• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 19.12.2014



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




06.08.2009  |  00:00 Uhr

Zwei Tote bei Explosion

Wohnhaus in Inzell fliegt in die Luft – Verzweiflungstat und Selbstmord des Rentnerpaares?

Lesenswert (0) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Von Peter Volk und Katrin Detzel

Inzell. Ein ohrenbetäubender Knall reißt um 2 Uhr nachts die Menschen im Inzeller Ortsteil Breitmoos aus dem Bett. Eine Explosion hat ein Wohnhaus dem Erdboden gleich gemacht. Die Bewohner, ein Ehepaar im Alter von 67 und 75 Jahren, werden am frühen Morgen tot geborgen. Von ihrem Haus ist nichts übrig als ein großer Haufen Schutt. Durch die Druckwelle und herumfliegende Trümmerteile sind benachbarte Häuser, Gärten und Autos stark verwüstet. Die Unglücksursache wird noch untersucht, aber gestern wurde bereits spekuliert: Das Rentnerehepaar soll sein Haus selbst in die Luft gejagt haben. Bei dem Termin für die Zwangsversteigerung am Dienstag hatte sich kein Käufer gefunden.

Die Unglücksstelle gleicht am Morgen einem Trümmerfeld. Das Grundstück ist übersät von Mauerwerk, Stahlstücken, Holzsplittern und Möbelteilen. Mehrere Häuser in der Nachbarschaft sind schwer beschädigt. Durch die Druckwelle zerbarsten Fensterscheiben, Türen wurden aus der Verankerung gedrückt, Dächer teilweise abgedeckt, an einem Haus die Wandverkleidung abgerissen. Bruchstücke des zerstörten Wohnhauses, wie Dachschindeln und Holzsplitter, wurden mehr als 100 Meter weit geschleudert oder bohrten sich ins Erdreich. Auch geparkte Autos wurden durch umher fliegende Trümmerteile schwer beschädigt. "Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Und so ähnlich war es ja auch", beschrieb der Sprecher der Polizei das Szenario.

Sicher war für die Polizei von vornherein eines: Eine Gasexplosion konnte es nicht gewesen sein, da das Gebäude noch nicht an ein Gasversorgungsnetz angeschlossen ist.

Anwohner beschreiben, dass nachts um 2 Uhr eine starke Druckwelle die Gebäude in der Wohnsiedlung erzittern ließ. Das Einfamilienhaus mitten in Breitmoos explodierte, dann brach Feuer aus und Flammen züngelten meterhoch aus den Trümmern. "Ich habe zuerst gemeint es hat ein Blitz eingeschlagen, dann habe ich zum Fenster rausgeschaut und gedacht ich bin im falschen Film", so ein direkter Nachbar. Das bei der Explosion ums Leben gekommene Ehepaar beschreibt er als sehr zurückgezogen. An seinem eigenen Haus sind mehrere Fenster und Türen kaputt gegangen.

Mehrere Anrufer informierten über Notruf die Polizei. Für die Feuerwehren wurde Alarm der Stufe 3 (Großbrand) ausgelöst. Die Wehren aus Inzell, Ruhpolding, Siegsdorf, Hammer, Traunstein und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung eilten mit einem Großaufgebot an Helfern zur Unglücksstelle. Ebenso ein Notarzt, eine Rettungswagenbesatzung, die BRKSchnelleinsatzgruppe Inzell und der Einsatzleiter Rettungsdienst.

Die Floriansjünger konzentrierten sich zunächst darauf, eventuell noch Menschenleben retten zu können und nach Verletzten Ausschau zu halten. Wie durch ein Wunder blieben jedoch alle Bewohner der Nachbargebäude unverletzt. Von den Bewohnern des zerstörten Gebäudes war der Feuerwehreinsatzleitung zunächst nur bekannt, dass dort ein Rentnerpaar gemeldet ist. Ob sich die beiden Personen zum Zeitpunkt der Explosion im Haus aufgehalten hatten und unter den Trümmern verschüttet wurden, war die Frage, mit der sich die Rettungskräfte am meisten beschäftigten.

Die Helfer mussten wegen des giftigen Brandrauches mit Atemschutzgeräten arbeiten, eine lange Schlauchleitung wurde von der Adlgasser Straße bis zum Brandort gelegt, um ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Mehrere Tanklöschfahrzeuge und Drehleitern waren im Einsatz. In weniger als einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle und weitestgehend gelöscht. Dann konnte in den Trümmern die Suche nach dem vermissten Ehepaar beginnen. Gegen 6 Uhr bargen die Rettungskräfte ihre Leichen.

Fassungslos und geschockt sind die etwa 100 Bewohner von Breitmoos, die von der nächtlichen Explosion aus dem Schlaf gerissen wurden und ihr Dorf nun größtenteils als Trümmerfeld und Katastrophenszenario erleben. Zur Betreuung der Anwohner war das Kriseninterventionsteam der Malteser im Einsatz. Um die Bewohner des Inzeller Ortsteils vor dem großen Medienaufgebot und bohrenden Fragen zu schützen, sperrte die Polizei die Unglücksstelle großflächig ab.

Spezialisten der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes müssen nun untersuchen, was passiert sein könnte. "Wir haben derzeit noch keinerlei Hinweise auf mögliche Ursachen", betonte der Pressesprecher der Polizei gestern. Spekulationen, wonach das Paar das Haus selbst in die Luft gesprengt hat, wollte er nicht bestätigen. Diese machten gestern jedoch hartnäckig die Runde. Schließlich sollte das Wohnhaus der beiden am Dienstag zwangsversteigert werden. Die Bank wollte laut Informationen der Münchener tz ein Mindestgebot von 270 000 Euro für das 1992 gebaute Einfamilienhaus mit 184 Quadratmetern Wohnfläche, 11 000 Quadratmetern Grund und Bergblick. Das jetzt in den Trümmern gestorbene Ehepaar hatte das Haus erst im Jahr 2000 gekauft; schon damals war es mit einer hohen Grundschuld belastet. Trotz des niedrig angesetzten Wertes hatte sich bei der Zwangsversteigerung kein Käufer gefunden. Dass in der Nacht nach diesem Termin zufällig das Haus in die Luft fliegt – ein Zufall, an den in Inzell keiner glauben mag.








Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2014
Dokument erstellt am










Anzeige





−Symbolfoto: PNP

Der Polizei in Niederbayern ist ein Schlag gegen eine Einbrecherbande gelungen...



−Symbolfoto: dpa

Unten ein Gebetsraum und eine Etage darüber ein Bordell – das passt nach Überzeugung des...



Ein Luftballon spielt eine nicht ungewichtige Rolle bei einer der wohl kuriosesten Meldungen des Jahres aus dem Freistaat. −Symbolfoto: dpa

Mit ungewöhnlichen Einfällen und kuriosen Auftritten haben etliche Menschen auch 2014 im Freistaat...



Vier Übernachtungen mit Halbpension im Hotel "Magdalena" im Zillertal gibt es im Adventsgewinnspiel der Passauer Neuen Presse zu gewinnen.

Nicht einmal mehr eine Woche dauert es, dann ist wieder Weihnachten. Bei zwei PNP-Lesern wird dann...



Auf der B299 war im Juli ein herzkranker Lkw-Fahrer mit seinem Gespann von der Straße abgekommen. Ersthelfer befreiten den Bewusstlosen aus dem Fahrzeug und versuchten, ihn wiederzubeleben. − Foto: Feuerwehr Raitenhart

Sie sind nicht einfach weitergefahren. Sie haben nicht einfach nur gewartet...





− Foto: AC/DC

Nur gut eine Stunde nach dem Beginn des Online-Verkaufs am Montagnachmittag waren die Online-Karten...



Das Kernkraftwerk Isar 1 bei Landshut wurde im Jahr 2011 auf Anordnung der Staatsregierung noch vor dem offiziellen Atomausstieg abgeschaltet. Dagegen hat der Energiekonzern Eon jetzt Klage eingereicht - und verlangt über 150 Millionen Euro Schadensersatz. − Foto: dpa

Der Atomausstieg könnte für die bayerischen Steuerzahler ein teures Nachspiel haben: Weil die...



Kunstwerk oder Katastrophe? Vor diese Frage sehen sich Passanten beim Blick auf das wohl extremste Weihnachtsdekohaus des Landkreises gestellt. − Foto: Kleiner

Wer in Marktl (Lkr. Altötting) die Eichenstraße entlang fährt, der wird spätestens auf halber Höhe...



−Symbolfoto: dpa

Unten ein Gebetsraum und eine Etage darüber ein Bordell – das passt nach Überzeugung des...



Ohne Handy geht’s nicht: Dass Jugendliche überwiegend via SMS kommunizieren, stößt dem Rechtschreib-Papst Hans Zehetmair (kleines Bild) sauer auf. − Fotos: dpa

Vor zehn Jahren tobte in Deutschland ein Streit um die richtige Schreibweise von Delfin oder Delphin...





Busfahrer Dirk Hermes (l.) mit den ratschenden Gästen: Julia Geith (v.l.), Werner Lechner und Melanie Schwab, die unterstützt wurden von Claudia Donner, Daniela Krawutschke und Angelika Lermberger

Es ist schon beinahe unfassbar, was man alles auf einer Fahrt im Citybus, auch "Rollende...



− Foto: AC/DC

Nur gut eine Stunde nach dem Beginn des Online-Verkaufs am Montagnachmittag waren die Online-Karten...



Das "Hotel zur Post" am Altöttinger Kapellplatz: Aus Brandschutzgründen mussten das Kellerlokal und der zweite Stock geschlossen werden. - Piffer

Ein kleiner Zettel am Abgang zum Kellerlokal in Tandlers "Hotel zur Post" sorgt derzeit für...



− Foto: TimeBreak21

Drei Autos sind in den Unfall verwickelt gewesen, der sich am Dienstag gegen 12...



Viele angehende Lehrer fühlen sich unzureichend auf das Berufsleben vorbereitet

Es bestünde erheblicher Nachholbedarf: Lehramtsstudenten fühlen sich nicht auf die Praxis...













Musik in der Hofmark

19.12.2014 /// 16:30 Uhr /// Musikschule /// Bad Birnbach

Genießen Sie die vorweihnachtliche Musik in der Hofmark. Schüler und Ensembles der Musikschule Bad...
„Weihnachtslieder selber singen“ auf dem Christkindlmarkt am Kapellplatz Altötting

19.12.2014 /// 18:00 Uhr /// Berufsfachschule für Musik (Max-Keller-Schule) /// Altötting

Heaven shall burn & parkway drive

19.12.2014 /// 18:30 Uhr /// Palladium /// Köln

mehr
Festkonzerte der Barockstadt Passau

20.12.2014 /// 17:00 Uhr /// Ev.-Luth. Stadtpfarrkirche St. Matthäus /// Passau

Oliver Lakota präsentiert im Rahmen der Konzertreihe sein neues Blechbläser-Ensemble "The European...
Altbayerisches Adventsingen

20.12.2014 /// 19:00 Uhr /// KULTUR+KONGRESS FORUM /// Altötting

Weihnacht der Stars - Benefizgala

20.12.2014 /// 19:30 Uhr /// Atrium /// Vilshofen an der Donau

Armin Stöckl präsentiert u.a. Monika Martin, Captain Cook und seine singenden Saxophone, Gilbert,...
mehr
Fast zu diskret, um charmant und aussagekräftig zu sein, begleitet "1001 Gramm" eine attraktive...
Endlich hält auch "Der kleine Drache Kokosnuss" sozusagen "Einflug" in die Kinos, um den Kindern...
Nicht zu unterschätzen: In Olivier Assayas' Drama "Die Wolken von Sils Maria" zeigt Kristen...
Wie lebte es sich damals im Wilden Westen? Tommy Lee Jones inszeniert eine Anti-Pioniergeschichte...
mehr