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Traunreut  |  11.02.2016  |  17:37 Uhr

Polizeiarbeit ist nicht immer so spektakulär wie im Fernsehen

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Abwehrwaffen, wie ein Elektroschocker, sind nicht unproblematisch, weil man sie im Ernstfall oft nicht effektiv einsetzen kann.

Abwehrwaffen, wie ein Elektroschocker, sind nicht unproblematisch, weil man sie im Ernstfall oft nicht effektiv einsetzen kann.

Abwehrwaffen, wie ein Elektroschocker, sind nicht unproblematisch, weil man sie im Ernstfall oft nicht effektiv einsetzen kann.


Für Spannung und Aufmerksamkeit sorgte der Besuch von zwei Polizeibeamten am Traunreuter Gymnasium: Zwei Schulstunden lang wurden die 10. Klassen des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums mit Kriminalität, Verkehrsunfällen, aber auch mit Zivilcourage und Prävention konfrontiert. Der Traunreuter Polizeichef Johann Bohnert und sein Kollege Christian Kolb berichteten über viele Themen aus dem Polizeialltag. In erster Linie wurden dabei Straftaten erwähnt, die sich speziell in Traunreut ereignet haben, und es wurde auch über die Traunreuter Kriminalitäts-Brennpunkte informiert.

Besonderes Interesse rief bei den Schülern das Tötungsdelikt an einem 61-jährigen Rentner im Jahr 2014 hervor. Den Zehntklässlern wurde anhand des Falles aufgezeigt, wie schwierig sich die Ermittlungen gestaltet hatten, zumal die Leiche erst Tage nach dem Mord aufgefunden wurde und die Zeugenaussagen sehr widersprüchlich waren. Zwar konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden, aber letztendlich war die Beweislage so dünn, dass es nicht zur Verurteilung des Mannes reichte.

Andererseits wurde den Schülern durch die Berichte der Beamten auch klar, dass das Polizistenleben nicht immer so spektakulär ist, wie es oft auch im Fernsehen dargestellt wird. Der Tagesablauf wird durch viel Routine bestimmt: Streife fahren, Unfälle sowie Straftaten aufnehmen und Verwarnungen erteilen. Es wurde deutlich, dass die Polizeiarbeit mit viel Schreibtätigkeit und Bürokratie verbunden ist.

Die Polizeibeamten legten in ihrem Vortrag auch besonderen Wert darauf, den Schülern zu vermitteln, wie man Straftaten vermeidet und dass oft schon ein unbedachter Streich ungeahnte Konsequenzen haben kann. Am Beispiel eines Ladendiebstahls zeigte Bohnert auf, was passiert, wenn man bei einer Straftat erwischt wird. Eine unangenehme Prozedur wartet in der Regel auf den Täter: Zunächst wird er zur Dienststelle mitgenommen, wo eine Vernehmung erfolgt und in bestimmten Fällen sogar Fingerabdrücke genommen werden. Bei wiederholten Vorgängen werde die Wohnung durchsucht, was ja durchaus peinlich sein kann, wenn die Nachbarn das mitbekommen. Die Straftat werde schließlich in das polizeiliche Führungszeugnis aufgenommen.

Groß sei dann oft die Überraschung, wenn man sich beispielsweise um eine Lehrstelle oder eine Arbeitsstelle bemüht und nur Absagen bekommt. Mit einer Vorstrafe als Hypothek hat man wesentlich schlechtere Karten auf dem Arbeitsmarkt, und speziell im öffentlichen Dienst braucht man sich überhaupt keine Hoffnung auf eine Einstellung zu machen. Polizeiobermeister Kolb ging in seinem Vortrag unter anderem auf die Gefahren des Straßenverkehrs ein. Denn junge Leute sind besonders häufig in Unfälle verwickelt. Gründe für die gefährliche Raserei seien Alkohol, Imponiergehabe und Übermut. Nicht ohne Grund gab er den Schülern den Rat, nie bei angetrunkenen oder verantwortungslosen Fahrern einzusteigen. Auffällig sei dabei, dass es meist die jungen Männer sind, die betrunken schwere Verkehrsunfälle verursachen. Deshalb wurde auch das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger eingeführt.

Großes Interesse hatten die Schüler an dem Thema "Begleitetes Fahren", zumal einige bereits dabei waren, ihren Führerschein mit 17 Jahren zu machen, um dann ein Jahr mit einer Begleitperson fahren zu dürfen. Für die Polizei ist das besonders erfreulich, denn Teilnehmer dieses Projekts fänden sich wesentlich besser im Verkehr zurecht und seien kaum in schwere Verkehrsunfälle verwickelt.

Eine besondere Belastung stelle für die Polizei die Flüchtlingsproblematik dar. Viele Beamte werden für die Grenzkontrollen benötigt, die dann für andere Aufgaben fehlen und gleichzeitig viele Überstunden aufbauen. In Zusammenhang mit den Asylsuchenden berichtete Polizeihauptkommissar Bohnert davon, dass gerade bei der weiblichen Bevölkerung erhebliche Verunsicherung festzustellen sei. Es komme vermehrt zu Nachfragen, wie man sich vor tätlichen Übergriffen schützen könne.

Allerdings habe es außer einem Vorfall in der Silvesternacht in Traunreut keine nennenswerten Vorkommnisse in Zusammenhang mit den Asylanten gegeben. Meist gehe es um Konflikte in Verbindung mit der beengten Unterbringung. Zwei Demonstrationen, die kürzlich in Traunreut in Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik stattfanden, seien völlig friedlich verlaufen.

Mehr darüber lesen Sie am Freitag, 12. Februar, im Traunreuter Anzeiger und Trostberger Tagblatt.








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