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Waging am See  |  29.03.2014  |  15:51 Uhr

"Unberechenbar": Neonazi aus Waging wollte Sprengstoff herstellen

von Georg Zehentner

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Benjamin H. aus Waging am See wurde am 6. März vom Amtsgericht Traunstein wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten und zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt (wir berichteten).  Wie erst jetzt  bekannt wurde, ist der Waginger  ein Aktivist der Neonazi-Kameradschaft Berchtesgadener Land.

Das explosive Material wurde von der Polizei am 21. Dezember 2012 bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt. Vor Gericht ließ sich der  geständige Rechtsextremist vom neonazistischen Szeneanwalt Frank Miksch vertreten. Benjamin H.  hatte im Juni 2012 über das Internet Chemikalien erworben, die zwar frei käuflich sind, zusammengemischt aber als hochexplosives Laborat eine Straftat nach dem Sprengstoffgesetz begründen. Laut dem chemischen Sachverständigen gab es für den Besitz nur eine Erklärung, nämlich die Herstellung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen.

Laut dem antifaschistischen "a.i.d.a.-Archiv" in München ist der Waginger  langjähriger Aktivist des neonazistischen "Freien Netzes Süd" (FNS) und tritt in der Öffentlichkeit für die "Kameradschaft Berchtesgadener Land" und die "Bürgerinitiative Ausländerstopp München" auf. In der Vergangenheit nahm er auch auf der rechten SS-Gedenkfeier in Karlstein, Bad Reichenhall, teil.

Der Vorfall zeige, welche Gefahr von der Nazi-Szene in der Region ausgehe. Es zeige sich auch, dass sich lokale Neonazis bewaffnen,  kommentiert Anna Jade vom antifaschistischen "rabatz"-Bündnis das Urteil und fordert in einer Pressemitteilung die Zivilgesellschaft in der Region auf, gegen Neonazis aktiv zu werden: "Egal ob sich Neonazis im Pidinger Gasthaus Altwirt zu einem sogenannten heimattreuen Volkstanz oder am Kugelbachparkplatz zum SS-Gedenken treffen, wir meinen, Alt- und Neonazis darf kein Millimeter Platz zugestanden werden!"


Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 29. März, in Ihrer Heimatzeitung.








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