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23.10.2010  |  00:00 Uhr

Am Balkon begann der Bayern-Boom

Stadt Trostberg hat wieder einen Fanclub: "De Rot-Weiß’n Tinninger" – Der 2659. weltweit – Schon 125 Mitglieder

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Von Thomas Thois

Trostberg / Oberfeldkirchen. Der weiße Fleck auf der Fußball-Landkarte ist endlich rot-weiß: Trostberg hat wieder einen FC-Bayern-MünchenFanclub, und zwar im Oberfeldkirchener Ortsteil Tinning, wo sich die "De Rot-Weiß’n Tinninger" gegründet haben und innerhalb von gut vier Monaten auf stolze 125 Mitglieder angewachsen sind.

In Obing, Seeon und Altenmarkt, in Tacherting und Emertsham, in Waging und Fridolfing, überall im Umland gibt es Fanclubs des deutschen Rekordmeisters – nur in der Stadt Trostberg fehlte dem FC Bayern der organisierte Rückhalt, seitdem sich die "Alzbazis" vor vielen Jahren aufgelöst haben. "Da mussten wir natürlich steil gehen und was machen", sagen der 1. und 2. Vorsitzende der "Rot-Weiß’n Tinninger", Markus Würnstl und Harald Schlagberger, die zusammen mit Schatzmeister Marc Scheil und Schriftführer Rupert Würnstl im Sommer die Gründung in die Wege geleitet und damit einen echten Bayern-Boom ausgelöst haben.

"Das hätten wir nie gedacht, aber in kürzester Zeit haben wir jetzt 125 Mitglieder gewonnen, und das obwohl Tinning nur etwa 170 Einwohner hat", so Harald Schlagberger. "Viele kommen natürlich aus dem Fußballer-Umfeld in Oberfeldkirchen", berichtet Markus Würnstl. "Und vor allem haben sich viele Familien angemeldet, die den großen Vorteil nutzen wollen, leichter an Karten für Spiele in der Allianz-Arena zu kommen." So reicht das Altersspektrum von fünf Monaten – so alt ist das jüngste Mitglied, Markus Würnstls Tochter Viktoria – bis 74 Jahre.

Und das Einzugsgebiet kann sich auch sehen lassen: "Wir haben einen Bayern-Fan aus Augsburg, der mit einer Tinningerin liiert ist." Und das 125. Mitglied kommt aus Italien: Hans-Peter Rechl aus Jesolo. "Vom Zulauf sind wir überwältigt", sagt Markus Würnstl, so dass er,

wie er schmunzelnd anfügt, eigentlich nur noch einen Wunsch hat: "Dass unser Bürgermeister Karl Schleid Mitglied bei

uns wird, der ist nämlich 60erFan!"

"Wir sind schon lange Mitglied beim FC Bayern und fahren regelmäßig zu den Spielen, deshalb ist uns schon lange vorgeschwebt, einen Fanclub zu gründen", blickt Harald Schlagberger zurück. Bei einem ersten Treffen Ende Juni machte man dann gleich Nägel mit Köpfen und vollzog die Gründung. Passenderweise bei Markus Würnstl auf dem Balkon. "Der ist riesengroß, da könnten wir auch problemlos mal eine Meisterfeier abhalten, so wie der FC Bayern auf dem Rathausbalkon", scherzt das Vorstandsduo.

Bis am Marienplatz in München – oder eben in der Ulmenstraße in Tinning – zum 23. Mal die Meisterschale präsentiert wird, haben "De Rot-Weiß’n Tinninger" aber noch einiges vor: "Wir wollen nach der Winterpause, wenn es wieder größere Kartenkontingente gibt, ein paar Busfahrten zu Heimspielen organisieren", so Schlagberger. Den ersten Ausflug hat man mit einem Besuch beim FernsehFußball-Stammtisch des Senders "Sport1" am Münchner Airport schon hinter sich. Die Idee für die nächste Fahrt steht bereits: Die Bayern früher und heute, das ist das Motto, wenn zuerst das Olympiastadion und dann die Allianz-Arena in München besichtigt wird. Und natürlich plant man viele gesellschaftliche und gesellige Termine in und um Tinning, zum Beispiel zum Bayern-Spiele-Schauen im "Fußball-TV-Studio" in der Schlagberger-Werkstatt.

"De Rot Weiß’n Tinninger", die am 12. November um 20 Uhr im "Weißbräu Schwendl" in Schalchen ihre Vorstellungsversammlung abhalten, sind übrigens der weltweit 2659. Fanclub des FC Bayern München. Insgesamt sind darin rund 188 000 Mitglieder organisiert. Jede Woche kommen etwa fünf neue Fanclubs dazu. Wobei Tinning aber wohl einzigartig sein und bleiben dürfte: Als das kleinste Dorf mit einem eigenen BayernFanclub.








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