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Kriminalrätsel in Dänemark  |  07.10.2017  |  13:11 Uhr

U-Boot-Fall: Kopf von schwedischer Journalistin gefunden

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Polizeitaucher in Dänemark haben den Kopf der im August zuletzt auf einem privaten U-Boot gesehenen schwedischen Journalistin Kim Wall entdeckt.

Der Schädel habe sich zusammen mit den Beinen sowie Kleidung der 30-Jährigen in Tüten verpackt in Gewässern der Køge-Bucht befunden, wie ein Sprecher der Polizei in Kopenhagen am Samstag auf einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Die Todesursache sei weiter unklar. Ihr Torso war bereits eineinhalb Wochen nach ihrem Verschwinden an Land gespült aufgefunden worden.

Der Erbauer des U-Boots, Peter Madsen, steht unter Mordverdacht und sitzt in Untersuchungshaft. Wall hatte über ihn eine Reportage schreiben wollen und war zuletzt am 10. August an Bord des U-Bootes gesehen worden, als dieses den Hafen von Kopenhagen verließ.

Mit Hilfe von Gebiss-Daten sei der Kopf als derjenige von Wall identifiziert worden, sagte Polizeisprecher Jens Møller Jensen am Samstag weiter. Ermittler versuchten nun herauszufinden, ob Enthauptung die Todesursache sein könne. "Es gab keine Spuren für Brüche im Schädel", sagte er. Die Suche nach den Armen der Frau gehe weiter.

Ihr Torso war am 21. August an Land entdeckt worden und zwar einen Kilometer entfernt von der Fundstelle des Kopfes und ihrer Beine. Die am Freitag gefundenen Tüten mit den Körperteilen sowie Kleidung, Schuhen und einem Messer seien mit Metallgegenständen beschwert gewesen, um sinken zu können, so Møller Jensen weiter.

Madsen wird beschuldigt, die Journalistin am 10. oder 11. August an Bord des Bootes getötet zu haben. Ermittler rekonstruierten Teile der Fahrroute des U-Bootes und kamen zum Schluss, dass dieses sich zwischen den beiden Augusttagen für vier Stunden unter Wasser befand. In der Zeit, so wird vermutet, könnte Madsen die Leiche zerstückelt haben.

Der Erfinder selbst hatte im September vor einem Richter angegeben, Wall sei eine 70 Kilogramm schwere Klappe auf den Kopf gefallen. Ihr Tod sei ein Unglück gewesen. Er räumte ein, ihre Leiche über Bord geworfen zu haben. Diese Woche wurde bekannt, dass Madsen - in Dänemark ein bekannter Mann - laut Ermittlern Videos von Hinrichtungen auf einer Festplatte gespeichert hatte. Mit großer Wahrscheinlichkeit seien diese Filme, in denen Frauen gehängt und verbrannt würden, echt, zitierte die Nachrichtenagentur Ritzau am Dienstag die Staatsanwaltschaft während einer Anhörung zur Untersuchungshaft des Erfinders.

Bei der Obduktion wurden laut Staatsanwaltschaft Messerstiche im Unterleib und in der Brust der Frau entdeckt. Kopf, Beine und Arme waren demnach abgesägt worden. Madsen bleibt mindestens bis zum 31. Oktober in Untersuchungshaft.








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