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Fortaleza  |  15.02.2017  |  09:15 Uhr

Die "Landshut": Entführtes Flugzeug bald in deutschem Museum?

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Die Boeing 737 namens "Landshut" wurde 1977 von Terroristen entführt. Zurzeit steht das Flugzeug auf einem Abstellplatz in Brasilien. Doch es gibt Überlegungen, sie nach Deutschland zu bringen. − Fotos: dpa

Die Boeing 737 namens "Landshut" wurde 1977 von Terroristen entführt. Zurzeit steht das Flugzeug auf einem Abstellplatz in Brasilien. Doch es gibt Überlegungen, sie nach Deutschland zu bringen. − Fotos: dpa

Die Boeing 737 namens "Landshut" wurde 1977 von Terroristen entführt. Zurzeit steht das Flugzeug auf einem Abstellplatz in Brasilien. Doch es gibt Überlegungen, sie nach Deutschland zu bringen. − Fotos: dpa


Die "Landshut" steht schon auf dem Friedhof. Eingezwängt zwischen zwei anderen Flugzeugen, die hier vor sich hingammeln. Wer am Flughafen Pinto Martins in Fortaleza, im äußersten Nordosten Brasiliens landet, kann ganz am Ende der Piste in der Ferne einen kleinen "Cemitério de Aviões" erblicken. Ein Abstellplatz für ausrangierte Maschinen, im Volksmund "Flugzeug-Friedhof" genannt.

Es ist Sperrgebiet und gar nicht so leicht, dort näher heranzukommen. Die einstige "Landshut", vor vierzig Jahren im "Deutschen Herbst" von Terroristen gekapert, sozusagen ein Dokument der Zeitgeschichte, hat nur noch wenig mit dem Lufthansa-Flugzeug von damals gemein. Nun gibt es Überlegungen, das Flugzeug nach Deutschland zu bringen. Nach Angaben des BR könnte die Boeing 737, oder Teile von ihr, ins Museum nach Landshut kommen. Derzeit erinnern Bilder im neuen Landshut-Museum an die Entführung der Maschine.

Auf einem Abstellplatz in Brasilien steht derzeit die "Landshut".

Auf einem Abstellplatz in Brasilien steht derzeit die "Landshut".

Auf einem Abstellplatz in Brasilien steht derzeit die "Landshut".


Der Lack ist ab, die Boeing verwittert

Der Lack ist nicht nur sprichwörtlich ab: die gräuliche Außenhaut ist verwittert, der Passagierraum ohne Sitze, Kabinenfenster zugeklebt, die Reifen platt. Die Boeing 737 war nach mehreren Eigentümerwechseln zuletzt in Brasilien als Transportflugzeug unterwegs. Seit 2008 ist sie flugunfähig, in trostlosem Zustand der Verschrottung geweiht.

"Es gibt Gerüchte, die deutsche Regierung versucht das Flugzeug zu kaufen", sagt Geraldo de França Júnior von der Flughafenfeuerwehr, als er auf dem Flughafen von Fortaleza auf den "Friedhof" zeigt. Seit neun Jahren steht die Maschine hier, lange in Deutschland vergessen.

Vor kurzem war aber eine Delegation des Bundeskriminalamtes vor Ort, die sich für einzelne Teile wie Türen oder Leitwerk interessierte. Um mit den Originalteilen in der Heimat die Erinnerung an den legendären Einsatz der Bundespolizei-Spezialeinheit GSG-9 bei der Befreiung der "Landshut"-Geiseln vor 40 Jahren aufrechtzuerhalten. Dabei soll es um einen Preis von rund 25.000 Euro gegangen sein. Nun aber wird in der Regierung sogar der Kauf und die Verschiffung des Flugzeugs geprüft.

"Gute Gründe" für den Kauf des Flugzeugs

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) betont, die "Landshut" sei "eine lebendige Zeugin eines wichtigen Moments der Geschichte der jungen Bundesrepublik". CDU-Vizechefin Julia Klöckner will etwas von einer anstehenden Versteigerung erfahren haben, von der man am Flughafen in Fortaleza aber noch nichts weiß. "Es gibt gute Gründe dafür, dass unser Land das Flugzeug bei der anstehenden Versteigerungsaktion erwirbt", sagte Klöckner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Als er von der "Landshut"-Geschichte erfährt, liest Geraldo de França Júnior erstmal auf dem Handy einen portugiesischen Wikipedia-Eintrag zum "Voo Lufthansa 181". Rückblick, 13. Oktober 1977: Auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt kapern vier palästinensische Terroristen die Boeing 737. Zu dem Zeitpunkt ist Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer schon fünf Wochen in der Gewalt der Rote-Armee-Fraktion.

RAF-Terroristen sollten freigepresst werden

Mit der "Landshut"-Entführung wollen die Gesinnungsgenossen den Druck für eine Freilassung der in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen entscheidend erhöhen. Ohne Freilassung sollen die 82 Passagiere und fünf Crewmitglieder getötet werden. Für Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) sind es die schwersten Tage seiner Amtszeit.

Es folgt eine Odysee von Flug LH 181 über Italien, Zypern, Dubai, Jemen bis nach Somalia. Mahmud, wie sich der Anführer des Kommandos "Martyr Halimeh" nennt, erschießt im südjemenitischen Aden Kapitän Jürgen Schumann - nachdem dieser das wegen einer gesperrten Landebahn auf einer Sandpiste notgelandete Flugzeug draußen inspiziert hatte.

Co-Pilot Jürgen Vietor fliegt die "Landshut" weiter nach Mogadischu. Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski erreicht mit seinen guten Kontakten in der arabischen Welt die Einwilligung in den Einsatz der GSG-9 auf somalischen Boden. Der Spezialeinheit gelingt eine perfekte Operation - Codename: "Feuerzauber". Am Morgen des 18. Oktober 1977 erstürmt die GSG-9 die Maschine: keine Geisel wird verletzt, drei Geiselnehmer sterben, die Terroristin Souhaila Andrawes überlebt.

Nach nur sieben Minuten kann Wischnewski Schmidt das glückliche Ende vermelden. Wenig später werden die RAF-Mitglieder Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Andreas Baader tot in ihren Zellen aufgefunden.

Wo könnte das Flugzeug ausgestellt werden?

Wäre das überhaupt realistisch, eine Boeing 737 von Fortaleza nach Deutschland zu verschiffen, um sie in einem Museum auszustellen. Am besten würde sie sicher zum Haus der Geschichte in Bonn passen - aber da dürfte es kaum Platz geben für so ein Original-Exponat in XXL.

"Wir haben hier eine andere alte Maschine, die gerade verkauft worden ist und bald demontiert wird, um sie in ein Privatmuseum in Paraná zu bringen", sagt Feuerwehrmann França Júnior. Der Preis: 100.000 Reais für den Kauf plus in noch einmal so viel für die Demontage, das wären insgesamt rund 60.300 Euro. Samt Transport könnte die "Landshut" so vielleicht für unter einer Million Euro nach Deutschland kommen. − dpa








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