• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 23.04.2014



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




06.08.2009  |  00:00 Uhr

Zwei Tote bei Explosion

Wohnhaus in Inzell fliegt in die Luft – Verzweiflungstat und Selbstmord des Rentnerpaares?

Lesenswert (0) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Von Peter Volk und Katrin Detzel

Inzell. Ein ohrenbetäubender Knall reißt um 2 Uhr nachts die Menschen im Inzeller Ortsteil Breitmoos aus dem Bett. Eine Explosion hat ein Wohnhaus dem Erdboden gleich gemacht. Die Bewohner, ein Ehepaar im Alter von 67 und 75 Jahren, werden am frühen Morgen tot geborgen. Von ihrem Haus ist nichts übrig als ein großer Haufen Schutt. Durch die Druckwelle und herumfliegende Trümmerteile sind benachbarte Häuser, Gärten und Autos stark verwüstet. Die Unglücksursache wird noch untersucht, aber gestern wurde bereits spekuliert: Das Rentnerehepaar soll sein Haus selbst in die Luft gejagt haben. Bei dem Termin für die Zwangsversteigerung am Dienstag hatte sich kein Käufer gefunden.

Die Unglücksstelle gleicht am Morgen einem Trümmerfeld. Das Grundstück ist übersät von Mauerwerk, Stahlstücken, Holzsplittern und Möbelteilen. Mehrere Häuser in der Nachbarschaft sind schwer beschädigt. Durch die Druckwelle zerbarsten Fensterscheiben, Türen wurden aus der Verankerung gedrückt, Dächer teilweise abgedeckt, an einem Haus die Wandverkleidung abgerissen. Bruchstücke des zerstörten Wohnhauses, wie Dachschindeln und Holzsplitter, wurden mehr als 100 Meter weit geschleudert oder bohrten sich ins Erdreich. Auch geparkte Autos wurden durch umher fliegende Trümmerteile schwer beschädigt. "Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Und so ähnlich war es ja auch", beschrieb der Sprecher der Polizei das Szenario.

Sicher war für die Polizei von vornherein eines: Eine Gasexplosion konnte es nicht gewesen sein, da das Gebäude noch nicht an ein Gasversorgungsnetz angeschlossen ist.

Anwohner beschreiben, dass nachts um 2 Uhr eine starke Druckwelle die Gebäude in der Wohnsiedlung erzittern ließ. Das Einfamilienhaus mitten in Breitmoos explodierte, dann brach Feuer aus und Flammen züngelten meterhoch aus den Trümmern. "Ich habe zuerst gemeint es hat ein Blitz eingeschlagen, dann habe ich zum Fenster rausgeschaut und gedacht ich bin im falschen Film", so ein direkter Nachbar. Das bei der Explosion ums Leben gekommene Ehepaar beschreibt er als sehr zurückgezogen. An seinem eigenen Haus sind mehrere Fenster und Türen kaputt gegangen.

Mehrere Anrufer informierten über Notruf die Polizei. Für die Feuerwehren wurde Alarm der Stufe 3 (Großbrand) ausgelöst. Die Wehren aus Inzell, Ruhpolding, Siegsdorf, Hammer, Traunstein und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung eilten mit einem Großaufgebot an Helfern zur Unglücksstelle. Ebenso ein Notarzt, eine Rettungswagenbesatzung, die BRKSchnelleinsatzgruppe Inzell und der Einsatzleiter Rettungsdienst.

Die Floriansjünger konzentrierten sich zunächst darauf, eventuell noch Menschenleben retten zu können und nach Verletzten Ausschau zu halten. Wie durch ein Wunder blieben jedoch alle Bewohner der Nachbargebäude unverletzt. Von den Bewohnern des zerstörten Gebäudes war der Feuerwehreinsatzleitung zunächst nur bekannt, dass dort ein Rentnerpaar gemeldet ist. Ob sich die beiden Personen zum Zeitpunkt der Explosion im Haus aufgehalten hatten und unter den Trümmern verschüttet wurden, war die Frage, mit der sich die Rettungskräfte am meisten beschäftigten.

Die Helfer mussten wegen des giftigen Brandrauches mit Atemschutzgeräten arbeiten, eine lange Schlauchleitung wurde von der Adlgasser Straße bis zum Brandort gelegt, um ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Mehrere Tanklöschfahrzeuge und Drehleitern waren im Einsatz. In weniger als einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle und weitestgehend gelöscht. Dann konnte in den Trümmern die Suche nach dem vermissten Ehepaar beginnen. Gegen 6 Uhr bargen die Rettungskräfte ihre Leichen.

Fassungslos und geschockt sind die etwa 100 Bewohner von Breitmoos, die von der nächtlichen Explosion aus dem Schlaf gerissen wurden und ihr Dorf nun größtenteils als Trümmerfeld und Katastrophenszenario erleben. Zur Betreuung der Anwohner war das Kriseninterventionsteam der Malteser im Einsatz. Um die Bewohner des Inzeller Ortsteils vor dem großen Medienaufgebot und bohrenden Fragen zu schützen, sperrte die Polizei die Unglücksstelle großflächig ab.

Spezialisten der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes müssen nun untersuchen, was passiert sein könnte. "Wir haben derzeit noch keinerlei Hinweise auf mögliche Ursachen", betonte der Pressesprecher der Polizei gestern. Spekulationen, wonach das Paar das Haus selbst in die Luft gesprengt hat, wollte er nicht bestätigen. Diese machten gestern jedoch hartnäckig die Runde. Schließlich sollte das Wohnhaus der beiden am Dienstag zwangsversteigert werden. Die Bank wollte laut Informationen der Münchener tz ein Mindestgebot von 270 000 Euro für das 1992 gebaute Einfamilienhaus mit 184 Quadratmetern Wohnfläche, 11 000 Quadratmetern Grund und Bergblick. Das jetzt in den Trümmern gestorbene Ehepaar hatte das Haus erst im Jahr 2000 gekauft; schon damals war es mit einer hohen Grundschuld belastet. Trotz des niedrig angesetzten Wertes hatte sich bei der Zwangsversteigerung kein Käufer gefunden. Dass in der Nacht nach diesem Termin zufällig das Haus in die Luft fliegt – ein Zufall, an den in Inzell keiner glauben mag.



Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2014
Dokument erstellt am 2013-04-11 20:23:08










Anzeige





Etwas Besonders sollte der Heiratsantrag sein, also ging Eugen Hammerschmidt im Kinosaal vor seiner Julia auf die Knie − Foto: Kino

Das eigentliche Okay hatte sich Eugen Hammerschmidt sowohl von den Schwiegereltern in spe wie auch...



Johannes Gierlichs in seinem Element: Am Liebsten übt der 18-Jährige an der Orgel in der Altöttinger Stiftspfarrkirche und spielt dort nicht immer nur, was auf seinem Lehrplan steht. − Foto: Schlierf

3473 Pfeifen sind das ganze Universum von Johannes Gierlichs, wenn er in der Stiftspfarrkirche...



− Foto: Archiv Jäger

Verkehrschaos rund um die B20 im Landkreis Straubing-Bogen: Am Dienstagnachmittag ereigneten sich...



−Symbolfoto: Rücker

Die Polizei hat einen Autofahrer gefasst, der fast dreimal so schnell wie erlaubt durch München...



− Foto: Kallmeier

Auf den Tag genau zehn Jahre ist es am Mittwoch her, dass die Landesgartenschau in Burghausen unter...





− Foto: dpa/Archiv

Ein lebensgefährliches Phänomen breitet sich derzeit unter jungen Mädchen aus: der Selfie vor Zügen...



− Foto: Circus Krone

Familiennachwuchs beim Circus Krone: Vor einer Woche kam dort ein weißes Löwenbaby zur Welt...



Eine beschriftete Tafel, dazu ein steinerner Engel mit zwei Kindern auf den Armen – so sieht die Gedenkstätte aus, mit der an der Nordseite der Burgkirchner St.-Johann-Kirche an die Opfer erinnert wird. − Foto: Kleiner

Eine Gedenktafel ist geblieben. "Sie kehrten heim zu Gott im Schutz ihres Engels"...



− Foto: flickr/Public Domain Photos

Der Freistaat hat auch das vergangene Haushaltsjahr 2013 mit einem Milliardenüberschuss...



Das Gasthaus "Zum Kirchenwirt" in Marienberg wird schon seit Jahren nicht mehr betrieben. Lediglich die Wohnungen über dem Erdgeschoss waren bis jetzt noch vermietet. − Foto: Wetzl

Eine Zusage machte Bürgermeister Hans Steindl den Marienberger Anwohnern, die am Mittwoch in die...





Die Gottfried Jaindl GmbH, Fachbetrieb für Solar, Heizung, Sanitär und Lüftung, hat Insolvenz beantragt. −Symbolfoto: dpa

Die Gottfried Jaindl GmbH mit Sitz im Gewerbepark in Lindach in Burghausen, Fachbetrieb im Bereich...



Harald Wiesian in seinem Reich: Die Außenanlagen des Freibads St. Georgen sind auf Vordermann gebracht, die kaputten Fliesen an den Beckenköpfen erneuert. Jetzt wartet der Betriebsleiter nur noch auf schönes Wetter für den Saisonstart am Karsamstag. − Fotos: Schwarz

14,5 Grad Celsius! Diese Temperatur zeigt das Thermometer in den Becken des Freibades St. Georgen an...



In der vergangenen Sitzung des Stadtrats würdigte Bürgermeister Hans Steindl die 46 Jahre Arbeit von Fritz Schwabenbauer. − Foto: Wetzl

Am 8. Mai jährt sich einmal mehr das Ende des Zweiten Weltkriegs. Wenn an diesem Tag Fritz...



− Fotos: tb21

Zwischen 500 und 600 Liter Diesel sind in der Folge eines Unfalls am Dienstag gegen 17 Uhr in...



− Foto: Circus Krone

Familiennachwuchs beim Circus Krone: Vor einer Woche kam dort ein weißes Löwenbaby zur Welt...













Kabarett mit Hannes Ringlstetter

23.04.2014 /// 20:00 Uhr /// Stadthalle /// Pfarrkirchen

Mit seinem Programm "Zum Ringlstetter".
Gap Dream

23.04.2014 /// 20:00 Uhr /// Rockhouse /// Salzburg

Konzert mit "Textor"

23.04.2014 /// 20:00 Uhr /// ScharfrichterHaus /// Passau

Er stellt sein aktuelles Album "Schwarz Gold Blau" vor.
mehr
Comedy & Dinner

24.04.2014 /// 19:00 Uhr /// Burggasthof /// Rattenberg

Disneys Musical TARZAN

24.04.2014 /// 19:30 Uhr /// Stage Apollo Theater /// Stuttgart

Halestorm

24.04.2014 /// 19:30 Uhr /// Theaterfabrik / Optimolgelände /// München

mehr
Die frankokanadische Regisseurin Louise Archambault erzählt in "Gabrielle - (K)eine ganz normale...
Sie haben Welthits in ihrer Vita stehen, doch ihre Namen kennen die wenigsten. "20 Feet From...
"The Invisible Woman" verwandelt mit kreativer Kraft in Zeitgenossen des "Gentlemans" Charles...
Ein Schul-Wachmann wäre gerne echter Polizist, um bei der Familie seiner Verlobten punkten zu...
mehr