• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 4.12.2016



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




01.05.2013  |  00:00 Uhr

Spatenstich für 80 neue Jobs

Offizieller Baubeginn für das Gewächshaus für Chiemgauer Tomaten aus Kirchweidach – Plantage auf 115 000 Quadratmetern Fläche

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Von Wolfgang Traup

Kirchweidach. Von einem Vorzeigeprojekt, einem bundesweit einmaligen Vorhaben und von einem Beispiel für Nachhaltigkeit war gestern beim Spatenstich für die Tomatenplantage in Edt bei Kirchweidach die Rede. Auf einer Fläche von 115 000 Quadratmetern soll dort ein Gewächshauskomplex entstehen, der rein mit Erdwärme geheizt wird. Die kommt aus der benachbarten Kirchweidacher Geothermiebohrung (siehe Interview Seite 38). Zwischen 80 und 85 Vollzeit-Arbeitsplätze verspricht Investor Josef Steiner aus dem oberösterreichischen Hochburg/Ach.

Die sollen die Chiemgauer Tomaten aus Kirchweidach anbauen und ernten. Gut vier Millionen Kilogramm Cocktail-Tomaten oder bis zu 6,6 Millionen Kilogramm klassische Rispentomaten sollen ab dem kommenden Jahr den Weg von Kirchweidach aus zu Verbrauchern in der Region finden.

Einer dieser Verbraucher will der Kirchweidacher Pfarrer Jakob Krowiak sein. Der erzählte, nachdem er der Baustelle den Segen erteilt hatte, von seiner Vision: dass er täglich auf seinem Frühstückstisch eine Kirchweidacher Tomate vorfinden werde.

Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, hat sich Josef Steiner aus Hochburg/Ach mit zwei Investoren aus der Region zusammengetan. Gemeinsam planen sie das Kirchweidacher Tomatenprojekt, für das gestern am späten Vormittag der symbolische erste Spatenstich stattfand, während im Hintergrund bereits schwere Baufahrzeuge dabei waren, die Fläche für den Bau der Gewächshäuser zu planieren.

"Alle reden von der Energiewende – wir machen sie", sagte Franz Obermayer, Vorsitzender des Fernwärmeausschusses der Gemeinde Kirchweidach und unmittelbarer Nachbar der in Bau befindlichen Anlage. Und hier zeige sich "dass auch ein kleines Dorf Dinge schaffen kann, die sonst nur große Städte in Angriff nehmen."

"Ein bundesweit einmaliges Projekt" sieht die Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner (CSU) in der Kombination von Stromerzeugung aus Geothermie und der gleichzeitigen Nutzung der Restwärme. Deshalb könne man, sagte sie gestern, "durchaus von einem Kirchweidacher Modell sprechen", das hoffentlich beispielgebend sein werde. Dabei outete sie sich als begeisterte Toamten-Esserin; "Ich selbst bin ein Tomatenfan und freue mich, wenn ich heimische Tomaten essen kann." Sie lobte die Kirchweidacher, die von Anfang an dem Projekt Geothermie offen gegenübergestanden seien. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass es auch Skeptiker gebe. Und die Bedenken auch dieser Bürger müsse man ernst nehmen.

"Einen nahezu unendlichen Bodenschatz" nannte Geoenergie-Geschäftsführer Bernhard Gubo das heiße Wasser aus der Tiefe. Er freue sich, dass damit neben der Stromerzeugung aus der Geothermie auch die Abwärme sinnvoll genutzt werden könne.

Das betonte auch Kirchweidachs Bürgermeister Johann Krumbachner. Denn mit der Tomatenplantage rücke das Ziel, die Wärme aus dem Erdinneren als Fernwärme für das Dorf zu nutzen, "in greifbare Nähe". Durch die sich daraus ergebenden Synergieeffekte ließen sich beide Projekte wirtschaftlicher betreiben. Dazu habe die Gemeinde eine Gesellschaft gegründet, deren Geschäftsführer Geschäftsleiter Marcus Hansen ist. Deren Aufgabe sei es, die Plantage mit warmem Wasser zu versorgen und weiter die Fernwärme für das Dorf zu planen und zu betreiben.

Krumbachner lobte die wegweisenden Entscheidungen des Gemeinderates und die Geschlossenheit der Bürger, die voll hinter dem Geothermie-Projekt stünden. Er nannte den Tag des Spatenstiches "einen besonderen Tag für die Gemeinde." Damit werde auch deutlich, dass es mit der Geothermie weitergehe.

"Auf etwa 80 Jobs vor Ort" bezifferte Josef Steiner die Anzahl der Vollzeit-Arbeitsplätze, die in Kirchweidach mit der Tomatenplantage entstehen werden. Schon Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres solle die Produktion beginnen, und die ersten Tomaten könnten bereits im März 2014 geerntet werden. Dabei lege er besonderen Wert auf die hohe Qualität der Ware. Außerdem erfolge die Produktion in Kirchweidach durch die Geothermie praktisch CO2-frei, da für das Heizen der Gewächshäuser keine zusätzliche Energie notwendig sei. Auch eine Bewässerung mit dem wertvollen Trinkwasser werde bei durchschnittlichen Wetterbedingungen nicht nötig, da das gesamte Regenwasser aufgefangen werde, um die Pflanzen zu bewässern. Damit bleibe die Wertschöpfung zu 100 Prozent vor Ort. Denn auch auf Chemie könne bei dieser Art der Produktion weitgehend verzichtet werden. Hummeln sollen die Bestäubung übernehmen, durch Nützlinge solle der Einsatz von Insektiziden überflüssig werden.

Da der Selbstversorgungsgrad mit Tomaten in Bayern unter acht Prozent liege, könne die gesamte Ernte aus Kirchweidach regional vermarktet werden, ist sich der Investor sicher. Dadurch würden die Tomaten auch im ausgereiften Zustand geerntet. Und das wirke sich besonders vorteilhaft auf den Geschmack aus. Dagegen würden Tomaten aus Spanien unter großem Energie- und Wasseraufwand produziert. Und um sie bei den langen Anfahrtswegen nach Mitteleuropa zum Verbraucher zu bringen, müssten die Früchte in einem frühreifen Zustand geerntet werden. Darunter würden Qualität und Geschmack leiden.

Steiner lobte die Aufgeschlossenheit in der Gemeinde Kirchweidach und im Landratsamt Altötting für das Projekt. Bereits Ende Mai sollen die Fundamente gebaut und Anfang Juli die Gewächshäuser dann in die Höhe wachsen. Wenn dann im November die Wärmelieferungen beginnen, könnten bereits Ende Dezember die ersten Pflanzen unter den Glasdächern heranwachsen. Gesetzt, gepflegt und geerntet werden die Früchte von etwa 80 Vollzeit-Kräften, die in der Hochsaison, wenn die Sonne für steigende Erträge sorgt, also zwischen Juli und September, durch etwa 20 Teilzeitkräfte unterstützt werden sollen.

Der 52-jährige Josef Steiner hat vor 25 Jahren in HochburgAch, gegenüber von Burghausen, mit der Produktion von Heidelbeeren begonnen. Mittlerweile gehört eine Baumschule zu dem Betrieb, den jetzt seine Brüder leiten. Denn Steiner will sich mit ganzer Kraft dem Kirchweidacher Tomatenprojekt widmen.








Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2016
Dokument erstellt am










Anzeige





− Foto: dpa

Mehr Restaurants als je zuvor sind in Deutschland für den Hotel- und Restaurantführer "Guide...



In Jogginganzug und mit kurzrasierten Haaren war Dominik R. am Donnerstagabend dem Haftrichter in Passau vorgeführt worden. Zwei Beamte hatten ihn auf der Reise aus Spanien begleitet. − Foto: Jäger

Nach rund zwei Stunden Flug aus Spanien und der Fahrt ab dem Münchner Flughafen war Dominik R...



− Foto: Symbolbild dpa

Neue Skisaison - neue Höchstpreise: Bis zu 53 Euro müssen Skifahrer heuer für eine einzige...



Der Gemeinderat sah das Jodl-Grab nie als Anziehungspunkt für Neonazis. Doch nun sind NPD-Aktivisten mit Fahnen der rechtsextremen Partei auf der Fraueninsel aufmarschiert. Sie versuchten unter den Augen der Friedhofs- und Münster-Besucher, die rote Farbe von Wolfram Kastners letzter "künstlerischer Intervention" zu entfernen. − Foto: NPD/Facebook

Der Dauerstreit um das Jodl-Grab auf der Fraueninsel hat sich in den letzten Wochen wieder...



Bis Notarzt und Krankenwagen an einem Unfallort sind, dauert es oft bis zu 20 Minuten. Mit dem Pilotprojekt "Telenotdienst" soll die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrückt werden. − Foto: dpa

Es kann bis zu 20 Minuten dauern, bis ein Notarzt an einer Unfallstelle oder bei einem...





Am Donnerstag soll die Pkw-Maut in Beüssel die nächste Hürde nehmen. −Symbolfoto: dpa

Ausgerechnet Brüssel. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt reist am Donnerstag in die...



Perchten gehören nicht zu einem christlichen Advent, findet ein Pfarrer aus Niederbayern - und hat deshalb seine Teilnahme am Christkindlmarkt in Bad Abbach abgesagt. − Foto: Archiv-PNP

Vor zwei Jahren hatte er die Kanonenschüsse bei der Fronleichnamsprozession verboten...



Gegen den Maut-Kompromiss regt sich Widerstand in Europa. − Foto: Thomas Jäger

Nach der Zustimmung der EU-Kommission zu einem geänderten Modell der Pkw-Maut formiert sich...



Von der Störung bei der Telekom sind auch viele Haushalte in Bayern betroffen. − Foto: dpa

Kunden der Deutschen Telekom haben seit Sonntag mit einer Störung ihrer Anschlüsse zu kämpfen...



Uwe Wolf bedankt sich nach dem Derbysieg am Samstag bei den Wacker-Fans. Im Vorfeld hatte sich der Trainer kritisch über die Bedingungen in Schalding geäußert. − Foto: Butzhammer

Das Regionalliga-Derby zwischen Wacker Burghausen und dem SV Schalding ist für diese Saison bereits...





Von der Störung bei der Telekom sind auch viele Haushalte in Bayern betroffen. − Foto: dpa

Kunden der Deutschen Telekom haben seit Sonntag mit einer Störung ihrer Anschlüsse zu kämpfen...



Der Gemeinderat sah das Jodl-Grab nie als Anziehungspunkt für Neonazis. Doch nun sind NPD-Aktivisten mit Fahnen der rechtsextremen Partei auf der Fraueninsel aufmarschiert. Sie versuchten unter den Augen der Friedhofs- und Münster-Besucher, die rote Farbe von Wolfram Kastners letzter "künstlerischer Intervention" zu entfernen. − Foto: NPD/Facebook

Der Dauerstreit um das Jodl-Grab auf der Fraueninsel hat sich in den letzten Wochen wieder...



Der Weltladen ist seit August 2014 am Max-Planck-Platz untergebracht. Martina Schmitt hat als Ladenleiterin zum Jahresende gekündigt. Missionsvereinsvorsitzender Thomas Geigenberger ist auf der Suche nach einer Nachfolge. − Foto: Spielhofer

Turbulenzen erlebt derzeit die Missionshilfe, Trägerverein des Weltladens in Burgkirchen/Alz...



Sobald private Waffen im Spiel sind, prüfen die Sicherheitsbehörden bei einem "Reichsbürger"-Verdacht den Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis. Dies war auch bei dem Mitglied der Olympiamannschaft der Fall. − Foto: dpa

Wegen "Reichsbürger"-Verdachts haben bayerische Sicherheitsbehörden nach Informationen der PNP gegen...



Am Donnerstag soll die Pkw-Maut in Beüssel die nächste Hürde nehmen. −Symbolfoto: dpa

Ausgerechnet Brüssel. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt reist am Donnerstag in die...













Der geheimnisvolle Adventskalender

04.12.2016 /// Stadtplatz /// Burghausen

Vom goldenen Königreich - Märchen für Groß und Klein, Spielzeiten: 16.30/17.15/18 Uhr
Conny und die Sonntagsfahrer

04.12.2016 /// 18:00 Uhr /// Stadthalle /// Roding

Kabarett mit Martin Kubetz und Silke Heimann

04.12.2016 /// 18:00 Uhr /// Paul-Theater - Konzertsaal /// Straubing

"Das X-Maß ist voll!".
mehr
Oswald Sattler - Zusatzkonzert 2

05.12.2016 /// 19:00 Uhr /// Stiftspfarrkirche /// Altötting

Günter Grünwald

05.12.2016 /// 20:00 Uhr /// Kultur+Kongress Zentrum (Gewölbe) /// Rosenheim

SAXON

06.12.2016 /// 19:30 Uhr /// Backstage Werk /// München

mehr
Das Biopic "Jacques - Entdecker der Ozeane" nähert sich der widersprüchlichen Figur des...
King meets President: Elvis Presley und Richard Nixon entdecken in Liza Johnsons Komödie "Elvis &...
Das Wunder im Pullunder weiß alles über alles: In seinem ersten Kinofilm "Schubert in Love" erklärt...
Noch 'ne Castingshow, diesmal aber im Kino: "Sing" ist ein tierisches Animationsmusical, das schick...
mehr