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Altötting  |  29.12.2017  |  18:00 Uhr

Landrat über PFOA: "Das Zeug gehört nicht ins Trinkwasser"

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Aktivkohle-Filteranlagen wie jene, die 2009 in Alzgern in Betrieb genommen wurde, lösen zwar das akute Problem der PFOA-Trinkwasserverunreinigung. Landrat Erwin Schneider (links) ist aber überzeugt, dass langfristige Lösungen eher darin bestehen, neue Brunnen in unbelasteten Gebieten zu schlagen. − Foto: Schwarz

Aktivkohle-Filteranlagen wie jene, die 2009 in Alzgern in Betrieb genommen wurde, lösen zwar das akute Problem der PFOA-Trinkwasserverunreinigung. Landrat Erwin Schneider (links) ist aber überzeugt, dass langfristige Lösungen eher darin bestehen, neue Brunnen in unbelasteten Gebieten zu schlagen. − Foto: Schwarz

Aktivkohle-Filteranlagen wie jene, die 2009 in Alzgern in Betrieb genommen wurde, lösen zwar das akute Problem der PFOA-Trinkwasserverunreinigung. Landrat Erwin Schneider (links) ist aber überzeugt, dass langfristige Lösungen eher darin bestehen, neue Brunnen in unbelasteten Gebieten zu schlagen. − Foto: Schwarz


Landrat Erwin Schneider zieht traditionell zum Jahreswechsel im Interview mit der Heimatzeitung Bilanz. Eine erneute Kandidatur 2020 macht er von seiner persönlichen Fitness abhängig.

Herr Landrat, 2017 ist für den Landkreis grundsätzlich gut gelaufen. Doch die PFOA-Debatte hat die Bilanz verhagelt. Warum haben Sie und die Gesundheitsbehörde mit dem Ergebnis der Emmertinger Blutuntersuchung hinterm Berg gehalten?
Hinter dem Berg gehalten haben wir gar nichts – warum auch? Unser Gesundheitsamt hat ja selber eher zufällig von dieser Untersuchung erfahren. Wir haben dies dann, genauso wie das zuständige Landesamt für Lebensmittelsicherheit, auf der Homepage veröffentlicht.

Können Sie die öffentliche Aufregung verstehen? Sie fordern ja mehr Sachlichkeit...
Natürlich kann ich die öffentliche Aufregung verstehen – wegen der Bedeutung des Themas und der Berichterstattung dazu, bei der ja anfänglich PFOA auf die gleiche Stufe wie z.B. Asbest gestellt wurde. In Wahrheit ist es von der Gesundheitsauswirkung, nach Ansicht profilierter Toxikologen, auf der Stufe von rotem Fleisch und heißem Kaffee. Trotzdem muss klar sein und darauf habe ich immer schon – auch bei den Gemeinden – gepocht: Das Zeug gehört nicht, auch nicht in geringer Konzentration, ins Trinkwasser.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier auf unserer Sonderseite.

Wird die Informationspolitik künftig umgestellt?
Selbstverständlich werden wir künftig mit solchen Informationen offensiver umgehen. Es ist aber schon etwas kurz gegriffen, wenn man die Schuld bei denjenigen ablädt, die möglicherweise in einem Detail nicht offensiv genug informiert haben. Ich darf schon darauf hinweisen, dass keiner von uns die gesetzlichen Grundlagen für die Herstellung des Produkts von 1968 bis 2003 geschaffen hat. Wir haben dieses Zeug auch nicht produziert. Diejenigen, die daran verdient haben, halten sich vornehm zurück und auch der ANA behandelt das sehr gnädig. Es wird auch gerne vergessen, dass die Verantwortung für das Trinkwasser bei den Gemeinden liegt. Das Landratsamt ist lediglich Aufsichtsbehörde für den Fall, dass Gemeiden ihren gesetzlichen Pflichten nicht ausreichend nachkommen. Wenn eine Gemeinde bei Trinkwasserfragen auf das Landratsamt wartet, offenbart sie eine mangelnde Ernsthaftigkeit bei der Erfüllung dieser wichtigen Pflichtaufgabe. Auch wenn wir unsere Informationspolitik in solchen Fragen künftig offensiver gestalten, wird es dennoch immer wieder Themen geben, bei denen man dann im Nachhinein schlauer ist. Wir haben nahezu jede Woche einen Sachverhalt, bei dem sich die Frage offensiver Information stellt. So hatten wir beispielsweise in den letzten fünf Jahren 34 Fälle von offener TBC. Auch hier sind erhebliche Auswirkungen auf Kontaktpersonen theoretisch möglich. In der Vergangenheit haben wir solche Angelegenheiten in der Regel nicht veröffentlicht. Angesichts der Erfahrung mit PFOA machen wir das jetzt.

PFOA also der Aufreger 2017 — in den Vorjahren war das die Flüchtlings-Thematik. Ist der Eindruck richtig, dass hier öffentlich Entspannung eingetreten ist?
Dieser Eindruck ist richtig. Es ist tatsächlich eine gewisse Entspannung eingetreten. Aber auch hier ist nicht alles Friede – Freude – Eierkuchen. Insbesondere die Migration aus Afrika, die ja überwiegend wirtschaftliche und nicht politische Gründe hat, ist nach wie vor ungebrochen und ungelöst. − ecsMehr dazu lesen Sie am 30. Dezember im Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger (Online-Kiosk) oder nach kurzer Anmeldung auf PNP Plus.






 

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