11.10.2018

16-Jährige in Rosenheim in Brust gestochen: Täter verurteilt



Symbolfoto: dpa

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Einen Stich in die Brust, bei dem das Messer in ihrem Oberkörper stecken blieb, überlebte eine 16-Jährige leicht verletzt. Ein 29-jähriger Eritreer hatte in der Nacht zum 10. März 2018 in einer Rosenheimer Diskothek unvermittelt zugestochen. Das Schwurgericht Traunstein schickte den Asylbewerber am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung für fünf Jahre hinter Gitter. Einen "versuchten Mord" sah die Kammer nicht.

Der Angeklagte, 2014 in die Bundesrepublik gekommen und in einer Asylunterkunft in Rosenheim lebend, hatte in der Hauptverhandlung nichts zur Tat und seinem Motiv gesagt. In einem Brief an die ihm vorher völlig unbekannte junge Frau hatte er um Entschuldigung gebeten. Das Schwurgericht hörte viele Zeugen an, darunter Klassenkameraden, mit denen die Schülerin in dem Lokal gefeiert hatte. Die damals 16-Jährige verspürte einen "Schlag". Erst auf dem Weg zur Toilette merkte sie, dass ein Messer aus ihrer Brust ragte und zog es heraus. Die medizinische Versorgung der Schülerin im Krankenhaus beschränkte sich auf ein Pflaster. Der Täter wurde festgenommen – mit 1,13 Promille Alkohol im Blut.

Der psychiatrische Sachverständige, Oberarzt Rainer Gerth vom Bezirksklinikum Gabersee, schloss bei dem 29-Jährigen eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit wegen des Alkohols nicht aus. Wie sich die Tat genau abgespielt hatte – dafür gab es keine Augenzeugen. Die inzwischen 17 Jahre alte Nebenklägerin konnte im Prozess selbst kaum etwas zur Aufklärung beitragen. Sie sieht sich als "Zufallsopfer" und habe den Vorfall mittlerweile gut verarbeitet.

Verteidigung beantragt maximal drei Jahre

Staatsanwalt Dr. Oliver Mößner plädierte wegen versuchten Mordes aus Heimtücke und gefährlicher Körperverletzung auf fünf Jahre Gefängnis. Sein Mandant habe keinen Tötungsvorsatz gehegt, argumentierte Verteidiger Dr. Markus Frank aus Rosenheim und beantragte nicht mehr als drei Jahre Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung.

Vorsitzender Richter Erich Fuchs sagte in der Urteilsbegründung, das Gericht sei zu einer "gefährlichen Körperverletzung" gelangt. Der Stich sei "nicht sehr heftig" erfolgt. Es gebe wesentlich gefährlichere Waffen als dieses kleine Küchenmesser. Zudem habe kein Grund existiert, auf die 16-Jährige loszugehen. − kdMehr dazu lesen Sie am 12. Oktober in der Heimatzeitung.




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