• pnp.de
  • regioevent.de
  • heimatsport.de


pnp.de 27.03.2017



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Wissenschaft  |  17.03.2017  |  20:13 Uhr

Studie: Klima formte Menschennasen mit

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 14 / 44
  • Pfeil
  • Pfeil




Welche Form und Größe menschliche Nasen in verschiedenen Teilen der Welt entwickelt haben, hängt einer neuen Studie zufolge auch vom lokalen Klima ab. So seien Nasenlöcher in warmen, feuchten Umgebungen häufig breiter, in kühlem, trockenem Klima hingegen oft schmaler.

Dasschreibt ein internationales Forscherteam unter Federführung der Pennsylvania State University (State College/US-Staat Pennsylvania) in "Plos Genetics". Das Anthropologenteam verglich anhand von 3D-Aufnahmen verschiedene Nasenmaße bei 467 Menschen mit Vorfahren aus Nordeuropa, Westafrika, Süd- und Ostasien.



Diese Berücksichtigung von Weichteilen der Nase sei neu, betont die Paläoanthropologin Katerina Harvati (Universität Tübingen), die sich ebenfalls mit der Evolution von Gesichtsformen befasst. Auf Basis von Knochenausmessungen sei der Zusammenhang von Nasenformen und Umgebungsklima bereits öfter untersucht worden. Auch in der Neandertalerforschung sei die Hypothese verbreitet, ergänzt Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg.

Die meisten Unterschiede der weltweiten Nasenformen gingen auf völlig zufällige Veränderungen im Genpool zurück, die sogenannten Gendrift, schreibt das Team um Arslan Zaidi in seinem Artikel. Bei der Weite der Nasenlöcher und der Breite der Nasenbasis stellten die Forscher jedoch fest, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Populationen größer waren als durch Gendrift allein erklärbar. Vielmehr habe dort über lange Zeit hinweg eine Anpassung an örtliche Lebensbedingungen stattgefunden, sagen die Forscher.

Ihre Erklärung für das Phänomen: In schmalen Nasenlöchern wird kalte, trockene Luft effektiver erwärmt und durch die Schleimhäute besser angefeuchtet, bevor sie in die Lungen gelangt. "Eine wichtige Funktion der Nase und der Nasenhöhle ist es, die eingeatmete Luft aufzubereiten, bevor sie den unteren Atemtrakt erreicht", beschreibt Ko-Autor Mark Shriver. Diese Eigenschaft sei in Gegenden mit trockenem und kühlem Klima wahrscheinlich essenziell gewesen und habe Überlebensvorteile verschafft.

Allerdings gebe es für die Entwicklung bestimmter Nasenformen in einer Population viele weitere Gründe, etwa die Wahl des dort als attraktiv empfundenen Sexualpartners, schreiben die Wissenschaftler. Auf lange Sicht gebe es beispielsweise mehr Menschen mit großen Nasen, wenn diese dem lokalen Schönheitsideal entsprächen - oder eben umgekehrt.

Den Forschern zufolge sei es sinnvoll, die Form der Nasen und Nasenhöhlen auch mit Blick auf deren mögliche Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen weiter zu untersuchen. "Vor allem, weil wir immer mehr Teil einer globalen Gemeinschaft werden und in neue Klimazonen ziehen", ergänzt Zaidi.

Diese Frage werde in der Studie nicht untersucht, sagt die Tübinger Expertin Harvati. Allerdings gebe es diverse Beispiele dafür, wie die Lebensumgebung Körpermerkmale des Menschen präge. "Ein einfaches Beispiel ist die erhöhte Gefahr für Hautkrebs bei Menschen mit heller Haut, wenn sie hoher UV-Strahlung ausgesetzt sind." Umgekehrt litten dunkel pigmentierte Menschen in Gegenden mit schwacher Sonneneinstrahlung häufiger an Rachitis, weil sie weniger Vitamin D produzierten.

Auch die Proportionen des Körpers seien durchaus evolutionär an die Umweltumgebungen angepasst und beispielsweise kompakter, wenn Wärmeverlust vermieden werden solle. "Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass Menschen kulturelle Wesen sind und nicht auf biologische Adaption beschränkt", sagt Harvati.

Die Frage zu stellen, warum wir Menschen aussehen, wie wir aussehen, und wie sich bestimmte Merkmale aufgrund von Umweltbedingungen entwickelt haben, sei natürlich und wichtig, betont die Forscherin. "Am wichtigsten daran ist meiner Meinung nach, dass es verhindert, solchen Merkmalen soziale Werte zuzuordnen, und so das Verständnis für unsere gemeinsame Menschlichkeit fördert - ganz egal, wie wir aussehen."

Ähnlich sieht es Urmenschen-Forscher Kullmer: "Dies kann einen sehr positiven Effekt auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Diversität haben".








Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2017
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2017
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am










Anzeige





Zwei Menschen sind bei einem schweren Verkehrsunfall in Oberbayern ums Leben gekommen. − Foto: dpa

Ein Verkehrsunfall mit zweifacher Todesfolge und drei Schwerverletzten hat sich am Sonntagabend auf...



Die Polizei durchsucht das Gebiet mit einer Hundertschaft. − Foto: News5

Nachdem am Keilsteiner Hang bei Tegernheim (Landkreis Regensburg) bereits im Februar ein...



Trotz aufwendiger Suchaktionen gibt es von der in Regensburg verschwundenen Malina weiterhin kein Lebenszeichen. Die Polizei verzichtet nun vorerst auf öffentlichkeitswirksame Suchaktionen. Im Hintergrund sollen die Ermittlungen aber "auf Hochtouren" laufen. − Foto: dpa

Von der in Regensburg verschwundenen Studentin Malina gibt es weiterhin kein Lebenszeichen...



− Foto: Symbolbild dpa

Das Versteckspiel eines 24-jährigen Youtube-Stars hat am Wochenende mehr als 1000 Kinder und...



− Foto: Symbolbild pnp

Ein Unbekannter hat in Cham die Hasen von drei Kindern getötet. Wie die Polizei am Montag mitteilte...





Beim oberösterreichischen Flugzeugteilehersteller FACC arbeiten Menschen aus 42 Nationen. − Foto: FACC

Ein von der Wiener Regierung geplantes Programm, um die Wirtschaft anzukurbeln und die...



Hat gut Lachen: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Mann Helmut. − Foto: dpa

Überraschend klarer Sieg für die CDU zum Auftakt des wichtigen Wahljahrs 2017: Die Partei von...



Dank an den alten Trainer − aber fast keine Anfeuerung: Die Wacker-Fans ließen die Unterstützung ihres Teams weitgehend vermissen und entrollten stattdessen immer wieder Transparente, auf denen sie auch ihren Unmut gegen die Vereinsführung kund taten. − Foto: Butzhammer

Zugegeben, es hätte am Samstag besser laufen können für den SV Wacker Burghausen...



Moschee und Minarett in Fischerdorf in Deggendorf. − Foto: Binder

Islamistischer Terror, Razzien bei Imamen des Moscheeverbands Ditib – viele Muslime fühlen...



− Foto: Polizei/Symbolfoto

Polizei und Justiz ist am Dienstag ein Schlag gegen die Reichsbürger-Bewegung in der Region gelungen...





− Foto: dpa/Symbolfoto

Die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten erhalten von BMW in Kürze mehr als eine Milliarde...



− Foto: Polizei/Symbolfoto

Polizei und Justiz ist am Dienstag ein Schlag gegen die Reichsbürger-Bewegung in der Region gelungen...



Mobbing und sexuelle Nötigung auch in der Reichenhaller Kaserne? Die Bundeswehr bestätigt die Eingabe eines Soldaten an den Wehrbeauftragten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bei den Vorwürfen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz in der Hochstaufen-Kaserne in Bad...



Hat gut Lachen: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Mann Helmut. − Foto: dpa

Überraschend klarer Sieg für die CDU zum Auftakt des wichtigen Wahljahrs 2017: Die Partei von...



Bislang wird beim ZAS in Burgkirchen nur Müll verbrannt. Aus dem Berchtesgadener Land kommt der Vorschlag, zusätzlich eine Vergärungsanlage für Bioabfälle zu bauen. − Foto: Kleiner

Eine eigene Biomüllvergärungsanlage in Burgkirchen? Darüber diskutiert man beim Zweckverband...