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München /Dingolfing  |  27.11.2019  |  12:43 Uhr

BMW kürzt die Erfolgsbeteiligung - kein Stellenabbau wie bei Audi

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−Symbolbild: dpa

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Auch beim Autobauer BMW wird gespart. Allerdings, so Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse gestern, "konnten wir auf drastische Maßnahmen verzichten, die andere gerade ergreifen, um ihre Kosten zu senken." Über die Lösung, die Konzernleitung und Betriebsrat gemeinsam erarbeitet haben, wurden die Mitarbeiter am Mittwoch bei Betriebsversammlungen informiert. Bereits am Vormittag fand diese Versammlung in München statt, am Nachmittag erst folgen Dingolfing und Regensburg.

Lange wurde spekuliert darüber, wie die Erfolgsbeteiligung nach dem Sparpaket aussehen wird. Diese wird in einer komplizierten Formel berechnet. Diese Formel wird angeglichen, sodass vom "Tarifmitarbeiter bis hin zum Vorstand" alle Beschäftigten im gleichen Modus behandelt werden, ist in der Konzernzentrale in München zu erfahren. Auf Basis der neuen Formel hätten Mitarbeiter für das letzte Geschäftsjahr, das ist in diesem Fall 2018, mehr als "80 Prozent der bisherigen Erfolgsbeteiligung erhalten", schreibt das Unternehmen auf PNP-Nachfrage.

Mehr dazu:
- Bis 2025: Audi baut 7500 Stellen ab
- Es muss gespart werden: Wo BMW nun den Rotstift ansetzen will
- BMW: Kein Stellenabbau 2020 - Änderung bei Erfolgsprämie geplan

Ein typischer Bandarbeiter der Tarifstufe ERA 5 würde laut BMW für das vergangene Jahr nicht mehr 9100, sondern 7600 Euro bekommen. Im obersten Tarifbereich ERA 12 wäre die Erfolgsbeteiligung von 15700 auf 13.100 Euro gefallen. Damit läge BMW immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt. Und die Zahlen sind theoretisch, da die Erfolgbeteiligung auf dem vorangegangenen Geschäftsjahr basiert und mit der Dividende erst im Juli ausbezahlt wird. Die Vereinbarung gilt ab dem Geschäftsjahr 2020, also betrifft erst die Auszahlung 2021.

"Ein Stellenabbau steht nicht zur Debatte"

Auch die 40-Stunden-Verträge werden nicht pauschal reduziert, lediglich die Berechnung von Weihnachtsgeld und Erfolgsbeteiligung gilt auf Basis der regulären Arbeitszeit von 35 Stunden. Neu ist laut Konzernangaben die Einführung eines dividendenbasierten Bausteins zur Altersvorsorge. Der bisherige Dividendenanteil fließt nicht mehr in die Erfolgsbeteiligung ein, sondern geht in die Altersvorsorge der Mitarbeiter.

Und: "Ein Stellenabbau steht nicht zur Debatte", heißt es auf PNP-Anfrage in der Konzernzentrale in München. Die Zahl der 134.000 Beschäftigten weltweit solle auch im kommenden Jahr stabil bleiben. Es könne lediglich sein, dass freiwerdende Stellen vor allem im "indirekten Bereich", also außerhalb der Produktion, nicht direkt nachgesetzt werden.

Beteiligte sind mit Einigung zufrieden

Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse zeigt sich über die Einigung mit dem Betriebsrat zufrieden. Es sei "eine solidarische Lösung" gefunden worden. Und: "Ich stehe in der Verantwortung für dieses großartige Unternehmen mit allen Beschäftigten und Produkten, die viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt begeistern. Ich werde alles dafür tun, dass das auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten der Fall ist – egal, was um uns herum passiert. Dafür ist auch unser sehr ausgewogener Kompromiss ein wichtiger Baustein."

Auch Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG, zeigt sich laut einer Mitteilung zufrieden mit der Lösung: "Unsere einzigartige Erfolgsbeteiligung konnte langfristig abgesichert werden. Sie ist ein fester Bestandteil unserer BMW Kultur. Dafür haben wir in insgesamt sechs Verhandlungen mit dem Unternehmen intensiv gerungen. Mit Erfolg – die Belegschaft erhält weiterhin 100 Prozent Weihnachtsgeld und eine weiterhin attraktive Erfolgsbeteiligung. Zudem ist es uns gelungen, einen dividendenabhängigen Altersbaustein einzuführen – was einmalig in der Automobilindustrie ist." − ek/dpa






 

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