• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 28.04.2017



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Neuötting/Traunstein  |  17.06.2015  |  17:41 Uhr

Paradoxer "Notruf" beschert Flüchtling wohl Abschiebung

Lesenswert (4) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Das Neuöttinger Asylbewerberheim: Ende August brannte es hier gleich mehrfach. − Foto: Kleiner

Das Neuöttinger Asylbewerberheim: Ende August brannte es hier gleich mehrfach. − Foto: Kleiner

Das Neuöttinger Asylbewerberheim: Ende August brannte es hier gleich mehrfach. − Foto: Kleiner


Entschuldigen wolle er sich, sagt der junge Afghane. Entschuldigen "beim deutschen Volk". Für alle Sorgen, die er bereitet habe, und auch für den Schaden. Er wolle doch nur "ein Leben in Freiheit" und "Bildung genießen", fügt er an und wirkt aufrichtig beschämt. Fast noch betretener als der Angeklagte aber blicken die weiteren Anwesenden im Sitzungssaal drein. Schließlich haben sie im Gegensatz zu ihm längst verstanden, dass aus den Wünschen nichts wird. Statt Freiheit und Bildung steht ihm die Abschiebung bevor – egal, wie die Richter entscheiden.

An der Schuld des jungen Mannes besteht kein Zweifel. Fünfmal hat er Ende August 2014 innerhalb einer Nacht in der Neuöttinger Asylbewerberunterkunft Feuer gelegt. Anfang Januar musste er sich deswegen bereits vor dem Mühldorfer Jugendschöffengericht verantworten. Drei Jahre Haft lautete das Urteil, was Verteidiger Erhard Frank dazu bewog, umgehend in Berufung zu gehen. Die zweite Instanz in Form des Traunsteiner Landgerichts war am Mittwoch an der Reihe. Sie musste sich nur noch mit dem Strafmaß beschäftigen, weil sich der Angeklagte zwischenzeitlich zu einem Geständnis durchgerungen hat.

Aufgrund dessen folgen die Richter zwar weitgehend dem Antrag von Verteidiger Frank und mildern das Strafmaß auf zwei Jahre und drei Monate ab. Bewährung aber kommt nicht mehr in Frage – wobei das Gericht dem Angeklagten damit vielleicht sogar einen Gefallen tut. Denn auch am Ende der Verhandlung ist diesem augenscheinlich nicht ganz klar, dass ihm aufgrund der Straftat wohl die Abschiebung nach Schweden bevorsteht – und von dort aus weiter nach Afghanistan. Die Strafe beschert ihm zwar einige zusätzliche Monate in Haft, doch immerhin hält es ihm seine gefürchtete Heimat noch einige Zeit vom Leib.

Er habe Angst gehabt, zurück nach Afghanistan geschickt zu werden, gibt der junge Mann noch als Motiv für seine Taten an – für den durchaus mitfühlenden Richter Weidmann, der von einem "Notruf in einer verzweifelten Situation" spricht, eine "paradoxe Logik". "Durch Begehung eines Verbrechens ein Bleiberecht bekommen", fragt er in Richtung des Angeklagten und gibt selbst die Antwort. "Das ist kurzfristig gedacht." − cklMehr dazu lesen Sie am Donnerstag, 18. Juni, im Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger.



Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2017
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am



Anzeige









Anzeige





Anzeige





Christian Bradic wird von seinen Freunden auch "Kiki" genannt. Er wird seit Samstag vermisst. − Foto: Polizei

Die Polizei sucht nach dem 16-jährigen Christian Bradic, der von seinen Freunden auch "Kiki" genannt...



Mit diesem Bild macht die junge Designerin demnächst in Passau auf sich aufmerksam – das Plakat wird sechs mal acht Meter groß sein und in Uninähe platziert. − Foto: "Variasophia"/Christian Kropfmüller

Dass da noch keiner drauf gekommen ist: Eine Modedesignerin aus Afham (Landkreis Passau) hat für das...



Regnerisch und trüb ist es zur Zeit im Süden Bayerns. −Symbolfoto: dpa

Regen, Regen, Regen. So sieht es derzeit im südlichen Bayern aus. Für die nieder- und...



Blumen stehen vor einem Bild der verschwundenen Madeleine McCann (Maddie). Auch zehn Jahren nach dem Verschwinden von Maddie hat die Londoner Polizei die Hoffnung noch nicht aufgegeben.  − Foto: dpa

Ana rollt mit den Augen, als sie den Namen "Maddie" hört. "Es reicht! Langsam muss ja Schluss sein...



Die Polizei konnte bereits einen Tag nach dem sexuellen Übergriff auf eine 17-Jährige beim Besuch der Gerner Dult einen Tatverdächtigen festnehmen. −Archivfoto: Schön

Während des Besuches der Gerner Dult kam es am Montag in Eggenfelden im Landkreis Landkreis...





Um von der Grundschule auf die Realschule oder das Gymnasium zu wechseln, brauchen Schüler einen bestimmten Notenschnitt. In Zukunft sollen allein die Eltern über die Schullaufbahn entscheiden, fordert die SPD-Landtagsfraktion in einem Gesetzentwurf. − Foto: dpa

Die Note allein soll in Bayern nicht mehr darüber entscheiden, welche Schule ein Kind besuchen darf...



Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Foto: dpa

Ausgerechnet bei seinem eigenen Karriereende lässt CSU-Chef Seehofer den eigenen Worten keine Taten...



Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter war beim Rückspiel des FC Bayern in Madrid vor Ort. Hautnah hat er miterlebt, wie die Polizei den Bayern-Block gestürmt und auf Fans eingeschlagen hatte. Nun will er einen Anwalt einschalten. − Foto: dpa

Als Stadionbesucher vor Ort hat Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter beim Viertelfinal-Rückspiel...



Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. − Foto: dpa

Eklat beim Antrittsbesuch von Außenminister Sigmar Gabriel in Israel: Ministerpräsident Benjamin...



Zusammengerechnet sollen die beiden Bandenmitglieder Metalle im Wert von rund 300000 Euro erbeutet haben. Beide müssen dafür rund fünf Jahre in Haft. − Foto: Schöttl

Jeweils um die fünf Jahre müssen zwei Mitglieder der sogenannten Kupferbrigade ins Gefängnis...





Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. − Foto: dpa

Eklat beim Antrittsbesuch von Außenminister Sigmar Gabriel in Israel: Ministerpräsident Benjamin...



Liquidatoren wurden die Männer genannt, die nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – heute vor 31 Jahren – mit Aufräumarbeiten beauftragt waren. Sergej Tag musste immer wieder in den havarierten Block 4, um noch brauchbare Ersatzteile auszubauen. Schon kurz nach dem GAU begannen die Reparaturarbeiten an Block 4 (kleines Foto vom 1. Oktober 1986). Die benachbarten Reaktorblöcke liefen teils noch bis 2000. − Fotos: dpa

Zehn Jahre lang hat Sergej Tag im Atomkraftwerk in Tschernobyl gearbeitet. Der Techniker...



Bereits mit neun Jahren half er dem Vater aus, heute – 70 Jahre später – ist der Fimberger Max der letzte Glöckner von Maria Ach. − Foto: Stummer

Er wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Wenn er langsam durch die Kirche schlurft...



Der neue Oberstaatsanwalt Prof. Dr. Kroiß (links), Justizminister Winfried Bausback und Wolfgang Giese. - Foto: Karlheinz Kas

Traunstein. Festakt im Schwurgerichtssaal: Dort wo ansonsten die schweren Fälle der...



Noch vor der ohnehin immer früh beginnenden Osternachtsmesse versammelten sich rund 150 "Geburtstagsgäste" im und am Geburtshaus Benedikts XVI., um sich inmitten eines Lichterlabyrinths auf den besonderen Tag einzustimmen. − Fotos: A. Kleiner

Erst andächtig und leise, im späteren Tagesverlauf immer ausgelassener und klanggewaltiger hat...



















Hier können Sie die tagesaktuelle Zeitung sowie 6 Monate rückwirkend alle regionalen Ausgaben der Passauer Neuen Presse als PDF-Dokument direkt online kaufen und sofort lesen. Bitte wählen Sie nun die gewünschte Ausgabe und den entsprechenden Erscheinungstermin:




Jetzt kaufen!