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26.09.2017   41

Trostberg

Das erste Frauenkino: ein geschützter Raum

Zahlreiche Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen nahmen das besondere Angebot wahr, zusammen mit ihren Kindern das Frauenkino zu besuchen. − Foto: cl
Zahlreiche Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen nahmen das besondere Angebot wahr, zusammen mit ihren Kindern das Frauenkino zu besuchen. − Foto: cl

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Die erste Kinovorstellung im Stadtkino nur für Frauen aller Kulturen und Nationen war mit 50 Besucherinnen samt Kindern ein großer Erfolg. Bei einem Zeichentrickfilm hatten sowohl die Kinder als auch die Frauen aus Deutschland, der Schweiz, Afghanistan, Russland, Eritrea, Nigeria, Somalia, Afghanistan, Iran, dem Irak, Pakistan und Bangladesh viel Spaß. Die Idee zu diesem Frauenkino war Marie Theres Kroetz-Relin bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Lehrerin in der Brückenschule gekommen. Die Frauengruppe war zum Abschluss des Schuljahres ins Kino eingeladen gewesen. Es kamen nur wenige Frauen. Denn einer afghanischen Frau etwa ist es nicht gestattet, sich mit einem anderen Mann in einem geschlossenen Raum aufzuhalten.

Das wollte die 51-jährige Schauspielerin nicht so stehen lassen. Ihre Recherche ergab, dass es in Deutschland kein Kino gibt, in dem sich Frauen unter sich treffen können. Vorbild ist für Kroetz-Relin das Frauenkino im afghanischen Kabul. Dort war das Kino in den vergangenen 15 Jahren ausschließlich der männlichen Bevölkerung vorbehalten gewesen. Dies wollte der 34-jährige Abu Bakar Gharzai ändern: Er eröffnete im März dieses Jahres das erste Frauenkino, in dem sich seine eigene Frau weder belästigt noch angegriffen fühlt.

Kroetz-Relin organisiert das Frauenkino aber nicht nur für Geflüchtete. Es spiele keine Rolle, ob eine Besucherin deutsch oder etwa afghanisch, Muslima oder Christin ist, ob sie Kopftuch trägt oder offene Haare. Am letzten Montag eines Monats sollen von nun an alle Frauen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, kostenlos das Kino besuchen dürfen. "Emanzipation will gelernt sein", weiß Marie Theres Kroetz-Relin. "Hat man dies verinnerlicht, erreicht jede Frau Selbstbewusstsein. Die Toleranz steigt, und ein Miteinander unter den Kulturkreisen wird möglich", ist sich die Trostbergerin sicher. − cl Mehr lesen Sie am Mittwoch, 27. September, im Trostberger Tagblatt/Traunreuter Anzeiger (Online-Kiosk) oder als registrierter Abonnet hier.
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