28.03.2019

Blühpatenschaften: Geldmacherei oder Beitrag zum Artenschutz?


von Fam Marie Schaper


Hahnenfuß, Glockenblumen und Margeriten: So bunt blüht es auf der "Wimmer Wiese" in Breitenberg (Landkreis Passau) – eine der zahlreichen Bauernwiesen, für dessen Erhalt sich der Bund Naturschutz einsetzt. −Foto: Bund Naturschutz

Hahnenfuß, Glockenblumen und Margeriten: So bunt blüht es auf der "Wimmer Wiese" in Breitenberg (Landkreis Passau) – eine der zahlreichen Bauernwiesen, für dessen Erhalt sich der Bund Naturschutz einsetzt. −Foto: Bund Naturschutz

Hahnenfuß, Glockenblumen und Margeriten: So bunt blüht es auf der "Wimmer Wiese" in Breitenberg (Landkreis Passau) – eine der zahlreichen Bauernwiesen, für dessen Erhalt sich der Bund Naturschutz einsetzt. −Foto: Bund Naturschutz


Geldmacherei oder echter Beitrag zum Artenschutz? Beim Thema Blühflächen scheiden sich die Geister. Bund Naturschutz, der Landesverband für Vogelschutz, der Bayerische Bauernverband, Landwirte und Verbraucher streiten über den Sinn und Zweck einer neuen Initiative: Blühpatenschaften.

Verbrauchern, die sich für den Artenschutz stark machen wollen, bieten Landwirte bayernweit die Möglichkeit, Paten für eine Blühfläche zu werden. Dies sind Flächen, die einst Acker gewesen sind und nun in bunte Wiesen verwandelt werden sollen, um Insekten und Tieren Lebensraum zu bieten. Gegen die Zahlung eines Geldbetrages verpflichtet sich der Landwirt, die Blühfläche für eine gewisse Zeit nicht zu bewirtschaften, sie mit Wildblumen zu bepflanzen und wieder der Natur zu überlassen. So soll dem Artensterben entgegengewirkt werden. Die Aktion wurde als Reaktion auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen" und dessen breite Unterstützung in der Gesellschaft ins Leben gerufen.

Mehr zum Thema:

- Landwirt bietet Volksbegehren-Befürwortern Blühflächen zur Pacht

- Landwirt verpachtet Blühflächen: 100 Quadratmeter für 50 Euro im Jahr

Landwirt: "Ich habe sehr unfreundliche Briefe erhalten"

Über einzelne Bauern, die dieses Konzept anbieten, hat die PNP bereits berichtet. In Leserbriefen wurde der Verdacht auf Geldmacherei laut. Die meisten Landwirte bieten eine Blühpatenschaft für 50 Euro pro 100 Quadratmeter an. Zu teuer, meinen viele. Diese Beschwerde haben auch die Landwirte Anton Stettmer aus Grafling (Landkreis Deggendorf) und Alois Altendorfer aus Kapfham bei Kellberg (Landkreis Passau) zu hören bekommen. "Ich habe sehr unfreundliche Briefe und Anrufe erhalten", erzählt Altendorfer. Beiden wird vorgeworfen, nur auf finanzielle Bereicherung aus zu sein.

Ein unberechtigter Vorwurf, sind sich die Landwirte einig. Altendorfer gibt zu bedenken, dass mit dem Projekt auch Kosten und Arbeit verbunden sind. Das Saatgut, das er benötigt, um die Wiesen anzulegen, sei teuer. Außerdem hat er vor, eine ebenso große Fläche, wie die, die er an Paten verpachtet, noch auf eigene Kosten in Blühflächen umzuwandeln.

LBV-Sprecher: Blühflächen allein bringen nichts

Markus Erlwein, Pressesprecher des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), bezweifelt, dass Blühstreifen und -flächen ausreichen, um dem voranschreitenden Artensterben entgegen zu treten. "Es ist eine gute Initiative, aber alleine bringt sie nichts", sagt Erlwein. Außerdem müssten, damit Blühflächen tatsächlich einen Beitrag leisten können, fachliche Kriterien eingehalten werden. Zum Beispiel brauche eine Fläche eine Mindestbreite von 10 bis 15 Metern - weshalb Blühstreifen fast wirkungslos seien.

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