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München/Dietersburg  |  04.12.2017  |  18:19 Uhr

Rottaler Landwirt will ein "Reinheitsgebot" für Kälbertränke

von Romy Ebert-Adeikis

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Erwin Schneiderbauer bei seinen Kälbern im Stall. Etwa 80 Jungtiere hat er jedes Jahr, gefüttert werden sie nur mit Kuhmilch. −Foto: Ebert-Adeikis

Erwin Schneiderbauer bei seinen Kälbern im Stall. Etwa 80 Jungtiere hat er jedes Jahr, gefüttert werden sie nur mit Kuhmilch. −Foto: Ebert-Adeikis

Erwin Schneiderbauer bei seinen Kälbern im Stall. Etwa 80 Jungtiere hat er jedes Jahr, gefüttert werden sie nur mit Kuhmilch. −Foto: Ebert-Adeikis


Als im Frühjahr 2015 die EU-weite Mengenquote für Milch wegfiel, hat die Überproduktion nicht wenige Milchbauern an den Rand ihrer Existenz gebracht. Seit vergangenem Jahr sind die Preise zwar wieder leicht gestiegen - aber noch immer klagen viele Landwirte darüber, dass in Europa zu viel Milch im Umlauf ist, die den Erlös dafür auf ein geradeso kostendeckendes Niveau drückt.

"Und die nächste große Krise steht schon vor der Tür", prophezeit Landwirt Erwin Schneiderbauer. Umso mehr beschäftigt den 54-Jährigen aus Dietersburg (Landkreis Rottal-Inn) ein in dem Zusammenhang bisher weniger beachteter Aspekt der Milchviehhaltung: die Kälberaufzucht. "Denn dafür, wofür die Milch natürlicherweise da ist - zur Fütterung der Kälber -, verwenden die meisten Landwirte sie gar nicht", empört sich Schneiderbauer, der selbst etwa 80 bis 90 Kälber im Jahr großzieht.

Stattdessen sind in den ersten zwölf Lebenswochen der Jungtiere oft sogenannte Milchaustauscher im Einsatz. Das sind von Firmen speziell zusammengestellte Futtermittel, die mit Wasser gemischt, aufgewärmt und den Jungtieren zum Trinken gegeben werden. Die Kälbertränke basieren auf Magermilch- oder Molkepulver sowie größtenteils pflanzlichen Fetten wie Palm- oder Kokosöl. Dazu kommen - je nach Produkt - Weizenproteine, Sojamehl, Erzeugnisse aus der Süßigkeitenherstellung oder auch mal Bierhefe. Für Schneiderbauer ist das gleich in mehrfacher Hinsicht "skandalös": im Sinne der Volkswirtschaft, aber auch der Umwelt und des Tierwohls. "Da haben wir schon zu viel Milch auf dem Markt und dann pumpen wir in unsere Kälber lieber so etwas. In Kälbermägen gehört Milch und nichts, was mit Stoffen aus aller Welt zusammengepanscht ist."

"Ich weiß, unter welchen ökonomischen Zwängen unsere Milchviehhalter stehen", sagt Markus Seemüller, Geschäftsführer der Bayern MeG, die einen Großteil der bayerischen Milch vermarktet. "Aber muss dann wirklich so etwas sein?", fragt er sich, insbesondere auch unter den ökologischen Aspekten der Produkte. Etwa 28.000 Tonnen pflanzliche Fette würden in Deutschland jedes Jahr für Milchaustauscher benötigt und oft aus Übersee importiert. "Dahinter stecken enorme Flächen für Palmöl, Soja- oder Kokosanbau in tropischen Regionen", so Seemüller. Ein Gedanke, der auch Erwin Schneiderbauer beschäftigt. "Wir Landwirte werden ja in Sachen Klimaschutz ständig angegriffen, aber wenn wir dieses Thema ansprechen interessiert das keinen."

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