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Altötting/München/Regensburg  |  02.09.2016  |  07:56 Uhr

Zehn Jahre Papstbesuch: "Im Inneren bleibt Erinnerung lebendig"

von Karl Birkenseer

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Einen begeisterten Empfang bereiteten die Menschen in Altötting Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006. Vor Ort mit dabei: Papstsekretär Georg Gänswein (rechts neben Benedikt) und der damalige Passauer Bischof Wilhelm Schraml (ganz rechts). − Foto: G. Willmerdinger

Einen begeisterten Empfang bereiteten die Menschen in Altötting Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006. Vor Ort mit dabei: Papstsekretär Georg Gänswein (rechts neben Benedikt) und der damalige Passauer Bischof Wilhelm Schraml (ganz rechts). − Foto: G. Willmerdinger

Einen begeisterten Empfang bereiteten die Menschen in Altötting Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006. Vor Ort mit dabei: Papstsekretär Georg Gänswein (rechts neben Benedikt) und der damalige Passauer Bischof Wilhelm Schraml (ganz rechts). − Foto: G. Willmerdinger


Heute in einer Woche jährt sich der Beginn der Bayern-Reise von Papst Benedikt XVI. (89) zum zehnten Mal. Sein Bruder Georg Ratzinger (92), der frühere Regensburger Domkapellmeister, denkt im Gespräch mit der Heimatzeitung daran zurück.

Herr Domkapellmeister, Sie haben wieder mehrere Sommerwochen bei Ihrem Bruder, Papst emeritus Benedikt XVI., in Rom verbracht. Wie geht es Ihnen beiden gesundheitlich?

Georg Ratzinger: Optimistischerweise muss man sagen: Es geht uns beiden noch gut. Natürlich hinterlässt die vergangene Zeit ihre Spuren – die lässt keinen aus ...

Vom 9. bis 14. September 2006 hat Papst Benedikt XVI. seine bayerische Heimat besucht. Halten Sie und Ihr Bruder die Erinnerung daran lebendig?

Papstbruder Georg Ratzinger, unser Interviewpartner, feierte den Gottesdienst auf dem Kapellplatz in Altötting mit.–F.: dpa

Papstbruder Georg Ratzinger, unser Interviewpartner, feierte den Gottesdienst auf dem Kapellplatz in Altötting mit.–F.: dpa

Papstbruder Georg Ratzinger, unser Interviewpartner, feierte den Gottesdienst auf dem Kapellplatz in Altötting mit.–F.: dpa


Ratzinger: Die Erinnerung bleibt im Inneren lebendig, aber wir sprechen kaum drüber.

Der Besuch führte in die drei Heimat-Bistümer des Papstes: Passau, München, Regensburg. Warum wurden gerade diese drei Diözesen zur Heimat?

Ratzinger: In diesen Diözesen haben wir jeweils ein Stück unseres Lebens verbracht. In Marktl, das zum Bistum Passau gehört, ist mein Bruder 1927 geboren, und für mich sind mit dem Ort meine ersten Erlebnisse verbunden – ich selbst bin ja 1924 in Pleiskirchen auf die Welt gekommen. Tittmoning war auch eine wichtige Station – schon in der Erzdiözese München –, und dann kam Traunstein, wo wir sehr lange waren. Regensburg hat dann beruflich eine große Rolle gespielt, für meinen Bruder als Professor und für mich als Domkapellmeister.

Zum Taufstein in der Marktler Kirche Sankt Oswald führte Pfarrer Josef Kaiser den Papst und seinen Bruder. Hier war Joseph Ratzinger getauft worden. –F.: A. Kleiner

Zum Taufstein in der Marktler Kirche Sankt Oswald führte Pfarrer Josef Kaiser den Papst und seinen Bruder. Hier war Joseph Ratzinger getauft worden. –F.: A. Kleiner

Zum Taufstein in der Marktler Kirche Sankt Oswald führte Pfarrer Josef Kaiser den Papst und seinen Bruder. Hier war Joseph Ratzinger getauft worden. –F.: A. Kleiner


Der Besuch begann in München – nach der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt bezeichnenderweise vor der Mariensäule. War Ihrem Bruder das wichtig: Gleich zur Patrona Bavariae, zur Muttergottes, zu gehen?

Ratzinger: Auch wenn mein Bruder nicht an der Planung des Reiseablaufs beteiligt war – es war ihm ein Herzensanliegen, an der Mariensäule zu sein und Bayern erneut dem Schutz der Muttergottes anzuvertrauen.

Am Sonntag gab es in München-Riem einen großen Freiluft-Gottesdienst. Schon in der dortigen Predigt schlug der Papst das große Thema fast aller Predigten des Bayern-Besuchs und seines Pontifikats an: Glaube und Vernunft …

Ratzinger: Ja, denn es ist doch so, dass im allgemeinen Leben der Glaube an Boden verliert und das wissenschaftliche Denken ein Übergewicht bekommt. Als Theologe hat mein Bruder herausgearbeitet, dass zwischen beidem kein Widerspruch bestehen muss, sondern dass Glaube und Vernunft sich gegenseitig herausfordern und ergänzen.

Von München ging es nach Altötting – wieder zur Muttergottes – und nach Marktl. Auf dem Kapellplatz in Altötting gab es erneut einen großen Gottesdienst, an dem auch Sie teilnahmen. Woran erinnern Sie sich?

Ratzinger: Vorher war ich über Nacht bei den Kapuzinern im Kloster. Mein ständiger Begleiter war der heuer verstorbene Professor Franz Mußner. Wir beiden waren die Einzigen, die offiziell die Erlaubnis hatten, einen Stock mitzuführen. Stöcke und Schirme waren aus Sicherheitsgründen ja verboten, aber wir zwei durften – wir galten als ungefährlich. Der Gottesdienst war eine schöne und festliche Sache. Auf der Altartribüne hatte ich zwar zunächst einen Platz, der sehr der Sonne ausgesetzt war, aber der Professor Mußner hat mich dann zu sich hingeholt – dort war es schattiger.

Der Papst hatte eine Gabe für die Schwarze Madonna mit nach Altötting gebracht – seinen Kardinalsring, den Sie ihm einst geschenkt hatten. Können Sie den Ring beschreiben?

Ratzinger: Im Detail nicht mehr. Meine Schwester Maria und ich haben ihn 1977 beim Antiquitätenhändler Baumann in Regensburg gekauft. Ich weiß nur noch, dass der Ring einen kleinen Edelstein hatte, aber nicht mehr, welche Sorte. Der Ring war von Herzen gegeben, und mein Bruder hat ihn besonders geschätzt. Später hatte er ja seinen Papstring, und es kam die Frage auf, was mit dem Kardinalsring passieren würde, wenn mein Bruder einmal stirbt. Da wurde die Idee geboren, ihn der Muttergottes von Altötting zu schenken. Mein Bruder war davon überzeugt: Das ist der beste Aufbewahrungsort.

Das komplette Interview mit Georg Ratzinger lesen Sie als registrierter Abonnent hier oder im Online-Kiosk.






 

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