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31.12.2009  |  00:00 Uhr

Katzenklau: Tiere verschwinden spurlos

Dubiose Altkleidersammler in Verdacht – Bürger in Söchtenau werden aktiv – "Wollen andere Tierbesitzer warnen, ehe es zu spät ist!"

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Von Silke Leonhard

Trostberg/Rosenheim. Gerüchte gibt es viele, dazu einzelne vage Beobachtungen, handfeste Beweise jedoch keine. Die Rede ist vom Katzenklau. Fakt ist, auch 2009 kamen Tiere unter rätselhaften Umständen abhanden. So im Bereich Kirchanschöring, Fridolfing und Palling – wir berichteten. In einem Fall waren Nachts plötzlich Fremde auf dem Hof, die das Weite suchten. Immer wieder ist von verdächtigen Kasten- und Lieferwagen die Rede, die in der Nähe gesehen werden.

Von Silke Leonhard

Trostberg/Rosenheim. Gerüchte gibt es viele, dazu einzelne vage Beobachtungen, handfeste Beweise jedoch keine. Die Rede ist vom Katzenklau. Fakt ist, auch 2009 kamen Tiere unter rätselhaften Umständen abhanden. So im Bereich Kirchanschöring, Fridolfing und Palling – wir berichteten. In einem Fall waren Nachts plötzlich Fremde auf dem Hof, die das Weite suchten. Immer wieder ist von verdächtigen Kasten- und Lieferwagen die Rede, die in der Nähe gesehen werden.

Den Tierbesitzern bleibt nur, sich verzweifelt zu fragen, wo sind unsere Katzen? In einem Versuchslabor oder zu Felldecken verarbeitet? Spurlos verschwunden sind seit Mitte August auch fast 30 Tiere aus Söchtenau, Halfing, Amerang, Kolbermoor und Bad Endorf. Die Besitzer haben jedoch reagiert. Um andere Tierhalter zu warnen, verteilten sie Flyer mit Angaben über verdächtige Wagen, erstatteten Anzeige bei der Polizei und wurden auch sonst recht aktiv. "Wir werden uns der Sache annehmen", wählten sie sich zum Motto.

"Ich bin jetzt 74 Jahre und habe bestimmt was anderes zu tun, als Katzenfänger zu jagen", sagt Liane Resch, "aber was da passiert, ist einfach schlimm." Die Rentnerin, die sich ein Zubrot als Zeitungsausträgerin verdient, ist selbst betroffen. Auch ihr Kater "Maxl" ist verschwunden. "Ein ganz Lieber war das", sagt sie. Schwarz mit weißen Pfoten. "Was glauben Sie, wie sehr mein Mann darunter leidet. Er ist Pflegefall und das mit ,Maxl‘ setzt ihm ganz schön zu." Ein zweiter Kater des Paars hatte Glück. Fünf Tage nach seinem Verschwinden kehrte er zurück: Das Fell vom Hals abwärts weggerissen. "Laut Tierarzt muss es eine Schlinge gewesen sein, aus der er sich befreit hat", berichtet Liane Resch. "Jetzt geht er nicht mehr raus."

Ein Blick ins Internet zeigt, dass das Verschwinden von Katzen, aber auch Hunden, sehr oft mit dubiosen Schuh- und Altkleidersammlungen zusammenhängt. Es wird vermutet, dass mit dieser Methode ausgespäht wird, ob es in dieser Gegend freilaufende Haustiere gibt. Tagsüber wird die Gegend ausgekundschaftet, es werden Eimer und Körbe auf private Grundstücke gestellt, die Katzen mehrere Tage später nachts gefangen. Betont wird auf diesen Internetseiten aber immer wieder, nicht jeder Altkleidersammler klaue Katzen und Hunde. Die Söchtenauer Tierbesitzer berichten jedoch, dass das Verschwinden ihrer Tiere zeitlich mit einer solchen Sammlung zusammenhing. "In der Abenddämmerung wurden die Körbe auf die Grundstücke gebracht", erzählt die Rentnerin. "Rote, blaue und gelbe. Wir haben uns bei einer späteren Sammlung auf die Straße gestellt und die Autonummern aufgeschrieben. Die Polizei hat uns dann aber gesagt, sie bräuchte Beweisfotos. Wir waren fix und fertig."

Durch die Flyer fanden sich mehrere Katzenbesitzer zusammen, die zumindest andere warnen wollen. "Wir haben uns zusammengetan. Das Ganze hat uns allen wahnsinnig wehgetan", sagt Liane Resch. Die Leute würden heute noch daran knabbern. Am 24. August kamen auf einen Schlag zehn Tiereweg. Bauern sahen einen weißen Ford Transit mit Passauer Kennzeichen. Aufgrund der Zettel in den Wäschekörben recherchierten die Katzenbesitzer nach. "Eine dubiose Briefkastenfirma", hieß es gegenüber der Redaktion. Am Telefon wäre niemand zu erreichen. Auf der Internetseite www. haustierdiebstähle-in-deutschland.de wird diese Firma unter unzähligen anderen verdächtigen Organisationen aufgelistet. Für Dezember gab es übrigens auch für den Bereich Trostberg eine Warnung. "Wir haben, als bei uns solche Sammlungen wieder stattfanden, die Körbe einfach von den Grundstücken geholt und woanders auf einen Haufen gestellt", sagt Liane Resch. Verärgert waren die Tierbesitzer dann über Aussagen der Polizei. Als Strafantrag gestellt wurde, habe es geheißen, Katzen seien minderwertige Sachen. Und überhaupt: 80 Prozent der vermissten Tiere kämen zurück, der Rest werde überfahren. "Es ist aber keines zurückgekommen und auch kein einziges tot gefunden worden", kontern die Katzenbesitzer. Mittlerweile ist der Fall bei der Mühldorfer Kripo gelandet. Und mit der sind die Tierhalter zufrieden. "Die haben ganz schön Gas gegeben und auch Autos durchsucht." Gefunden wurde allerdings nichts.

"Unsere Katzen werden wohl nicht mehr auftauchen", sagt Heidi Kirnberger, die sich der Initiative angeschlossen hat. Sie und ihr Lebensgefährte vermissen Kater "Pumi", den sich das Paar erst zwei Monate zuvor aus dem Tierheim geholt hatte. "Wir gehen davon aus, dass diese Leute auch im Chiemgau auftauchen werden und wollen andere Tierbesitzer warnen. Für mich sind das Schwerverbrecher, denen das Handwerk gelegt gehört. Die haben soviel Elend hinterlassen!" Heidi Kirnberger weiter: "Wir geben nicht auf. Den Leuten muss doch irgendwie beizukommen sein." Mit diesen scheint jedoch nicht zu spaßen sein. "Die Polizei hat uns gesagt, wir sollen bloß vorsichtig sein", sagt Liane Resch. "Wir haben diese Typen auch auf der Straße gesehen. Und ich sage Ihnen: ganz übel, unterste Schublade."

Finden Altkleidersammlungen privater Firmen statt, appellieren die Tierfreunde an Katzenbesitzer, ihre Vierbeiner die folgenden Nächte unbedingt im Haus zu lassen. Auch kastrierte und scheue Tiere würden von ausgebrachten Sexuallockstoffen magisch angezogen. So beobachtete in Eggstätt eine Katzenbesitzerin wie sich ihr Kater "wie verrückt" auf einer Stelle wälzte. Das Tier verschwand wenig später. So wie viele andere. Nicht einmal mehrere tausend Euro Belohnung, die ein Rentnerpaar aus Endorf aussetzte, brachten Licht ins Dunkel. Den Kummer nachfühlen kann Lydia Schulz aus Heiligkreuz. Sie vermisst ihren "Orion" seit 26. Oktober. Angeblich sei das Tier noch in Eglsee gesehen worden, war aber dann wie vom Erdboden verschluckt. Flugblätter, Zeitungsinserate – nichts hat geholfen, etwas über den Verbleib des sechs Monate alten Katers herauszufinden. "Ich habe tagelang geweint", sagt Lydia Schulz. Sie wünsche sich nicht, dass das Tier gequält wurde, "dann ist mir lieber, er wurde überfahren. Aber wir haben nichts gefunden." Makaber war für sie der Besuch eines Flohmarktes kurz vor Weihnachten in der Nähe von Waging. "Da wurde für 500 Euro eine Katzenfelldecke angeboten. Es waren 24 Tiere, alles helles Fell. Da habe ich gleich an meinen ,Orion’ denken müssen."

(Beobachtungen und Hinweise auf vermisste Tiere an den Tierschutz, Tel. 0171/4559364)

Für Tierfreunde ein Schock: Rheumadecken aus Katzenfell. Diese wurde vor längerer Zeit von einem fahrenden Händler in Altenmarkt verkauft. Nachdem seit 1. Januar 2009 der Import von Katzen- und Hundefellen in die EU verboten ist, fragt man sich, wo denn nun die Felle für solche Decken herkommen.








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