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München  |  13.03.2018  |  17:18 Uhr

Mordprozess um tödlichen Brand in München: Tränen im Gericht

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Am Abend hatte sie noch mit ihrem Mann gesprochen. Er habe sich nach ihrem kranken Vater erkundigt, erzählt die 36 Jahre alte Frau vor Gericht. Auch mit ihren beiden Töchtern habe sie via Internet geredet. Am nächsten Morgen waren alle drei tot - ihr 37-jähriger Mann und die 9 und 16 Jahre alten Mädchen. Dann kann die Frau die Tränen nicht halten, sie bittet kurz darauf um eine Pause und die Sitzung wird unterbrochen. Sie will aufstehen und an die frische Luft gehen - doch ihre Beine geben nach.

Es geht am Dienstag vor dem Landgericht München I um einen Brand in einem großen Mietshaus in München im November 2016. Ein 43-Jähriger ist angeklagt, das Feuer gelegt zu haben, das die Familie der 36-Jährigen das Leben gekostet hat. Die Anklage lautet auf Mord in drei tateinheitlichen Fällen. Die Frau selbst hatte sich zu dem Tatzeitpunkt bei ihren Angehörigen in Bulgarien aufgehalten, war schwanger. Auch jetzt lebt sie wieder in Bulgarien. Um als Zeugin auszusagen, ist sie zurück nach Deutschland gekommen.

Am frühen Morgen des 2. November 2016 hatte es in der Dachauer Straße nahe dem Münchner Hauptbahnhof gebrannt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 43-Jährigen mit libyscher und tunesischer Staatsangehörigkeit vor, aus Ärger über seine Nachbarn und die Unordnung im Haus spontan eine Matratze angezündet und das Feuer gelegt zu haben. Die Flammen erfassten rasch das Treppenhaus und schlugen nach oben.

Beim Prozessauftakt vergangene Woche hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen. Er bestreite die Tat, sagte sein Verteidiger. Der 43-Jährige studierte Zoologe lebte nach eigenen Angaben seit 2005 in München, war nach der Scheidung von seiner Frau in die Landeshauptstadt gezogen. Er habe im Haus nie Probleme gehabt, sagte der Angeklagte vor Gericht.

Dabei gab es dort durchaus Konflikte. In dem Gebäude lebten Menschen aus unterschiedlichsten Nationen, viele Bulgaren, auch Rumänen. Die Befragung von Anwohnern habe ergeben, dass der Zustand im Haus "nicht so war, dass man dort gerne wohnen möchte", sagt ein Polizist am zweiten Prozesstag. Wäscheständer und Müllsäcke hätten herumgestanden, es sei verschmutzt gewesen. Im Treppenhaus sei auch geraucht worden, sagt die Witwe. Sie war nicht glücklich mit ihrer Wohnsituation. "Eigentlich wollte ich dort ausziehen", übersetzt eine Dolmetscherin für die Frau. Der Polizist erklärt, ein Zeuge habe ihm gesagt, dass es viele Streitigkeiten gegeben habe.

Er ist einer von mehreren Beamten, die am Dienstag zu Wort kommen. Ein Brandfahnder schildert die Situation im Haus in der Brandnacht und am nächsten Morgen. Es habe keine konkreten Hinweise darauf gegeben, ob die Matratze fahrlässig oder vorsätzlich in Brand gesetzt wurde. Im Treppenhaus sei der Putz an den Wänden durch die Hitze abgeplatzt. Im fünften Stock, wo die Familie aus Bulgarien wohnte, hätten die drei Leichen gelegen.

Der Verdacht hatte damals bald auf Brandstiftung gelautet. Ein Kriminalbeamter schildert vor Gericht, dass der 43-Jährige nach seiner Verhaftung im März 2017 einen gefassten Eindruck gemacht habe und gesprächsbereit gewesen sei. "Er sagte, er sei ein gläubiger Mensch, ein Moslem, und würde regelmäßig beten", sagte der Zeuge. Die Verhaftung habe der 43-Jährige als "Prüfung vor Gott" bezeichnet.

Handfeste Beweise gebe es nicht - es werde wohl ein reiner Indizienprozess, sagte Verteidiger Walter Lechner im Vorfeld. Am kommenden Donnerstag soll der Prozess fortgesetzt werden.






 

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