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Altenmarkt/München  |  24.02.2016  |  06:55 Uhr

Franz Xaver Kroetz wird 70: "Ich war ein fanatischer Schreiber"

von Britta Schultejans

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Vor einem Jahr wurde er Opa: Franz Xaver Kroetz wird nun 70. − Foto: dpa

Vor einem Jahr wurde er Opa: Franz Xaver Kroetz wird nun 70. − Foto: dpa

Vor einem Jahr wurde er Opa: Franz Xaver Kroetz wird nun 70. − Foto: dpa


Das Haus sieht nicht so aus, als würde die Dreckschleuder des deutschen Theaters darin wohnen – und auch nicht so, als könnte Klatschreporter Baby Schimmerlos sich dort wohlfühlen: Ein gepflegtes, kleines weißes Häuschen im mehr als bürgerlichen, gepflegten Westen von München. Ein winziges buntes Kinderrad lehnt an der Wand. Doch tatsächlich: Franz Xaver Kroetz öffnet die Tür, der einst hoch umstrittene Theaterautor und der Hauptdarsteller in Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal". Vor knapp einem Jahr ist Kroetz Opa geworden, am Donnerstag wird er selbst 70 Jahre alt. Lange Zeit wohnte er in Kirchberg bei Altenmarkt (Landkreis Traunstein). Er besitzt hier auch noch ein Haus.

"Es gibt viele Autoren, die nicht 70 geworden sind", sagt er im Interview. "Dieser Beruf verschleißt. Der schwankt zwischen neurotisch-hysterisch und am Boden liegend. Er hat schon eine manisch-depressive Komponente. Aber ohne geht es nicht." Und ohne den Beruf ging es bei Kroetz jahrzehntelang nicht. Mehr als 60 politische Stücke hat er geschrieben, die in rund 30 Sprachen übersetzt und in mehr als 40 Ländern der Welt aufgeführt wurden. Sein Aufstieg begann mit "Heimarbeit" und "Hartnäckig"; mit der Zeit wurde er zum wichtigsten Repräsentanten eines neuen, politischen Volkstheaters. "Ich war ein fanatischer Stücke-Schreiber."

Das jüngste Theaterstück von Kroetz floppte beim Publikum

Das ist er inzwischen schon seit zehn Jahren nicht mehr. "Meine Bühnenpräsenz, mein Erfolg als Dramatiker auf deutschen Bühnen, hatte so nachgelassen, dass ich mir das Theaterstücke-Schreiben nicht mehr leisten konnte", sagt er. Sein jüngstes Stück "Du hast gewackelt. Requiem für ein liebes Kind", das Kroetz für eines seiner besten hält und das 2012 mit fast zehnjähriger Verspätung im Münchner Cuvilliés-Theater uraufgeführt wurde, floppte beim Publikum, auch wenn Kroetz für den Mühlheimer Dramatikerpreis nominiert wurde. "Da hätte der Schauspieler Kroetz den Dramatiker Kroetz alimentieren müssen", sagt er über seine zuletzt nicht sehr lukrative Kunst. "Das klingt jetzt vielleicht sehr profan, aber ich glaube, Shakespeare hat nicht eine Zeile geschrieben, ohne ans Geld zu denken."

Der Schauspieler Kroetz und der Dramatiker Kroetz, es sind zwei unterschiedliche Figuren, die in der öffentlichen Meinung nie ganz zu vereinbaren waren. Auf der einen Seite der hochpolitische Autor als Anwalt des kleinen Mannes, der zeitweise mit dem Kommunismus liebäugelte – auf der anderen Seite der schillernde Klatschreporter Baby Schimmerlos im verpönten Fernsehen, der Inbegriff der High Society.

Job im Fernsehen "unanständig gut bezahlt"

Er glaubt heute, der Schauspieler Kroetz habe dem Dramatiker Kroetz nicht unbedingt gut getan. "Da wurde ich für viele abtrünnig und korrupt, weil ich in so einer Scheiß-Serie, wie sie sagten, spiele." Ein Affront sei das gewesen "für die Ernsthaften" – und das Aus für ihn als aussichtsreicher Kandidat auf den renommierten Büchner-Preis. "Weil dieser Job wirklich unanständig gut bezahlt ist", gibt Kroetz sich alle paar Jahre in dem einen oder anderen Fernsehfilm die Ehre (an Karfreitag ist es mit dem ARD-Film "Das Geheimnis der Hebamme" soweit), auch wenn er Fernsehfilme eigentlich nicht ausstehen kann. − dpa








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