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Berlin  |  12.09.2017  |  14:26 Uhr

Krankenpfleger nimmt Merkel im TV in die Mangel +++ Video

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In vielen Kliniken und Altenheimen herrscht Pflegenotstand. In der ARD-Wahlarena traf Bundeskanzlerin Angela Merkel deshalb am Montagabend der Zorn eines jungen Krankenpflegers. − Foto: dpa

In vielen Kliniken und Altenheimen herrscht Pflegenotstand. In der ARD-Wahlarena traf Bundeskanzlerin Angela Merkel deshalb am Montagabend der Zorn eines jungen Krankenpflegers. − Foto: dpa

In vielen Kliniken und Altenheimen herrscht Pflegenotstand. In der ARD-Wahlarena traf Bundeskanzlerin Angela Merkel deshalb am Montagabend der Zorn eines jungen Krankenpflegers. − Foto: dpa


Der junge Pfleger war wütend: Die Würde der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Deutschland werde "tausendfach verletzt", schleuderte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend in der ARD-Wahlarena entgegen. Die Pfleger seien überlastet und für zu viele Patienten zuständig. Und Merkel sei immerhin seit zwölf Jahren Kanzlerin.

Merkel blieb in ihrer Antwort vage: Es gebe in der Pflege großen Nachholbedarf beim Personal; der Beruf müsse dringend attraktiver und besser bezahlt werden, sagte sie und verwies darauf, dass derzeit Personaluntergrenzen für Altenheime und Krankenhäuser ausgehandelt würden. "Ich kann nicht versprechen, dass dann alles besser wird", sagte sie. Sie hoffe aber, dass es durch die neuen Standards Verbesserungen geben werde.

Hier sehen Sie das Video:

Einig sind sich alle Experten, dass in der Pflege, insbesondere bei der deutlich schlechter bezahlten Altenpflege, ein gravierender Fachkräftemangel droht. Zugleich steigt die Zahl der Pflegebedürftigen weiter an: 2015 waren knapp 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig; bis 2060 wird mit 4,7 Millionen gerechnet. Auch die Krankenhäuser verzeichnen schon jetzt mehr alte Patienten, die an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden.

In den vergangenen Jahren erwies sich die Pflege als Jobmotor: Die Zahl der in der Altenpflege Beschäftigten stieg zwischen 1999 und 2015 um über 60 Prozent auf deutlich mehr als eine Million. Doch schon heute fehlen dort 30.000 Pflegekräfte. Die Zahl der Krankenhausmitarbeiter im Pflegedienst ist von 393.186 im Jahr 2005 auf 426.838 im Jahr 2015 ebenfalls deutlich gestiegen. Auch dort gibt es bereits 10.000 Stellen, die nicht besetzt werden können.

"Der Arbeitsmarkt in der Altenpflege ist längst ein Bewerbermarkt geworden. Es dauert mittlerweile durchschnittlich über ein halbes Jahr, bis freigewordene Stellen neu besetzt werden können", sagt Rainer Brüderle, derzeit Präsident des Arbeitgeberverbands im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Allerdings: Vor allem in der Altenpflege werden immer mehr Teilzeitkräfte beschäftigt. Vollzeitjobs dagegen gingen zurück.

Arbeitgeber und Interessenverbände der Pflegenden fordern dringend Maßnahmen, um die Pflegeberufe attraktiver zu machen. Viele Pflegekräfte klagen über niedrige Bezahlung, schwierige Arbeitsbedingunge, gesundheitliche Beeinträchtigungen und ein schlechtes Image ihres Berufs. Alle Reformen nutzten nichts, wenn es kein Personal gebe, argumentiert der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus. "Die Pflegenden stehen vor dem Kollaps."

Nach Darstellung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die große Koalition die Weichen gegen einen Personalnotstand in der Pflege gestellt. "Wir haben die Zahlung von Tariflöhnen in der Pflege gestärkt, unterstützen Pflegeeinrichtungen beim Bürokratieabbau und haben das Schulgeld in der Altenpflegeausbildung abgeschafft", sagte der Minister am Dienstag dem Bonner "General-Anzeiger".

Auch bei den Personaluntergrenzen tut sich etwas: Durch die Pflegereform zum 1. Januar 2017 mussten die Personalschlüssel in den Pflegeheimen überprüft werden; das hat laut Gesundheitsministerium in bislang 11 Bundesländern zu Verbesserungen geführt. Bis 2020 muss darüber hinaus ein wissenschaftlich abgesichertes Verfahren entwickelt werden, mit dem bestimmt werden kann, wie viel Personal es in einem Pflegeheim geben muss.

Auch in den Krankenhäusern müssen gesetzliche Mindeststandards eingeführt werden. Krankenkassen und die Träger der Krankenhäuser müssen für spezielle Bereiche wie beispielsweise Intensivstationen oder den Nachtdienst künftig verbindliche Personaluntergrenzen festlegen. Die Vereinbarung muss bis zum 30. Juni kommenden Jahres stehen und zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Sollte die Selbstverwaltung sich bis dahin nicht einigen, wird das Gesundheitsministerium von sich aus bis zum 31. Dezember 2018 eine Untergrenze festlegen. Zudem sollen die Krankenhäuser, die die Mindeststandards beim Personal unterschreiten, künftig öffentlich benannt werden und müssen mit wirtschaftlichen Sanktionen rechnen. − kna






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