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18.03.2010  |  13:10 Uhr

Ein Erhartinger berichtigt die Geschichte

Rätsel um die "Schlacht von Ampfing" - Funde beweisen: Erharting war der eigentliche Austragungsort

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Die Geschichte ist falsch! Zumindest ein Teil davon. Das behauptet Herbert Matejka aus Erharting und kann auch mit seinen unendlich vielen Fundstücken beweisen, dass sich die Geschichtsschreiber, zumindest was die so genannte "Schlacht von Ampfing" im Jahr 1322 betrifft, irrten.

Aus der Wiese "Empfing" wurde "Ampfing"

An der besagten Schlacht war laut Geschichtsbücher Ludwig der Bayer beteiligt, der sein Königtum gegen Friedrich dem Schönen von Österreich erfolgreich verteidigte. Die Beteiligten sind unbestritten, nur über den Austragungsort ist man sich bis heute nicht einig. Bereits Hans Gollwitzer (gest. 1979), Altbürgermeister und Heimatforscher von Mühldorf, stellte in seiner Schrift "Die Schlacht von Mühldorf" heraus, dass eine Wiese namens "Empfing" von den Geschichtsschreibern irgendwann in "Ampfing" umformuliert wurde. Allerdings ist außerdem davon die Rede, dass der Austragungsort zwischen Mühldorf und Ötting gewesen sein soll. Der Ort Ampfing liegt jedoch nicht zwischen Mühldorf und Altötting, sondern neun Kilometer westlich von Mühldorf. Dieser Zusatz wurde von den Geschichtsschreibern, die wohl wussten, dass diese beiden Ortsangaben nicht zusammenpassten, schließlich einfach weggelassen und so ging die Schlachtort-Bestimmung in die bayerischen Schulbücher ein. Dass ein Mühldorfer Geschichtsschreiber namens Niclas Grill im 14. Jahrhundert von einer Schlacht "ze dem Dornwerch pey Mulldorff" schrieb und auch Ludwig der Bayer selbst vom "Streit zu Mühldorf" gesprochen haben soll, ließ man dabei völlig außer acht.

Auch Herbert Matejka aus Erharting (7 km nordöstlich von Mühldorf) erfuhr im Geschichtsunterricht von der "Schlacht von Ampfing". Dass er viele Jahre später berichtigen sollte, was er da im Geschichtsbuch las, wusste er natürlich noch nicht. Bereits als kleiner Bub interessierte er sich jedoch für Geschichtliches und Archäologie. Für ihn war es immer ein Abenteuer, wenn sein Lehrer mit der Klasse zum heimischen Dornberg ging, um dort ein bisschen "herumzubuddeln". "Damals durfte man das ja noch", erinnert sich Matejka. Schon damals fand man immer wieder Relikte aus vergangenen Zeiten.

Beweise am Dornberg und am Totenpoint

Mitte der 1980er Jahre machte ihn ein Grundeigentümer am Dornberg auf zwei Armbrustspitzen aufmerksam, die er gefunden hatte. Und so begann Matejkas Berichtigung der Geschichte. Rund um den Dornberg fand der Amateur-Archäologe, der eigentlich den Beruf des Heizungsmonteurs ausübte, immer mehr Beweisstücke, von denen er schon vermutete, dass sie die Thesen Gollwitzers bestätigen: Fast schon direkt vor seiner Haustüre am Dornberg und am so genannten "Totenpoint" zwei Kilometer westlich von Erharting stieß Matejka auf Dolche, Schwertknaufe, Steigbügel, Sporenräder, Speerspitzen, Pfeile, Streitäxte, Armbrustspitzen, eine Unzahl an Pferdezähnen und Knochen. "Man musste gar nicht lange suchen", so Matejka. "Die Fundstücke lagen meist nicht tiefer als 20 bis 30 Zentimeter unter der Erde."

Die Funde des Erhartingers wurden in den 1980er Jahren von Konservator Stefan Winghart von der Vor- und Frühgeschichtsabteilung des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege untersucht und konnten eindeutig dem frühen 14. Jahrhundert zugeordnet werden. Dieses Ergebnis erhärtete den Verdacht Matejkas, dass all seine Funde Beweisstücke für eine kriegerische Auseinandersetzung am Dornberg und am Totenpoint, also der Schlacht von 1322 sein mussten. Dass sie in Ampfing ausgetragen wurde, sehen Matejka und andere Archäologen und Historiker als widerlegt an. "Die Ampfinger wehren sich immer noch dagegen", weiß Herbert Matejka. Dies ist nicht verwunderlich, denn gerade durch dieses Ereignis erlangte Ampfing Bekanntheit, die "Schlacht von Ampfing" gilt als bedeutenstes Ereignis in der Gemeindegeschichte. Sogar das Wappen Ampfings erinnert mit zwei gekreuzten Morgensternen an die letzte große Ritterschlacht ohne den Einsatz von Feuerwaffen zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen.

Schweppermann zu alt für die Schlacht

Doch damit nicht genug: Herbert Matejka berichtigte nicht nur den Austragungsort der Schlacht, er bezweifelt auch die Teilnahme des bekannten Feldhauptmanns Seyfried Schweppermann (1257-1337). Laut Geschichte soll sich Schweppermann bei besagter Schlacht durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet haben. Auf seinem Grabmal steht: "...der bei Gamelsdorf und Ampfingen im Streite tat das Best ." Allerdings, so ist sich Matejka sicher, war Schweppermann zumindest für die Teilnahme an der Schlacht von 1322 mit 65 Jahren viel zu alt. "Die Ritter waren damals alle sehr jung, meist Anfang 20", erklärt Matejka. Und schließlich bezweifelt er auch, dass der bekannte Spruch Ludwigs des Bayers "Jedem Mann ein Ei, dem frommen Schweppermann zwei" aus der Zeit der Schlacht stammt. Matejka hält es für sehr unwahrscheinlich, dass für einige tausend erschöpfte Kämpfer so viele Eier zur Verfügung standen. Viel mehr spreche dafür, dass dieser Ausspruch bei einem Jagdgeschehen fiel, an dem nur etwa 30 bis 50 Männer beteiligt waren.

"Die Beweislast ist erdrückend" würde man vor Gericht sagen, denn die Funde und die Forschungsarbeit Matejkas sprechen Bände. Ob und wann jedoch die Geschichte in den Büchern berichtigt wird, bleibt offen.

(Text: Simone Kainhuber)








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