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Altötting/Burgkirchen  |  11.07.2018  |  11:27 Uhr

Gesundheitsamt veröffentlicht Ergebnis der PFOA-Blutanalysen

von Erwin Schwarz

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Am Staatlichen Gesundheitsamt waren die knapp 1000 Blutproben für die Untersuchung genommen worden. − Foto: Kleiner

Am Staatlichen Gesundheitsamt waren die knapp 1000 Blutproben für die Untersuchung genommen worden. − Foto: Kleiner

Am Staatlichen Gesundheitsamt waren die knapp 1000 Blutproben für die Untersuchung genommen worden. − Foto: Kleiner


Die Belastung des Trinkwassers und des Blutes der Bürger mit der Chemikalie Perfluoraktansäure (PFOA) in zehn der 24 Städte und Gemeinden ist seit Monaten das am heftigsten diskutierte Thema im Landkreis Altötting. Im Rahmen eines groß angelegten Human-Biomonitorings (HBM-Studie) wurde vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) das Blut von 965 Menschen aus diesen Kommunen auf PFOA-Rückstände untersucht; PFOA gilt als potenziell krebserregend. Am gestrigen Mittwoch wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Die zentralen Aussagen der Studie: Bei allen Probanden war die Belastung höher als im Bayerndurchschnitt, was aber nicht mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen sei. Und die PFOA-Konzentration im Blut kann gesenkt werden, indem man die Zufuhr über das Trinkwasser stoppt, das mittels Aktivkohle-Filteranlagen gereinigt werden kann. (Eine Chronik zu PFOA in der Region finden Sie am Ende des Artikels.)

Mehr dazu lesen Sie auf unserer Sonderseite.

Eigentlich war das Erscheinen der Studie erst für den Herbst angekündigt gewesen. Doch von Bürgerseite gab es ebenso Proteste über die lange Zeitdauer wie vom Landkreis. Letztlich machte auch Gesundheitsministerin Melanie Huml Druck. Landrat Erwin Schneider sagte in einer ersten Stellungnahme, die Ergebnisse seien "im Bereich des Erwarteten". Froh zeigte er sich darüber, dass die Aktivkohle-Filteranlagen "die richtige Maßnahme" seien.

Der Landkreis hatte 2009 zusammen mit der Firma InfraServ aus Gendorf einen derartigen Filter für den Wasserzweckverband Inn-Salzach gebaut, dem die Gemeinden Marktl, Haiming und Stammham sowie der Neuöttinger Stadtteil Alzgern angehören. Vor der Filterung dürfte in diesem Bereich die Belastung bei 35 bis 40 Mikrogramm pro Liter Blut gelegen haben, aktuell liegt der zugrunde gelegte Medianwert bei knapp 12 Milligramm. Somit könne die Aussage als bestätigt angesehen werden, dass sich die PFOA-Belastung im Blut innerhalb von drei bis vier Jahren jeweils etwa halbiert.

Ziel: Wert von unter 2 Mikrogramm PFOA pro Liter Blut

Ziel sei jedoch ein Wert von unter 2 Mikrogramm pro Liter Blut. Um das zu erreichen, muss die Konzentration im Wasser unter 0,02 Mikrogramm pro Liter liegen. Mit Aktivkohlefilter-Anlagen ist das zu erreichen. Aktuell liegt dieser Leitwert, der den Genuss des Trinkwassers noch erlaubt, bei 0,1 Mikrogramm pro Liter. Dieser wird, bis auf die Gemeinde Kastl, in allen betroffenen Kommunen erreicht, indem belastetem Wasser unbelastetes beigemischt oder Brunnen geschlossen und Tiefenwasser genutzt wird.

Bei der HBM-Studie besonders untersucht wurde das Blut von 906 Probanden. Die restlichen 59 hatten angegeben, beruflichen Kontakt mit PFOA gehabt zu haben, weshalb dies die Auswertung verfälscht hätte, weil ihre Belastung bei weitem höher war. Bei diesen lag der Median bei 34 Milligramm pro Liter Blut, bei den 906 Untersuchten bei 20 Milligramm pro Liter. In München beträgt der Wert im Durchschnitt 1,1 Milligramm pro Liter Blut. Von allen Getesteten aus dem Landkreis konnten nur sieben den Vorsorgewert 2 Mikrogramm unterschreiten, der nach Expertenmeinung eine Grenze darstellt, ab der vermehrte Vorsorgeanstrengungen empfohlen werden. "Eine gesundheitliche Gefährdung ist damit nicht gleichzusetzen", so das LGL in ihrer am Dienstag veröffentlichen Presseerklärung zur Studie.

Blutprobe wurde auch auf andere Substanzen untersucht

In den einzelnen Untersuchungsbereichen ergaben sich folgende Mediane: Altötting 7,4 Mikrogramm pro Liter Blut, Burgkirchen 22,2 Mikrogramm pro Liter, Emmerting 28,2 Mikrogramm pro Liter, Kastl/Tüßling 22,3 Mikrogramm pro Liter, Neuötting/Winhöring 17,1 Mikrogramm pro Liter sowie in der Inn-Salzach-Gruppe 11,9 Mikrogramm pro Liter. Vergleiche mit den Daten der Trinkwasserversorgung als Hauptaufnahmequelle für PFOA zeigten, dass die vergleichsweise geringe Belastung von Personen aus Altötting wahrscheinlich auf die in der Vergangenheit nur geringen Trinkwasserkonzentrationen zurückzuführen seien. Das Wasser der Inn-Salzach-Gruppe wird bereits gereinigt. In Emmerting, Burgkirchen und Neuötting lägen die Minderungsmaßnahmen noch zu kurz zurück, um einen Rückgang der Blutwerte zu erkennen. In Kastl/Tüßling sind entsprechende Maßnahmen in Umsetzung, indem eine temporäre, schnell einsetzbare Filteranlage gebaut wird.

Die Blutproben bei der HBM-Studie wurden nicht nur auf PFOA untersucht, sondern auch auf weitere perfluorierte Substanzen, darunter ADONA. Diese Chemikalie ist der Ersatzstoff für PFOA bei der Produktion von Gebrauchsgegenständen wie Teflonpfannen oder wasser- und schmutzabweisender Funktionskleidung. Die ADONA-Konzentrationen seien laut LGL gesundheitlich "unbedenklich".

Chronik: So kam PFOA in die Region






 

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