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Las Vegas  |  03.10.2017  |  13:07 Uhr

59 Menschen in Las Vegas getötet: Täter soll Millionär gewesen sein

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Unglaubliche Tat

Unglaubliche Tat | Foto: Ronda Churchill

Die Polizei sucht weiter nach den Beweggründen des 64-jährigen Todesschützen. - Foto: Ronda Churchill


In Las Vegas konzentriert sich die Polizei nach dem beispiellosen Massenmord während eines Country-Konzerts auf die Suche nach den Motiven des Täters. Der 64-Jährige alte Stephen Paddock hatte nach Polizeiangaben mindestens 59 Menschen durch Schüsse aus einem Zimmer im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels am berühmten "Strip" von Las Vegas getötet. Hunderte weitere wurden verletzt, viele von ihnen lebensgefährlich. Über die Hintergründe der Tat ist aber noch vieles unklar. Die Polizei geht davon aus, dass Paddock allein handelte. Das Massaker wäre damit das größte eines einzelnen Täters in der US-Kriminalitätsgeschichte. Man habe keine Informationen, die auf etwas anderes schließen ließen. "Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf", sagte Lombardo über den Schützen, einen weißen US-Bürger. Bezüge zu Terrororganisationen gibt es ersten Ermittlungen zufolge nicht, wie die US-Bundespolizei FBI mitteilte.

Paddocks Bruder Eric sagte mehreren US-Medien, er könne sich nicht vorstellen, warum sein Bruder die Bluttat begangen haben könnte. Der 64-Jährige sei kein Fanatiker gewesen, weder politisch noch religiös. Sein Bruder sei hin und wieder nach Las Vegas gefahren, um mit durchaus hohen Beträgen dem Glücksspiel nachzugehen. "Er hat höher gespielt als der Durchschnitt", sagte Eric Paddock. Er habe aber auch viel mehr Geld gehabt als der Durchschnitt. "Er war ein wohlhabender Kerl, er ging auf Kreuzfahrten", sagte sein Bruder. "Er konnte sich leisten, was er wollte." Nach Medienberichten arbeitete Paddock als Buchhalter und investierte in Immobilien. Laut seinem Bruder soll er ein Vermögen von rund zwei Millionen Dollar besessen haben. Paddock war geschieden und hatte keine Kinder.

Linktipp:Alle Ereignisse aus Las Vegas im NewsBlog

Neben dem Glücksspiel war Paddock sehr an Waffen interessiert. Im Hotelzimmer, aus dem er auf die etwa 22.000 Feiernden schoss, fand die Polizei 23 Schusswaffen. Weitere 19 Waffen, mehrere Tausend Schuss Munition und Sprengsätze lagerte Paddock in seinem Haus in Mesquite, einer rund 130 Kilometer von Las Vegas entfernten Kleinstadt. Im Auto des Verdächtigen faden die Fahnder mehrere Pfund Ammoniumnitrat, das zur Herstellung von Sprengsätzen dienen kann.

Paddocks Bruder Eric sagte mehreren Medien, dass er von den Waffen seines Bruders wusste - zumindest von Pistolen und "vielleicht" einem Gewehr. Von automatischen Waffen, wie sie sein Bruder beim Attentat am Sonntag (Ortszeit) verwendete, habe er aber nichts gewusst.

"Wir krochen über Tote"

Der 64-Jährige löste mit seiner Tat grausame Szenen in Las Vegas aus. Auf der Straßenseite gegenüber dem Mandalay Bay Hotel hatten sich vor dem Tropicana-Hotel am Sonntagabend (Ortszeit) nach Polizeiangaben etwa 22.000 Menschen für ein Country-Music-Festival versammelt. Während eines Auftritts von Jason Aldean eröffnete der Schütze von weit oben das Feuer auf die Menschenmenge. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir krochen über Tote." Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich stammten sie von einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Sender CNN: "Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen".

Die Polizei drang nach minutenlangem Kugelhagel in das Hotelzimmer ein. Wie Bezirks-Sheriff Joseph Lombardo sagte, schoss der Angreifer durch die Zimmertür auf die Beamten. Als die Polizei sich den Weg ins Zimmer freigesprengt hatte, war der Mann tot - nach Lage der Dinge hat er sich selbst erschossen.

Das Auswärtige Amt konnte zunächst keine Auskunft darüber geben, ob unter den Opfern deutsche Staatsbürger sind. "Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern", hieß es.

US-Politiker fordern schärfere Waffengesetze

US-Präsident Donald Trump sprach den Opfern sein Mitgefühl aus und sprach von einem "Akt des absolut Bösen". Der Präsident rief die Amerikaner zu Einigkeit und Zusammenhalt auf. Die Bürgermeisterin von Las Vegas, Carolyn Goodman, sprach vom Wahnsinn eines Verrückten, der das Leben in Menschlichkeit nicht verhindern dürfe. Auch die Bundesregierung reagierte entsetzt. "Fassungslos und tief erschüttert über die Morde von Las Vegas", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. "So viele zerstörte Leben."

Mehrere US-Politiker sprachen sich erneut für schärfere Waffengesetze aus. Eine Diskussion darüber hält das Weiße Haus aber für verfrüht. "Es wäre voreilig, politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was gestern Abend passiert ist", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Montag. Präsident Trump habe mehrmals deutlich gemacht, dass er ein Befürworter des zweiten Verfassungszusatzes sei. Dort ist das grundsätzliche Recht auf den Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festgeschrieben. - dpa






 

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