• pnp.de
  • heimatsport.de


pnp.de 16.02.2019



Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Freilassing  |  08.09.2018  |  11:48 Uhr

Nach zwei Jahren: Grabdieb bringt Christbaum auf Friedhof zurück

Lesenswert (9) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Der vor zwei Jahren verschwundene Baum ist wieder an Ort und Stelle. Der Hintereingang des Friedhofs wird aus Angst vor weiteren Diebstählen inzwischen am Wochenende verschlossen. −Fotos: Johannes Geigenberger

Der vor zwei Jahren verschwundene Baum ist wieder an Ort und Stelle. Der Hintereingang des Friedhofs wird aus Angst vor weiteren Diebstählen inzwischen am Wochenende verschlossen. −Fotos: Johannes Geigenberger

Der vor zwei Jahren verschwundene Baum ist wieder an Ort und Stelle. Der Hintereingang des Friedhofs wird aus Angst vor weiteren Diebstählen inzwischen am Wochenende verschlossen. −Fotos: Johannes Geigenberger


Es ist eine besonders verwerfliche Straftat: Ein Diebstahl von Blumen oder Kerzen von einem fremden Grab. Auch am Freilassinger Friedhof (Landkreis Berchtesgadener Land) gehen offenbar Langfinger um. Doch einen Dieb plagte nun das schlechte Gewissen: Er brachte einen vor zwei Jahren gestohlenen Christbaum zurück und setzte ihn heimlich wieder ein.

Seit dem Diebstahl begleitet Renate Michl (Name von der Redaktion geändert) ein ungutes Gefühl zum Grab. Die Freilassingerin ist fast täglich am Friedhof, um dort ihre verstorbenen Lieben zu besuchen. "Ich glaub, ich seh‘ nicht recht", habe sie sich angesichts des zurückgekehrten Baums gedacht, als sie eines Morgens wieder an das Grab zurückkehrte. Darin fanden ihr Sohn und ihr Ehemann ihre letzte Ruhe, die durch Schicksalsschläge aus dem Leben gerissen worden waren. Noch immer belastet der Verlust die Freilassingerin schwer. Deshalb will sie auch nicht ihren echten Namen in der Öffentlichkeit nennen.

"Ich frage mich, wer so etwas macht?"

Trotzdem ist es ihr wichtig, die Geschichte vom zurückgebrachten Christbaum zu erzählen, denn das Gefühl, dass sich am Friedhof Langfinger herumtreiben, lässt ihr keine Ruhe. "Ich frage mich, wer so etwas macht", sagt sie bei einem Ortstermin am "Tatort". Denn der materielle Wert des Christbaums sei schließlich sehr niedrig. Michl hatte ihn vor zwei Jahren zu Weihnachten eingepflanzt. Kurz nach den Festtagen dann der Schock: Der Christbaum war verschwunden – samt Weihnachtsschmuck. "Das tat richtig weh in der Seele", schildert Michl, die sichtlich noch immer mitgenommen von den damaligen Ereignissen ist.

Denn beim Diebstahl des Christbaums blieb es nicht: Um das unschöne Loch, dass der ausgerissene Christbaum hinterlassen hat, zu füllen, kaufte ihre Tochter einen Hibiskus-Strauch. "So schön geblüht hat der", erzählt sie. Aber es dauerte kein halbes Jahr, da war auch der wieder gestohlen. Deprimiert entschied sie sich, erst einmal nichts Neues mehr anzupflanzen und stattdessen Efeu über die Sache wachsen zu lassen.

Vergessen konnte sie den Vorfall aber nicht – und war deshalb sprachlos, als der Christbaum plötzlich wieder genau an der Stelle stand, von wo er einst gestohlen worden war. Michl ist sich sicher: "Es muss der Dieb gewesen sein, der den Baum wieder eingegraben hat. Die Fläche war inzwischen von Efeu überwuchert, nur der Täter konnte wissen, wo er hingehört." Warum der Dieb den Baum zurückgebracht hat? "Ich glaube, der gestohlene Baum hat dem Dieb einfach kein Glück gebracht", sagt sie. So richtig freuen kann sie sich deshalb nicht über die Rückgabe. Stattdessen hofft sie, dass sie nie mehr einen solchen Diebstahl erleben muss und fordert Polizei und Stadt auf, mehr gegen Grabdiebe zu unternehmen.

Die Polizei sieht aber keinen Anlass für einen verstärkten Einsatz am Friedhof. Denn auch wenn dieser "Doppel-Diebstahl" ein anderes Bild vermittelt: "Uns wurde zuletzt keine erhöhte Anzahl von Grabdiebstählen gemeldet", begründet Der stellvertretende Dienststellenleiter Peter Hußl . Er fordert Betroffene deshalb dazu auf, sich in jedem Fall zu melden – selbst wenn der materielle Schaden nur niedrig ist. − jagMehr dazu lesen Sie in oberbayerischen Ausgaben Ihrer Heimazeitung vom 8. September oder hier auf PNP Plus.






 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)
Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung (Abschnitt: Nutzung von Drittanbieter-Plug-Ins)


Dokumenten Information
Copyright © heimatzeitung.de 2019
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




Anzeige











Drei Generationen Führerschein: Sie werden nach und nach durch ein neues und EU-weit gleiches Dokument ersetzt. −Foto: dpa

Allein in Deutschland stecken drei unterschiedliche Führerscheintypen in Portemonnaies und...



Das Papageiengeschrei hatte der Mann für die Hilferufe eines Kindes gehalten. −Symbolbild: Rumpenhorst/dpa

Oftmals wird beklagt, dass sich Menschen nicht mehr umeinander kümmern. Was der Nachbar tut...



Softair-Pistolen wie diese sehen täuschend echt aus. −Symbolbild: dpa

Zwei junge Schüler im Landkreis Kelheim haben eines gemeinsam: Sie haben diese Woche Waffen mit in...



Er hat den Laden im Griff: Graupapagei Carlo wohnt und plappert seit rund zwei Jahren im Büro von Geschäftsführer Wolfgang Plach (links hinten) und Mitarbeiterin Maria Gutsmiedl in Pötzerreut. −Fotos: Jennifer Jahns

"Hama Besuch?", stellt der Graupapagei direkt fest, als die Presse zu Besuch kommt...



Der Mitgliederschwund in den Kirchen in Bayern geht weiter. −Symbolbild: Zucchi/dpa

Passau/Regensburg. Der Mitgliederschwund in den Kirchen in Bayern geht weiter...





Hört als Trainer auf, bleibt dem TSV Buchbach aber erhalten: Anton Bobenstetter. −Foto: Buchholz

Paukenschlag im Trainingslager des TSV Buchbach: Anton Bobenstetter hat am Dienstag in Portugal...



Zwölf Partien hat Sascha Marinkovic in der Herbstrunde für den SV Wacker absolviert und dabei zwei Tore erzielt, nun pausiert er. Über die Gründe dafür halten sich Spieler und Verein bedeckt. −Foto: Butzhammer

Der SV Wacker Burghausen bestritt am Samstag seinen zweiten Test im Rahmen der Winter-Vorbereitung...





Wo ist er denn, der höchste Ton? scheint sich Felix Reuter am Schluss jeden Stückes zu fragen, während Hermann Huber die Klarinettenmelodie gelassen zu Ende führt. −Foto: Brigitte Janoschka

Was darf man sich unter einer verflixten Alpensinfonie, zu der Ralf Halk, Vorsitzender des...



Was tun bei einer drohenden Abschiebung? Auf diese Frage liefert der Burghauser Aktionskreis Asyl Antworten. In dem verlinkten Dokument wird erklärt, wie sich Ausreisepflichtige an Bord eines Flugzeugs gegen die Abschiebung wehren können. −Screenshot: Meyer

Deutschkurse, Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, Patenschaften für Flüchtlinge – all...



Der Tatort im Stadtgraben in Amberg, aufgenommen nach dem Mord im Jahr 1980. −Foto: Kriminalpolizeiinspektion Amberg

Im März 1980 war die damals 38-jährige Gertrud Kalweit in Amberg missbraucht und ermordet worden...



Sie haben das Boot entwickelt: Julian (l.) und Fabian Haring (r.) aus Hochburg-Ach. −Foto: Haring

Wenn eine Seekuh im Wöhrsee ist, dann ist das kein Grund zur Sorge: Es ist nur das Mähboot...



Das Landgericht Landshut. −Symbolfoto: dpa

Sie ist eine erwachsende Frau und Mutter von zwei Kindern. Was ihr vorgeworfen wird...