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Mainz  |  11.06.2019  |  22:38 Uhr

DFB-Elf verabschiedet sich mit einem Schützenfest in den Urlaub

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Torschütze Serge Gnabry (r.) und Leon Goretzka bejubeln das Tor zum 2:0. −Foto: dpa

Torschütze Serge Gnabry (r.) und Leon Goretzka bejubeln das Tor zum 2:0. −Foto: dpa

Torschütze Serge Gnabry (r.) und Leon Goretzka bejubeln das Tor zum 2:0. −Foto: dpa


Mit einem Torfestival hat die junge deutsche Nationalmannschaft die Fans zum Saisonausklang in Partystimmung versetzt. Beim lockeren 8:0 (5:0) in der EM-Qualifikation am Dienstag in Mainz gegen Estland beeindruckte das DFB-Team um die Doppeltorschützen Marco Reus und Serge Gnabry mit viel Tempo, Direktspiel und spielerischen Raffinessen. Neben dem Dortmunder Reus (10. und 37. Minute) und dem Münchner Gnabry (17. und 63.) sorgten Leon Goretzka (20.), Ilkay Gündogan (26./Foulelfmeter), Timo Werner (79.) und Leroy Sané (88.) für den deutlichen Erfolg der Gastgeber.

Ersatz-Bundestrainer Marcus Sorg erfüllte den Auftrag seines nach einem Sportunfall verhinderten Chefs Joachim Löw mit Bravour: Nach sechs Punkten in zwei Qualifikationsspielen ist Deutschland auf einem guten Weg zur Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2020. Das 8:0 vor 26 050 Zuschauern in der ausverkauften Opel-Arena gegen die harmlosen Esten war der höchste deutsche Sieg seit November 2016.
Löw kann in der neuen Saison die Stabilisierungsphase mit viel positiver Energie fortsetzen. Dabei warten aber gleich zwei echte Prüfungen gegen die Mitbewerber um die beiden Endrunden-Tickets. Am 6. September geht es in Hamburg gegen Holland, drei Tage später steht das Spiel in Belfast gegen Nordirland an.

Goretzka und Kehrer in der Startelf

"Natürlich anstrengend" sei die Woche als Löw-Vertreter gewesen, sagte Sorg kurz vor dem Anpfiff der Partie und meinte: "Ich freue mich schon auf September, wenn Joachim wieder da ist." Wieder hatte Löw das letzte Wort bei der Aufstellung, zweimal telefonierte er am Spieltag mit Sorg. Das Ergebnis: Leon Goretzka und Thilo Kehrer kamen neu ins Team. Sie ersetzten nach dem 2:0 in Weißrussland Lukas Klostermann und Jonathan Tah, die von der kommenden Woche an noch mit der deutschen U21-Auswahl die EM in Italien bestreiten werden. Die Offensive bildeten erneut Marco Reus, Serge Gnabry und Leroy Sané. Der Leipziger Werner blieb bis zur 65. Minute auf der Ersatzbank.

"Den Abschluss verbessern", das hatte Sorg nach dem eher schmucklosen Erfolg in Borissow drei Tage zuvor gefordert. Und die DFB-Elf folgte brav, wollte den Fans von Beginn an etwas bieten. Den ersten guten Angriff vollendete Reus nach Vorarbeit von Gündogan und Kehrer, als er aus kurzer Distanz unter die Latte traf. Zwar konnte Estlands Torwart Sergej Lepmets kurz darauf noch gegen Goretzka retten, doch danach schraubten die Gastgeber das Resultat eiskalt in die Höhe. Gnabry musste nur einschieben, nachdem Gündogan und Sané brillant kombinierten - 2:0. Kimmich fand per Flanke den Kopf von Goretzka - 3:0. Und als der Este Joonas Tamm im Strafraum Goretzka festhielt, nutzte Gündogan den fälligen Elfmeter zu seinem ersten Länderspiel-Tor - 4:0.

Nach einer halben Stunde stand es 5:0

Das Defensiv-Konzept der Gäste, die in der Weltrangliste als 96. zwischen Kirgistan und Jordanien platziert, ging nicht auf. Der Versuch, sich vor dem eigenen Strafraum zu verbarrikadieren, schlug gegen die höchst spielfreudigen Deutschen fehl. Die Esten wirkten völlig überfordert. Die Hausherren ließen ihnen keine Luft, pressten immer wieder zeitig und blieben torhungrig. Reus traf in der 31. Minute zunächst noch mit einem tollen Schuss die Latte, ehe er einen Freistoß aus 20 Metern sehenswert zum 5:0 versenkte. Was für eine Rückkehr des 30 Jahre alten Dortmunders nach Mainz, wo er sich 2014 gegen Armenien schwer verletzt hatte und deshalb auf die WM in Brasilien verzichten musste.

Die Fans hatten viel Spaß an der runderneuerten DFB-Auswahl, die taktisch gegen die bestenfalls zweitklassigen Esten immer wieder neue Lösungen fand. Gäste-Trainer Martin Reim hatte seinen Schützlingen "schwierige Arbeit" vorhergesagt - und sah sich auch nach dem Seitenwechsel schmerzhaft bestätigt. Nur selten konnte der Außenseiter sich aus dem Klammergriff der jungen deutschen Mannschaft befreien, die variantenreich aufspielte und immer wieder Lücken fand. Reus scheiterte noch mit einem Klasse-Volleyschuss an Keeper Lepmets (57.). Dann machte Gnabry das halbe Dutzend voll. Die eingewechselten Julian Draxler und Marcel Halstenberg hatten über die linke Seite die Vorlage geliefert.

Auch in der Schlussphase blieb das Sorg-Team bissig und kam zu weiteren Chancen. Werner erhöhte nach tollem Zuspiel von Draxler auf 7:0. Zwei weitere Treffer von Sané wurden wegen Abseits nicht anerkannt, ehe er kurz vor Schluss doch noch jubeln durfte. − dpa






 

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