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05.02.2018  |  17:43 Uhr

Mit allen Tricks: Wie sich die DEL gegen die Einführung von Auf- und Abstieg wehrt

von Sebastian Lippert

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DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke stellt Zweitliga-CEO René Rudorisch (r.) ein Bein: Das Banner, eine Hommage an den Film Dinner for one, zeigten Fans der Bietigheim Steelers. Es thematisiert die Verhandlungen um sportlichen Auf- und Abstieg. − Foto: Peter Hartenfelsner/imago

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke stellt Zweitliga-CEO René Rudorisch (r.) ein Bein: Das Banner, eine Hommage an den Film Dinner for one, zeigten Fans der Bietigheim Steelers. Es thematisiert die Verhandlungen um sportlichen Auf- und Abstieg. − Foto: Peter Hartenfelsner/imago

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke stellt Zweitliga-CEO René Rudorisch (r.) ein Bein: Das Banner, eine Hommage an den Film Dinner for one, zeigten Fans der Bietigheim Steelers. Es thematisiert die Verhandlungen um sportlichen Auf- und Abstieg. − Foto: Peter Hartenfelsner/imago


Wer das Geld hat, schafft an: So läuft es in der DEL, der höchsten deutschen Eishockeyliga. Seit 2006 gibt es sportlichen Wettkampf nur in eine Richtung: Entweder wirst du Meister oder gar nix, keiner steigt ab. Das muss sich ändern, finden einige Zweitligisten.

Die ersten zwei Anläufe, den Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL2 wiedereinzuführen, sind krachend gescheitert. Bis 31. März läuft der dritte, ab der Saison 2019/20 würde die neue Regel greifen. Versuch III ist die letzte Patrone. "Rechtlich gesehen gibt es danach keine Chance mehr", mahnte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.

Für die Verhandlungen gelten Spielregeln: Um Arbeitsplätze zu erhalten, soll der DEL-Absteiger seinen viel größeren Verwaltungsapparat einigermaßen weiterbetreiben können, beschlossen Vertreter. Daher wurde sich darauf geeinigt, dass mindestens sechs DEL2-Vereine jeweils eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von 816000 Euro hinterlegen. Diese Summe soll der Absteiger erhalten. Außerdem mussten die Vereine vorweisen, dass ihre Stadien DEL-tauglich sind. Es gibt aber auch Stolperfallen: So müssen die Bürgschaften auf einem DEL-Formular hinterlegt werden; ein dem ähnliches und juristisch gleichgestelltes Formular einer Bank reicht nicht aus. Deshalb endete Versuch II in einem Fiasko. (Mehr dazu in der Dienstagsausgabe Ihrer Heimatzeitung, Sport.)

Der Kroate Siniša Martinovic hütet das Tor der Steelers schon seit vier Jahren. Noch immer sehen die Fans nur Zweitliga-Eishockey, obwohl Bietigheim seit 2014 entweder Meister oder Vizemeister wurde. Bietigheim führt zudem die Ewige Tabelle der DEL2 an. − Foto: Eibner-Pressefoto/imago

Der Kroate Siniša Martinovic hütet das Tor der Steelers schon seit vier Jahren. Noch immer sehen die Fans nur Zweitliga-Eishockey, obwohl Bietigheim seit 2014 entweder Meister oder Vizemeister wurde. Bietigheim führt zudem die Ewige Tabelle der DEL2 an. − Foto: Eibner-Pressefoto/imago

Der Kroate Siniša Martinovic hütet das Tor der Steelers schon seit vier Jahren. Noch immer sehen die Fans nur Zweitliga-Eishockey, obwohl Bietigheim seit 2014 entweder Meister oder Vizemeister wurde. Bietigheim führt zudem die Ewige Tabelle der DEL2 an. − Foto: Eibner-Pressefoto/imago


Diese Pedanterie der Erstligisten macht anschaulich, wie sehr sich die DEL-Vereine gegen Eindringlinge in ihren elitären Club sträuben. Einen Abstieg setzen die Erstligisten dem finanziellen Ruin gleich. Das muss nicht so sein, wie ein Blick nach Rosenheim zeigt.

Die Oberbayern waren einer der sechs Clubs, welche die Bürgschaft hinterlegten. 2017 stiegen die Starbulls dann in die Oberliga Süd ab. Dort sind die Rosenheimer, härteste Konkurrenz des Deggendorfer SC und EV Landshut, im Moment Tabellenführer. Trotz des Abstiegs steigerte man sich in puncto Zuschauerschnitt (eine Folge des zurückgekehrten sportlichen Erfolges) und in der Vermarktung, sagt der 1. Vorsitzende Hans-Peter Schwarzfischer. Derzeit prüfen die Rosenheimer, inwiefern sie sich als Oberligist erneut an den Bürgschaften beteiligen können, denn "aus unserer Sicht ist es keinem Sportbegeisterten zu erklären, dass die beste Mannschaft am Ende auf sportlichem Weg nicht Deutscher Meister werden kann", sagt Schwarzfischer.

Mehr dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe Ihrer Heimatzeitung, Sport oder unter www.plus.pnp.de.






 

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