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28.07.2011  |  14:30 Uhr

Selbstverständlich leichtfüßig

Ein Besuch im Atelier von Birgit Niedernhuber - Bildhauerin in Reichersbeuern

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Der kleine Ort Reichersbeuern zwischen Miesbach und Bad Tölz liegt malerisch in der Voralpenlandschaft. Direkt am großen Baum auf dem Dorfplatz führt die Straße hinauf zur Werkstatt einer anerkannten Bildhauerin. Ihre bekannten Werke sind zum Beispiel die "Kneipp-Freuden" im Krankenhaus Bad Tölz. Birgit Niedernhuber hat aber auch schon international ausgestellt, mit Bronze-Arbeiten, wie "Echsenbrunnen" und "Con brio" z. B. in Paris oder in San Giuliano, Italien.

Eine innere Notwendigkeit

Der Weg durchs Atelier ist von Skulpturen gesäumt. Große und kleine gibt es; aus Bronze, aus Ton und aus Holz. An den Wänden, am Boden und im Fenster reihen sich auf Regalen die unterschiedlichsten Figuren. Ein kleines Mädchen steht am Boden, wirkt wie eine Schlafwandlerin. Lächelt leicht verschmitztverträumt. Beinah will man die Kleine an der Hand nehmen und ins Bett bringen, so lebendig wirkt die Bronzestatue. "Die Kleine ist eine Schülerin von mir gewesen", erklärt Birgit Niedernhuber. Sie hat früher die Musikschule in Bad Tölz geleitet. Erst spät kam die Künstlerin von der Musik zur Bildhauerei. "Es war einfach eine innere Notwendigkeit, als ich dann bei Heinrich Faltermeier studierte." Unterstützt wurde sie damals von ihrer Tante, die auch selbst als Bildhauerin arbeitete. Der Rest ihrer Umwelt reagierte erst mal mit Unverständnis. Immerhin hatte sie doch schon die Musik in ihrem Leben! Warum also noch Bildhauerei? "Ich wollte gestalten. Ich muss ja die Liebe zur Musik nicht aufgeben, wenn ich eine neue Liebe entdecke". Als ihre Töchter noch klein waren, hat Birgit Niedernhuber meist nur nachts gearbeitet. Heute kann sie quasi jede Minute in ihrem Atelier verbringen. "Aber immer noch würde ich mir gern noch mehr Zeit dafür nehmen."

Neue Schaffensperiode

Mit ihrem Mann zusammen reist sie viel. In Istrien hat sie knorrige Wurzeln von einem alten Rebstock gefunden. Die wurden zum "Gespräch von Schlangen". Denn die beiden Wurzelarme schauen sich an, mit flachen Köpfen. Sie hat das Holz etwas pigmentiert, nur etwas moduliert, und schon wird die abstrakte Form zu konkretem Bildnis. "Es ist alles in den Fundstücken und Materialien angelegt, ich arbeite es nur heraus", lächelt sie und arbeitet konzentriert weiter. Birgit Niedernhuber modelliert mit feinen Strichen eine Tonkugel. Aus dem Lehmklumpen wird ein Kopf mit ausdrucksstarkem Gesicht. Ein kleiner Schnitt, ein Hauch von Veränderung - und das Gesicht fängt an, lebendig zu werden. Viel Interpretation mag sie in ihre Werke gar nicht hineinlegen. Vielleicht, so scheint es, ist das der Künstlerin befremdlich. Ihre Kunst entsteht offenbar sehr leicht, wirkt leichtfüßig, ist ohne Härte. Es scheint durch ihre Skulpturen ein liebevoller Blick durch. So, wie die Künstlerin selbst auch wirkt. Immer freundlich, durchaus bestimmt in der Form, aber mit einem lieben Blick auf das Menschelnde. "Wenn wir gerade mal daheim sind, dann wandern wir an der Isar entlang oder irgendwo zwischen Tölz und Miesbach", erklärt sie und lädt den Besucher auf ein Stück Apfelstrudel und eine Tasse Kaffee ins Haus. "Mein Mann muss dann die Waldwurzeln und Steine im Rucksack heimtragen, die mich ansprechen". Aus einem Isarkiesel oder aus einer Waldwurzel entstehen dann die fantastischen Figuren, da wird aus einem Stock eine Frau oder aus einem Ast eine Tänzerin. Bei einer anderen erweitert sie den dicken Stein mit einem Horn aus Ton und macht so einen bulligen Stier sichtbar. Es gibt den feinen Chinesen. Die tanzende Jägerin. Den ruhenden Bock, oder ist es eher eine schwebende Gestalt überm Fels? Der Betrachter ist gefordert in seiner Fantasie.

Mit großer Leichtigkeit schafft die renommierte Künstlerin aus dem schon fast selbstverständlichen Material Zartes und Aussagekräftiges. "Es sind natürliche Schöpfungen", erklärt sie. Mit diesen "Nature-Schöpfungen" ist Birgit Niedernhuber in einer neuen Schaffensperiode angekommen. Sie stehen ganz im Gegensatz zu ihren bisherigen mächtigen Werken aus Stein. Doch eigentlich spiegeln sie nur die Sehnsucht unserer Zeit wider: die Sehnsucht nach einer natürlichen Leichtigkeit.

Text und Fotos: Sonja Still

Kontakt: Atelierbesuche nach vorheriger Anmeldung, Tel.: 0 80 41/7 42 10, Daisenbergerweg 9, 83677 Reichersbeuern.






 

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