett-Gala "The Best of Tschaikowsky"

10.12.2016 /// 19:00 Uhr /// Stadthalle /// Pocking

Die fantastischen Vier

10.12.2016 /// 19:00 Uhr /// brose Arena /// Bamberg

Alter Bridge

10.12.2016 /// 19:30 Uhr /// Zenith - Kulturhalle /// München

mehr
Das Biopic "Jacques - Entdecker der Ozeane" nähert sich der widersprüchlichen Figur des...
Trockene Lebkuchen und billiger Glühwein? Kommt gar nicht in die Tüte! Die beste Weihnachtsfeier...
Die Natur ist zerstörerisch wie der Mensch: Eine wuchtige Kinoidee, die in der Salzwüste abstrakter...
Die Buchreihe ging im Sommer zu Ende, doch im Kino dürfen "Die Vampirschwestern" noch einmal ran:...
mehr