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Lexikon "Der große Polt" erschienen  |  21.04.2017  |  12:01 Uhr

Wie der Lehrbub den Ratzn . . . Polt-Interview zum 75. Geburtstag

von Raimund Meisenberger

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Die Altöttinger Metzgerei, wo Gerhard Polt einst aufwuchs, ist heute ein Dönerimbiss. Im Nachbarhaus wurde Volkssänger Weiß Ferdl geboren. Fast scheint es, als ob eine Kindheit im Wallfahrtsort den Geist zu Widerspruch und Satire inspiriert. − Foto: Dominique Meienberg/dpa

Die Altöttinger Metzgerei, wo Gerhard Polt einst aufwuchs, ist heute ein Dönerimbiss. Im Nachbarhaus wurde Volkssänger Weiß Ferdl geboren. Fast scheint es, als ob eine Kindheit im Wallfahrtsort den Geist zu Widerspruch und Satire inspiriert. − Foto: Dominique Meienberg/dpa

Die Altöttinger Metzgerei, wo Gerhard Polt einst aufwuchs, ist heute ein Dönerimbiss. Im Nachbarhaus wurde Volkssänger Weiß Ferdl geboren. Fast scheint es, als ob eine Kindheit im Wallfahrtsort den Geist zu Widerspruch und Satire inspiriert. − Foto: Dominique Meienberg/dpa


Warum umständlich Mitglied des bayerischen Landtags sagen, wenn man "Abstimmungsgesäß" sagen kann? Wieso über die Ursache eines vom Weißbier aufgeblähten Biertrommelbauchs rätseln, wenn mit "Zeppelinismus" alles erklärt ist? An diesem Wochenende stellt Kabarettist, Autor und Filmemacher Gerhard Polt in München das 176 Seiten schmale, himmelschreiend trockenhumorige Wörterbuch "Der große Polt" vor. Darin gesammelt sind von Polt geschaffene Begriffe und Definitionen – altbekannte wie "Gemütlichkeit" als "Relation aus Zeit, Bier und Geld" und neue wie "Cappucinieren" als Zustand des mit Lebensfreude einhergehenden Leerlaufs.

Die Idee zum Buch hatte Polts Freund und musikalischer Wegbegleiter Michael Well, ausgearbeitet und herausgegeben hat es Literaturwissenschaftlerin Claudia Pichler, die über "Fremdheit bei Gerhard Polt" promoviert hat und dessen Programme und Texte in- und auswendig kennt. "Der große Polt" offenbart genau jene glückliche Verbindung von intellektuell-sprachphilosophischer Genauigkeit und bayerischer Lust an der Kraft des Wortes, die Gerhard Polt auszeichnet. Weil der in Altötting aufgewachsene Künstler darüber lieber spricht als über den bevorstehenden 75. Geburtstag am 7. Mai, haben wir uns übers Schimpfen, Geschichtenerzählen, über Bootsverleiher, Ironie und schöne Erinnerungen an den Wallfahrtsort unterhalten.

Herr Polt, im Vorwort schreiben Sie, mit dem "Großen Polt" könne der Leser sein "Schmähpotential" erweitern: Der "Homo oralis" ist da ein "Windbeutel mit chronischer Logorrhöe", die "Blunzn" eine "menschliche Erscheinung, bei der geistige Schwerfälligkeit mit körperlichem Umfang harmonisiert". Sie schimpfen gern, kann man das so sagen?
Gerhard Polt: Ich selber schimpf ja nicht . . . Ja, doch, ich schimpf schon auch. Aber mir geht’s darum, dass die Leute früher ganz anders geschimpft haben. Die haben sich mehr Zeit genommen zum Schimpfen. Man hat sich den anderen Menschen in eine unwürdige Situation hineingewünscht. Man hat nicht Arschloch oder Idiot gesagt, sondern: "Dem wünschad i, dass er in d’Odlgruam neifoid, dass eam die Scheiße bis da herobm steht." Man hat mehr Begriffe, mehr Wörter, mehr Bilder gestaltet, um Menschen zu erniedrigen. Gut schimpfen, das war ein leidenschaftlicher Vorgang! Ich kenn das von früher, das hängt mit meinem Alter zusammen. Mir fällt auf, dass die Menschen einsilbiger und fader werden, die Verwendung der Begriffe verliert an Farbigkeit. Das hat sicher damit zu tun, dass wir passiver werden und dass wir einer Bilderflut gegenüberstehen, in der wir nicht mehr reden – wir lassen Bilder machen, wir lassen reden.

Ihre früheste Kindheitserinnerung, das war als etwa Dreijähriger im Keller in Altötting, oben fahren die Panzer und alles ist voller Angst. Nach Andreas Altmanns "Scheißleben" könnte die Stadt auch eine positive Erinnerung brauchen . . .
Polt: Der Altmann hat ungefähr 600 Meter von mir gewohnt. Er ist einige Jahre jünger als ich, er hat allerdings denselben Kooperator Strohhammer gehabt wie ich und mein verstorbener Freund Herbert Riehl-Heyse. Wir sind ja geprügelt worden, das kann man sich gar nicht vorstellen. Das war ja . . .

Eigentlich wollte ich fragen, ob es auch schöne Altötting-Erinnerungen gibt?
Polt: Sicher, na klar. Ich habe ja einige davon im Buch "Hundskrüppel" aufgeschrieben. Wunderbare Sachen gab’s da. Wie der eine Lehrbub den Ratzn in die Leberkäsmaschine reingeschmissen hat. Da war ich dabei! Und in diesem Fall war ich nicht einmal der Anstifter, sondern nur der bewundernde Betrachter.

Das ausführliche Gespräch lesen Sie am 21. April im Feuilleton der Passauer Neuen Presse (Online-Kiosk) oder als registrierter Abonnent hier.








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