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Weibersbrunn/Passau  |  10.11.2017  |  16:57 Uhr

Mit Wasser gegen Gaffer auf A3: Das sagen Leser und ein Jurist dazu

von Daniel Ober

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Um Gaffer am Filmen zu hindern, haben Feuerwehrmänner am Donnerstagmorgen bei einem Unfall mit drei Toten auf der A3 mit einem Wasserstrahl auf vorbeifahrende Fahrzeuge gespritzt. − Foto: News5

Um Gaffer am Filmen zu hindern, haben Feuerwehrmänner am Donnerstagmorgen bei einem Unfall mit drei Toten auf der A3 mit einem Wasserstrahl auf vorbeifahrende Fahrzeuge gespritzt. − Foto: News5

Um Gaffer am Filmen zu hindern, haben Feuerwehrmänner am Donnerstagmorgen bei einem Unfall mit drei Toten auf der A3 mit einem Wasserstrahl auf vorbeifahrende Fahrzeuge gespritzt. − Foto: News5


Ein Wasserstrahl erhitzt die Gemüter: Um Gaffer bei einem Unfall auf der A3 mit drei Toten am Donnerstagmorgen bei Weibersbrunn (Landkreis Aschaffenburg) am Filmen zu hindern, hat die Feuerwehr vorbeifahrende Autos bespritzt - zum Teil auch in offene Fenster. Viele Leser loben die Maßnahme im Internet, nicht wenige kritisieren sie und fordern sogar rechtliche Schritte gegen die Feuerwehr. Ob diese Erfolg hätten, bezweifelt ein Jurist der Universität Passau.

Mehr dazu:
- Lkw kollidieren auf A3 in Unterfranken: Drei Fahrer sterben
- Unfall mit drei Toten: Feuerwehr bespritzt Gaffer auf A3 mit Wasser

Die Aktion der Einsatzkräfte gegen die Gaffer hat viel Aufsehen erregt. Knapp 1000 Mal wurde der Beitrag auf der Facebookseite der PNP gelikt, 130 Mal geteilt. Zudem wurde er mehr als 80 Mal kommentiert.Wir haben ein paar ausgewählte Reaktionen zusammengestellt.

Hinweis:
- Eine juristische Einschätzung zu dem Fall finden Sie am Ende des Artikels
- Den Facebook-Post zu dem Artikel mit den Kommentaren finden Sie am Ende des Artikels

Es hagelte viel Lob für die Feuerwehr. "Gut gemacht von der Feuerwehr. Diese Gaffer gehören auch fotografiert und in ein großes Tagesblatt gestellt!", schreibt Ulrike W. Birgit K. sagt dazu: "Find ich gut. Denen gehörts nicht anders." Birgit S. schließt sich an: "Respekt an die Feuerwehr, sehr gute Lösung das mit dem Wasser". "Gut gemacht und Strafen drastisch erhöhen!", fordert Angelika M.

Zweifel am Begriff "Gaffer"

Einige Nutzer meinen, dass Wasser noch zu harmlos gegen die Gaffer gewesen sei. "Am besten wäre Schaum gewesen", meint zum Beispiel Lisa K., "in Zukunft bitte Gülle nehmen", fordert Hans H., ebenso wie viele weitere Kommentatoren. Heidi Z. ist überzeugt: "Wasser ist zu wenig! Schwarze Farbe, dass jeder sieht, was für dumme Leute es gibt." Bianca Z. äußert stattdessen Mitleid: "Ich finde es traurig, dass die Feuerwehr zu solchen Mitteln greifen muss", wo sie sich doch eigentlich auf die Bergung und Aufräumarbeiten an der Unfallstelle konzentrieren müssten.

"Die Feuerwehr hat richtig reagiert", meint Wolfgang S. Ob man aber wirklich jedermann, der einen Blick auf eine Unfallstelle wirft, als Gaffer abstempeln darf, bezweifelt er: "Fast alle gaffen. Keiner ist ein Gaffer. Fast alle mobben. Keiner ist ein Mobber. Usw. Liegt das Problem in der Diskrepanz der Selbst- bzw. Fremdwahrnehmung, oder woran liegt es?"

Rechtliche Schritte gegen die Feuerwehr?

Aber nicht nur positive Rückmeldungen gibt es zu der Aktion der Feuerwehr. Ob das Wasserspritzen im juristischen Sinne richtig war, bezweifeln einige der Kommentatoren. "Grundsätzlich guter Gedanke, aber rechtlich wahrscheinlich schwierig für die FFW, wenn’s einer darauf anlegt...", sagt zum Beispiel Antje J. Auf pnp.de kommentiert ein Nutzer: "Sachbeschädigung liegt auf alle Fälle vor, auch wenn nur der Innenraum nass wird oder das Handy, das auf dem Beifahrersitz liegt. (...) Von mir bekämen diese Herren eine Anzeige, so oder so."

War die Aktion der Feuerwehr sogar gefährlich?

Leser Markus R. findet das Handeln der Floriansjünger problematisch. Er schreibt: "In geöffnete Fenster? Naja, auch wenn ich die Gaffer mit ihren Handys verabscheue, riskiert man da nicht weitere Unfälle oder gar Opfer, wenn man die Fahrzeuglenker während der Fahrt mal eben wässert, weil der Beifahrer filmt?" Markus V. hat eine ähnliche Meinung: "Grundsätzlich ja keine schlechte Idee, aber ist es nicht auch irgendwo recht gefährlich?"

Gar kein Verständnis für die Spritz-Einlage der Feuerwehr hat Nutzer Zinni M.: "Lasst diese Vollidioten doch filmen, was sie wollen, und kümmert ihr euch um die Absicherung und Bergung der Unfallopfer! Mit Wasser abspritzen finde ich völlig schwachsinnig!"

Das sagt der Jurist zu der Aktion der Feuerwehr

Sachbeschädigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr - diese beiden Begrifflichkeiten sind im Zusammenhang mit dem Handeln der Feuerwehr mehrmals genannt worden. Wenn bei dem Bespritzen der Autos die Fenster geöffnet waren, sei das "vom Tatbestand der Sachbeschädigung her nicht ganz gefahrlos", sagt Professor Dr. Martin Asholt vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Strafrechtsgeschichte an der Universität Passau. Durch das offene Fenster könnten zum Beispiel Gegenstände im Auto beschädigt werden, wie zum Beispiel Handys. Sollte jedoch nichts im Fahrzeuginneren beschädigt werden, könne man angesichts von ein paar Wasserspritzern nicht von Sachbeschädigung sprechen. Bei geschlossenem Fenster würden die Erfolgsaussichten bei einer Anzeige gegen die Feuerwehr gegen Null gehen. "Das ist keine Sachbeschädigung", ist sich Asholt sicher.

Ob der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr von der Feuerwehr erfüllt wurde, hängt ganz davon ab, wie schnell die Autos unterwegs waren, die bespritzt wurden. Da diese im Schritttempo an der Unfallstelle vorbeigeführt wurden, "dürfte es wohl an der strafbaren Handlung fehlen", stellt Asholt fest. Sollte einem Autofahrer bei höherem Tempo durch den Wasserstrahl die Sicht genommen werden oder er derart erschreckt werden, dass er eine Vollbremsung einlegt und dadurch einen Auffahrunfall verursacht, könne der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erfüllt sein.

Der Facebook-Beitrag mit den Kommentaren:








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