• pnp.de
  • heimatsport.de


pnp.de 23.11.2017



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Polizei: Gezielter Angriff  |  19.06.2017  |  22:34 Uhr

Anschlag mit Lieferwagen auf Londoner Muslime

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken Fotostrecken Fotostrecke






Das von Terrorattacken gebeutelte Großbritannien kommt nicht zur Ruhe: Bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen in London hat ein Mann mehrere Mitglieder einer muslimischen Gemeinde verletzt. Acht Opfer kamen laut Polizei ins Krankenhaus, mehrere weitere wurden vor Ort behandelt.

Der 47-jährige Fahrer, ein Weißer, wurde festgenommen. Er steht unter Terrorverdacht, wie die Polizei mitteilte. Die Bluttat sei "ganz klar eine Attacke auf Muslime", sagte Polizeichefin Cressida Dick. Premierministerin Theresa May sagte, die "Terrorattacke" habe erneut unschuldigen Menschen in ihrem Alltag gegolten - mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten.





Information


In Großbritannien leben etwa drei Millionen Muslime. 2011 (jüngster Zensus) waren es allein in England und Wales 2,71 Millionen, 4,8 Prozent der Gesamtbevölkerung (Schottland 77.000, Nordirland 3800).

Ein Großteil lebte in London (etwa eine Million, 12,4 Prozent der Bevölkerung), den höchsten Anteil bildeten sie in den Stadtteilen Tower Hamlets und Newham. Weitere Schwerpunkte waren die Großstädte Bradford, Birmingham und Manchester. Fast die Hälfte der Muslime wurden im Vereinigten Königreich geboren. Viele haben familiäre Wurzeln in Pakistan und Bangladesch.

Der 47-Jährige war am frühen Montagmorgen in eine Menschenmenge in der Nähe einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park gerast. Die Muslime waren während des Fastenmonats Ramadan nach dem Ende eines Gebets auf der Straße. Augenzeugen zufolge rief der 47-Jährige: "Ich will Muslime töten." Wie der Vorsitzende der Moschee berichtete, soll er nach der Tat gerufen haben: "Ich habe meinen Teil getan."

Ob ein Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar - er hatte demnach schon vor der Tat erste Hilfe erhalten. Augenzeugenberichten zufolge wurde der Mann dagegen von dem Fahrzeug erfasst. Acht der zehn Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Seit März ist Großbritannien bereits dreimal von Terroranschlägen erschüttert worden. In Manchester hatte ein Selbstmord-Attentäter Ende Mai nahe einem Pop-Konzert 22 Menschen getötet. In London töteten Terroristen im März und Anfang Juni insgesamt mindestens 13 Menschen. Die Londoner Polizei hatte nach den jüngsten Anschlägen mehr islamfeindliche Vorfälle registriert als üblich.

Die Tat ereignete sich in der Seven Sisters Road nahe dem Muslim Welfare House. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch die Finsbury-Park-Moschee, die Anfang der 2000er Jahre wegen des Hasspredigers Abu Hamza al-Masri Schlagzeilen machte.

Die Behörden gehen davon aus, dass der Verdächtige allein gehandelt hat. Waffen hatte er demnach nicht dabei. Der Mann sei der Polizei nicht bekannt gewesen, hieß es. Er sollte auch auf seine psychische Gesundheit hin untersucht werden.

In Verbindung mit dem Vorfall durchsuchte die Polizei eine Wohnung in der Region Cardiff. Der bei dem Anschlag benutzte Lieferwagen stammt aus Wales. Er wurde von einer Firma in Pontyclun in der Nähe der walisischen Hauptstadt ausgeliehen, wie der Minister für Wales, Alun Cairns, mitgeteilt hatte. Unbestätigten Berichten zufolge stammt der Verdächtige aus der Region.

Die Polizei kündigte an, zusätzliche Beamte einzusetzen - auch in der Nähe muslimischer Einrichtungen.

Ein Imam wurde als Held gefeiert. Mohammed Mahmoud soll sich nach Augenzeugenberichten schützend vor den Terrorverdächtigen gestellt haben, der aus dem Lieferwagen gezerrt worden war. "Fasst ihn nicht an", habe er demnach Menschen entgegengerufen, die sich wütend auf den Mann gestürzt hatten. Der 47-Jährige war von dem Imam und anderen Umstehenden festgehalten worden. Sie übergaben ihn später der Polizei.

Das Gebetshaus verurteilte den Vorfall: "Wir haben über Jahrzehnte sehr hart für eine friedliche und tolerante Gemeinschaft hier in Finsbury Park gearbeitet und verurteilen schärfstens jeden Akt des Hasses, der versucht, unsere wunderbare Gemeinschaft zu spalten", heißt es in einer Mitteilung, die das Muslim Welfare House im Internet veröffentlichte.









Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2017
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2017
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am










Anzeige





Die Polizei hat das Diebesgut fotografiert. − Foto: Polizei

Ein mutmaßliches Einbrecherduo, ein 28- und ein 27-jähriger Rumäne, ist am Samstag von der Polizei...



Bei dem Unfall in München wurden drei Personen schwer verletzt. −Fotos: dpa

Beim Zusammenstoß eines Johanniter-Einsatzfahrzeugs und eines Autos sind am Mittwoch in München drei...



Nach einem Streit in einer S-Bahn haben mehrere Jugendliche einen 63-jährigen Mann aus einer geöffneten S-Bahn-Tür geworfen. −Symbolfoto: dpa

Nach einem Streit in einer S-Bahn haben mehrere Jugendliche auf einen 63-Jährigen eingeschlagen und...



In der Marktler Bürgerversammlung äußerte sich Landrat Erwin Schneider erstmals öffentlich zur aktuellen Thematik. Einen ganzen Ordner dazu hatte sein Behördensprecher mitgebracht. − Foto: A. Kleiner

Zwei Wochen nach Bekanntwerden der PFOA-Bluttests in Emmerting hat sich erstmals auch Landrat Erwin...



Neben dem Wohnhaus des umstrittenen Thueringer AfD-Politikers Bjoern Hoecke ist am Mittwoch ein Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals errichtet worden

Das Kollektiv "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) hat auf einem Nachbargrundstück des Thüringer...





Islamfeindlichkeit ist in Bayern auch 2017 ein Problem. − Foto: Arno Burgi/dpa

Vor einigen Jahren waren islamfeindliche Aktionen noch eine seltene Ausnahme...



Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Weil es dadurch zu gefährlichen Verkehrssituationen gekommen ist, schieben Salzburger Schulen den "Elterntaxis" einen Riegel vor. −Symbolbild: dpa

Am liebsten würden die Eltern ihre Kinder wahrscheinlich direkt vor dem Klassenzimmer aus dem Auto...



Horst Seehofer (CSU) spricht neben Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (r) und Generalsekretär Andreas Scheuer am Freitag in Berlin nach dem Abbruch der Sondierungsgespräche aus der parlamentarischen Gesellschaft. Spitzenvertreter aus CDU, CSU, FDP und Grüne beraten bei den Jamaika Sondierungsgesprächen über die Aufnahme von Koalitionsverhandlung zur Bildung einer Regierung Foto: Michael Kappeler/dpa

Das Pokern war nervenzehrend. Die "Jamaikaner" rangen fast bis zum Morgengrauen...



Auch am Golfplatz in Piesing hat das Tier schon vorbei geschaut. − Foto: Tichatscheck

Seit Mittwoch ist ein drei Jahre altes Hochlandrind, das ursprünglich aus Niederbayern kommt...



 - dpa

Die FDP hat die Jamaika-Sondierungen mit CDU, CSU und Grünen nach vier Wochen abgebrochen...





Superschnell und supereinfach: Für Rahmdunkerl muss man nicht lange in der Küche stehen. Schmecken tun sie trotzdem. F.: Pledl

Bei wem schmeckt‘s am besten? Bei Oma natürlich! Früher standen Gerichte auf dem Tisch...



Wohl kaum jemals zuvor habe eine Infoveranstaltung in der Gemeinde ein so großes Echo gefunden, befand Bürgermeister Stefan Kammergruber am Dienstagabend angesichts des gewaltigen Andrangs in der Emmertinger Turnhalle. − Foto: Kleiner

Die Unsicherheit können sie den Bürgern nicht ausreden. Trotz aller Sachlichkeit...



Ungewöhnliche Namen für außergewöhnliche Kinder: Thorsten und Melanie Kronberger mit (v. l.) Levi, Silas und Nelio. − Foto: A. Kleiner

Ein Bild, das einem das Herz aufgehen lässt: Auf dem Wohnzimmersofa von Familie Kronberger liegen...



Neben dem Klettersteig "Zahme Gams" stürzte der Traunreuter an einem Aussichtspunkt (roter Pfeil) 70 Meter in die Tiefe. − Foto: www.bergsteigen.com

Es war bei weitem nicht die gefährlichste Bergtour seines Lebens, aber es sollte seine letzte sein...



Gute Nerven brauchen Pendler 2018, wenn der Streckenausbau der Neufahrner Kurve beginnt. Symbolfoto: dpa

In der Diskussion über den Schienenersatzverkehr für den im Sommer 2018 geplanten Streckenausbau der...