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06.08.2009  |  09:40 Uhr

Hubert Kretschmer: Seltene Bücher von Konzeptkunst bis Politpop

Der Münchner Kunstlehrer sammelt seit rund 30 Jahren außergewöhnliche Kunsterzeugnisse abseits der klassischen Bücherwelt

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Mitten im studentischen, lebhaft-flirrenden Schwabing ist Hubert Kretschmer mit seinem Künstlerbuch-Archiv zuhause. Einige Stufen die gewendelte Treppe ins Souterrain hinab und schon taucht man in die vielfältige, spannende Kunstwelt des 59-Jährigen Kunstlehrers, Künstlers und Verlegers ein. Im überraschend hellen loftartigen Kellerraum reihen sich Archivboxen, Leitz-Ordner, Plakatrollen und stabile Bananenschachteln in Holzregalen aneinander. Ein Hauch 70er Jahre liegt in der Luft. Der von Gebrauchsspuren gezeichnete Holzboden, ein bequemes Vintage-Ledersofa für lebhafte Diskussionsrunden sowie eigene Gemälde und Fotografien schaffen den atmosphärisch stimmigen Rahmen, um auf Spurensuche zu gehen. Denn die Sammlerstücke, um die es hier geht, sind in erster Linie intellektuelle Kunst-Dokumente der letzten dreißig Jahre. Kunstströmungen wie Happening, Fluxus und Konzeptkunst standen damals für ein künstlerisches Bewusstsein, das sich zum Ziel gesetzt hatte, die Grenze zwischen Kunst und Leben niederzureißen. Nicht elitär wollte man sein, sondern in das Leben hineinwirken und gesellschaftliches Bewusstsein wecken. Unterschiedlichste Dokumente dieser Jahre finden sich in dem rund 8000 Titel umfassenden Archiv des 1950 im Zugspitzdorf Grainau bei Garmisch-Partenkirchen geborenen Oberbayern. Der Münchner Sammler spricht daher auch von seinem "Archiv künstlerische Bücher und mehr", denn es umfasst nicht nur Künstlerbücher, sondern auch Zeitschriften, Plakate, Kalender, Kataloge ebenso wie Postkarten, Einladungen, Lieferverzeichnisse aber auch Multiples und Editionen von Künstlern. Und eben vieles mehr.

Der Münchner Sammler, Kunstlehrer und Verleger Hubert Kretschmer mit

einem eigenwilligen Werk der Flensburger Künstlerin Elsbeth Arlt.

Kunstwerke, die aus dem Rahmen fallen

Papierkugeln an einem Zeitungshalter, Popup-Bücher aus Papier zum Aufklappen oder bemalte Unikate aus ehemaligen Waschmittelkartonagen - all das gibt es bei Hubert Kretschmer zu entdecken. Darunter in weitesten Sinne Buchobjekte, die alle eines gemeinsam haben. "Bibliophile Bücher mit Ledereinband und handsigniert, so etwas gibt es bei mir gar nicht." Darauf legt der vielseitige Kunstlehrer und Künstler wert, der an der Münchner "Samuel-Heinicke-Fachoberschule" im Bereich Gestaltung unterrichtet: Maler- bücher oder Handpressendrucken, also im traditionellen Sinne schöne Bücher, suche man bei ihm vergeblich. Vielmehr sei der Schwerpunkt seiner Sammlung die Konzeptkunst, eine Kunst die sich in den 60er und 70er Jahren entwickelte und annähernd zeitgleich zur Arte povera und Land Art neue Ausdrucksformen schuf. Entscheidend an dieser Kunstrichtung ist vor allem die Qualität der Idee, die ein Kunstwerk erst zu diesem macht. Nicht nur das Verhältnis von Text und Bild wird in dieser Zeit künstlerisch überdacht, sondern neue experimentelle Buchformen entstehen: "Es gibt auch Bücher, in denen kein einziges Wort steht", so Hubert Kretschmer über Werke, die ganz im Ideellen aufgehen. Didaktische Literatur bleibt somit in seiner Sammlung gänzlich außen vor. Vielmehr arbeiten die Künstler mit unterschiedlichen bildnerischen Methoden und Konzepten: so etwa mit aus Zeitungen entnommenen schwarz-weiß-Fotografien wie bei Romaine Perins kleinformatigem Bändchen "Stains" (1980) oder in dem Band "Die komplette Pin-up-Sammlung" (1980) von Gerhard Theewen, worin anonyme, auf Flohmärkten gefundene Fotos in Pop-Art-Manier reproduziert werden.

Produzentengalerie in der Adelgundenstraße 6

Begonnen hat Hubert Kretschmer mit seiner umfangreichen Sammeltätigkeit bereits Ende der siebziger Jahre. Als "konkreten Auslöser" nennt er dabei drei von ihm in der Münchner Produzentengalerie gestaltete Ausstellungen zum Thema Künstlerbücher und ­objekte. Die erste Präsentation fand im November und Dezember 1979 statt. Drei Kataloge mit Arbeiten von bekannten Künstlern wie Jochen Gerz, Jürgen Klauke, Klaus Staek oder Anna und Bernhard Johannes Blume erschienen begleitend dazu. Sie bildeten gleichzeitig den Grundstock für die spätere Sammlung und verlegerische Arbeit. Seit dieser Zeit sind unzählige künstlerische Zeugnisse von Fluxus über Mail Art, konkrete und visuelle Poesie aber auch Dokumente künstlerischer Selbstorganisation und -Vermarktung hinzugekommen. Viele der von ihm bis heute gesammelten Kunstwerke und Dokumente, darunter auch einige Unikate, stammen von Künstlern, die der 59-Jährige Sammler persönlich kennen gelernt hat. So auch Stephan Huber, der heute selbst als Professor an der Münchner Kunst Akademie lehrt und längst zum erfolgreichen Kunstestablish- ment gehört. Aber auch Künstler wie Christoph Mauler, Hajo Düchting, Berengar Laurer oder Jockel Heenes sind in der Sammlung vertreten.

Das Archiv als Forschungsfeld

"Künstlerbücher sind für mich Dokumente der Zeit, die eine bestimme Haltung ausdrücken", so Hubert Kretschmer, der auch eine eigene Datenbank für seine Sammlung angelegt hat, die immer wieder aktualisiert wird und im Internet zur Verfügung steht. Rund 30 bis 40 Kartons warten dabei noch auf ihre Aufarbeitung. Der Anspruch des Sammlers liegt vor allem darin "hier nicht Stücke wie Juwelen zu lagern", also "elitär" zu sein, sondern seine Sammlung als eine Art "Forschungsmaterial" zu verstehen. Gerne nutzen auch Studenten und Doktoranden sein Archiv als Forschungsquelle. Nicht als "Showsammlung", sondern als Objekte, mit denen man sich bewusst auseinandersetzen muss, definiert der 59-Jährige seine außergewöhnliche Kollektion: "Die Brisanz liegt in den Details", so Hubert Kretschmer, der seiner Sammlung auch "einen basisdemokratischen Funken" attestiert. Also Kunst, die damals wie heute erschwinglich und damit für ein breiteres Publikum verfügbar ist. Dass es sich dabei allerdings nicht um Massengeschmack handelt, liegt auf der Hand. Seine Sammlerstücke findet der 59-Jährige daher auf speziellen Kunst- und Büchermessen von Basel über Frankfurt bis New York, in Kunstakademien, Galerien aber auch im ganz alltäglichen Leben. "Ich gehe mit offenen Augen herum". Und sollte er von einem ganz besonderen Buchobjekt träumen dürfen, dann wäre dies eines von Anselm Kiefer (geb. 1945 in Donaueschingen), einem seit langem international gefeierten Künstlerstar. Doch "da fange ich gar nicht erst an zu recherchieren", angesichts der Preise, die für diesen Titanen der Kunstwelt bezahlt werden.



 
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