• pnp.de
  • heimatsport.de


pnp.de 25.04.2018



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




01.02.2012  |  09:40 Uhr

Erste 1000 Meter sind schon geschafft

Geothermie-Meißelschlag mit 120 Gästen in Traunreut - Parzinger: "Ein richtungsweisendes Leuchtturm-Projekt"

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Von Herbert Reichgruber

Traunreut. Mit dem symbolischen Akt eines "Meißelanschlages" wurde gestern der offizielle Startschuss für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks in Traunreut gegeben. Dazu waren nicht nur politische Vertreter aus Stadt und Landkreis, sondern auch die Investoren und beteiligten Firmen nach Traunreut gekommen. Die Bohrung selbst hat längst begonnen, und die Meißel sind nach zwei Wochen bereits bis in eine Tiefe von 1000 Metern vorgedrungen.

Beeindruckend waren für viele der rund 120 Gäste des Meißelschlags nicht nur die gigantischen Ausmaße des Bohrplatzes und der Bohranlage selbst; so mancher mochte auch kaum glauben, dass während des Festaktes die Bohrung weiterlief, denn zu hören war davon kaum etwas. Doch Thomas Neu, Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut, versicherte der Lokalredaktion, dass seit dem Bohrbeginn am 16. Januar der Bohrmeißel mittlerweile in 1010 Meter Tiefe angelangt ist. Deshalb war der gemeinsame Knopfdruck nurmehr ein symbolischer Akt. Dennoch bot der Festakt die passende Gelegenheit, die Bedeutung und Dimension des Projekts zu erläutern.

So werden in die Anlage bei einem Erfolg bis 2014 rund 65 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt von Investoren, die die Muttergesellschaft Grünwald Equity Geothermie GmbH gewonnen hat. Deren Geschäftsführender Gesellschafter Dr. Raimund König war mit einigen Investoren nach Traunreut gekommen, und er betonte, dass bei allen Voruntersuchungen doch auch eine gehörige Portion Risiko in dem Unternehmen stecke: "Hier ist erheblicher unternehmerischer Pioniergeist gefordert. Grünwald Equity als mittelständische Unternehmensgruppe ist einer von bislang wenigen privaten Betreibern geothermischer Anlagen. Würde die Allgemeinheit nur auf die großen Energieversorger setzen, dann müssten wir alle länger auf die tiefe Geothermie warten."

Zuletzt war dieses Risiko am bisherigen Standort des Bohrturms in Kirchweidach deutlich geworden, wo zwar die erste Bohrung erfolgreich war, diezweite Bohrung für die Rückführung des Wassers aber erst auf den zweiten Versuch gelang. Diese Verzögerung wurde auch gestern nicht verschwiegen. Thomas Neu betonte aber, dass nun mit umso mehr Elan die Arbeiten in Traunreut begonnen hätten.

Neu verdeutlichte auch die Vorteile der Geothermie: "Das ist unsere Energie, die uns kein Zar und kein Scheich nehmen kann, sie ist preislich kalkulierbar, geopolitisch unabhängig, braucht wenig Platz und ist klimaneutral." Ausdrücklich dankte Neu auch Klaus-Dieter Giese, der bereits 2005 die Idee eines Geothermiekraftwerks in Traunreut geboren hatte. In Folge der Finanzkrise war der eigentlich schon für 2008 geplante Bohrbeginn durch ein anderes Unternehmen zwar geplatzt, aber die Idee wird nun von der neuen Gesellschaft umgesetzt.

Wie Neu betonte, soll nun die erste Bohrung im April in 5000 Meter Tiefe enden. Dann wird ein erster Pumpversuch unternommen. Anschließend könnte die zweite Bohrung beginnen, die im September mit dem zweiten Pumpversuch enden soll. Im Oktober sei dann ein erster Zirkulationstest geplant. Ist bis dahin der Bauvorbescheid für das eigentliche Kraftwerk erteilt, sollen noch in diesem Jahr die Fundamente des Kraftwerks gesetzt werden.

Bis zum Herbst 2013 soll dann die Wärmelieferung an die Stadtwerke Traunreut möglich sein. Die Stadtwerke werden bis dahin eine 750 Meter lange Verbindungsleitung bis zum Anbindepunkt in der Theodor-KörnerStraße verlegen. Die neue Fernwärmequelle wird im Stadtgebiet schon sehnlichst erwartet: "Wir stehen praktisch mit angezogener Handbremse bereit und können sofort loslegen", versicherte Wilhelm Helmdach, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Nach Angaben des Technischen Stadtwerke-Leiters Franz Hagenauer bietet die Geothermie die Möglichkeit, bis zu 3000 Wohnungen in Traunreut mit Fernwärme zu versorgen. Wie Bürgermeister Franz Parzinger sagte, werden derzeit schon rein rechnerisch 4000 Haushalte in der Stadt mit Fernwärme beliefert. Er betonte gestern: "Der Entschluss für die Geothermie in Traunreut hängt auch mit unserem modernen Fernwärmenetz zusammen. Mit dem Beschluss, die Wärmeversorgung Süd aufzubauen, wurde auch der Grundstein für das Geothermie-Projekt gelegt." Parzinger gab sich jedenfalls überzeugt: "Das Traunreuter Geothermie-Kraftwerk ist ein Leuchtturm-Projekt, das in Zeiten der Energiewende richtungsweisend ist."

Landrat Hermann Steinmaßl lobte das Kraftwerk als einen entscheidenden Schritt zum erklärten Ziel des Landkreises Traunstein, bis 2020 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dazu sei ein Energiemix aus Wasser, Biomasse, Geothermie, Sonne und Windnötig. Die Geothermie sei ein wichtiger Baustein, da sie an 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehe: "Für die Energiewende brauchen wird diese grundlastfähigen Formen erneuerbarer Energien!" Er forderte den Freistaat auf, mit Landesbürgschaften für die Bohrung das Fündigkeitsrisiko kalkulierbarer zu machen. Steinmaßl fügte hinzu: "Ich hoffe, dass im Landkreis noch weitere Kommunen auf den Zug aufspringen und die vorhandenen Potenziale in Sachen Geothermie ausschöpfen. Es bestehen bereits Planungen beziehungsweise Anfragen für Schnaitsee, Nußdorf und rund um Traunstein."

In Traunreut gilt es nun die Ergebnisse der Bohrungen abzuwarten. Läuft alles optimal, kann nach der Fernwärmelieferung ab Herbst 2013 im Frühjahr 2014 die Stromproduktion beginnen.






 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)
Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung (Ziffer 8 – Facebook-Plugins)


Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2018
Dokument erstellt am







Anzeige





Die Ermittlungen im Fall des bei einer Schlägerei verstorbenen Maurice K. aus Obernzell laufen auf Hochtouren. − Foto: Hies

Die Ermittler arbeiten im Fall des bei einer Schlägerei ums Leben gekommenen Maurice K...



Um diese Aufnahme, die ein Unbekannter unverpixelt ins Internet gestellt hatte, geht es: Ein Mann sprüht mit einem Hochdruckreiniger in das Innere seines Autos. Das Video wurde ohne sein Einverständnis aufgenommen und im Netz veröffentlicht. − Foto: Screenshot PNP

Das Video ist nur 45 Sekunden lang, sorgt aber für reichlich Diskussionen: Ein 34-Jähriger hat vor...



Das Auto blieb völlig zerstört an der Unfallstelle zurück. − Foto: BRK

Wie konnte es in einer Tempo-30-Zone zu einem solch schweren Unfall mit Todesfolge kommen...



Der Unglücksort im kleinen Weiler Andriching: Am Nachbaranwesen der Familie Schönmoser waren gestern Blumen abgelegt. − Foto: Jörg Schlegel

Die Marktgemeinde Rotthalmünster im Landkreis Passau ist in tiefer Trauer. "Dieses Unglück hat uns...



Tausende Tonnen Bodenaushub lagern infolge der laufenden Gewerbeansiedlung unweit des Burghauser Güterterminals. Bis klar ist, wie stark das Material belastet ist, muss jeder Haufen mit Kunststofffolie abgedeckt werden. − Foto: Kleiner

In Sachen Bluttests lassen die Ergebnisse noch bis Herbst auf sich warten, ein weiterer Aspekt beim...





Ihm missfällt, was er sieht: Hans Steindl, Förderer und Kritiker des Burghauser Fußballs. − Foto: Lakota

Nach der derben 0:5-Klatsche am Montag bei den kleinen Bayern ist wieder gehörig Druck auf dem...



Entlassen: Wacker-Coach Patrick Mölzl. − Foto: Lakota

Das ging aber schnell: Noch während der Woche hatten die Verantwortlichen des SV Wacker Burghausen...



Kommt ein Switil geflogen... Der Freilassinger Offensivspieler sorgte beim Inn/Salzach-Vergleich gegen Erlbach buchstäblich in letzter Minute für den 1:1-Endstand. Rechts Emanuel Spielbauer, dessen SVE den Vier-Punkte-Vorsprung gegenüber den Eisenbahnern zumindest halten konnte. − Foto: Butzhammer

Über 90 Minuten war der SV Erlbach im Gastspiel am Samstag beim ESV Freilassing das klar überlegene...



Als Co-Trainer von Uwe Wolf hatte Ronald Schmidt die Wacker-Kicker bereits unter seinen Fittichen. − Foto: Butzhammer

Mit der Beurlaubung von Patrick Mölzl und Co-Trainer Dominik Hausner versucht der SV Wacker...





Nach einer Schlägerei zwischen vier Personen am Samstagmorgen in Straubing sucht die Polizei nach drei Beteiligten. −Symbolfoto: dpa

Eine schwere Körperverletzung hat sich am frühen Samstagmorgen in Straubing ereignet...



"Wir messen inzwischen an der Grenze zum Nichts", erklärte Laborleiter Dr. Ralf Kuchenbecker (rechts) beim Qualitätssicherungstag, zu dem Nestlé 2013 ins Labor nach Weiding geladen hatte. − Foto: ede

Der nächste Schock am traditionsreichen Molkereistandort Weiding im Landkreis Mühldorf: Der...



Land unter Strom: Drei Hochspannungsleitungen (110 kV) verlaufen auf der Oberen Terrasse zwischen der Siedlung und dem Eschelberg in Richtung Alz. − Foto: Gerlitz

Bürgermeister Johann Krichenbauer aus Burgkirchen/Alz hat sich zusammen mit seinem Emmertinger...



In der Passage beim Geschäft Kaps ist bei einer Schlägerei am Montag ein 15-Jähriger ums Leben gekommen. Laut Passaus Oberstaatsanwalt Walter Feiler hat sich einer der Tatverdächtigen gegenüber den Ermittlern auch zu einem möglichen Motiv geäußert . − Foto: Jäger

Was war der Auslöser für die brutale Schlägerei am Montagabend in Passau, bei der der 15-jährige...



Das Alztal im Bereich Hirten ist gut versorgt: In der Grafik stellen die Farben der Adressmarker die Download-Bitraten auf der Basis Kupfer- oder Glasfasernetz für jedes einzelne Gebäude dar. Grün beispielsweise steht für 16 bis 30 Mbit/s, Gelb für 30 bis 50 Mbit/s. Die rote Linie zeigt das mit "Kabel-TV-Netz" gekennzeichnete Gebiet mit den Download-Bitraten (160 bis 400 Mbit/s), die hier grundsätzlich für alle Gebäude möglich sind.

Um den Breitbandausbau in der Gemeinde Burgkirchen/Alz ist es nicht schlecht bestellt: Kupferkabel...